Formel Ford geht in Rente: Sprungbrett für Senna, Schumi und Co.

Frederik Hackbarth

29 Nov. 2021

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Ende einer Ära: die legendäre Formel Ford, in der unzählige Formel-1-Stars ihre Anfänge machten, verabschiedet sich von der Motorsport-Bühne




Sie war über Jahrzehnte hinweg das Sprungbrett für künftige PS-Stars und die kommenden Formel-1-Weltmeister: die Formel Ford. Nach 55 Jahren hat die Serie nun ausgedient – Ende Oktober fiel im britischen Brands Hatch, bezeichnenderweise auf jenem Kurs, auf dem die Serie 1967 ihre Premiere gefeiert hatte, der finale Vorhang.

 

Von Emerson Fittipaldi bis James Hunt, von Nigel Mansell über Ayrton Senna, von Michael Schumacher bis hin zu Mika Häkkinen. Die Liste der Rennlegenden, die in der Formel Ford entdeckt wurden, liest sich wie ein Who is Who des internationalen Motorsports. Selbst im aktuellen Formel-1-Fahrerfeld sind mit den McLaren-Piloten Daniel Ricciardo und Lando Norris noch zwei Absolventen der "Formel-Ford-Schule" erfolgreich am Start.

Dass sich die Serie derart etablieren und so lange halten würde, damit war vor über einem halben Jahrhundert wohl nicht zu rechnen: als Plattform für kostengünstigen Rennsport und den Nachwuchs ins Leben gerufen, setzte die Formel Ford zunächst auf 105 PS starke 1,6-Liter-Motoren aus dem britischen Ford Cortina. Neben der Seriennähe, blieb über die Jahre auch das Schlüsselwort Reduktion ein Erfolgsgeheimnis der Formel Ford: lange verzichtete die Serie etwa auf Front- und Heckflügel. Das sparte nicht nur Kosten, sondern gab den Talenten auch die Chance, ihre Fahrzeugbeherrschung noch genauer unter Beweis zu stellen.

 

Schnell wurde die Formel Ford somit zum Exportschlager: Im Laufe der Jahre entstanden 19 nationale Meisterschaften auf vier Kontinenten sowie fünf regionale Championate wie die European Formula Ford Championship. Besonders die britische Formel Ford zog aber nachhaltig den Fokus der Formel-1-Teamchefs und Talentscouts auf sich. Mit Ayrton Senna, der 1981 die Formel Ford 1600 gewann und ein Jahr später die Titel in der britischen und europäischen Formel Ford 2000-Serie feierte, wurde dort der Motorsport-Superstar der späten Achtziger und frühen Neunziger entdeckt.

 

Und auch Sennas Erbe, der nach dem Unfalltod des Brasilianers 1994 beim San Marino Grand Prix in Imola, die Formel 1 dominierte, legte den Grundstein für seine Weltkarriere in den Nachwuchs-Monoposti von Ford: Michael Schumacher wurde 1988 Vizemeister der deutschen Formel Ford, was ihm in der Folgesaison den Aufstieg in die Formel 3 und zwei Jahre später sein Königsklassen-Debüt mit Jordan in Spa ermöglichte. Schumis erstem WM-Titel 1994 im Benetton-Ford sollten schließlich noch sechs weitere folgen.

Über die Jahre sah die Formel Ford nicht nur diverse aufregende Talente in ihren Reihen, sondern auch große technische Fortschritte im Rennsport: 1993 etwa rüstete die Serie um auf die 145 PS starken 1,8 Liter Zetec-Motoren, die serienmäßig im Ford Escort und Orion zum Einsatz kamen. Ab 2006 war dann der 155 PS starke 1,6-Liter-Duratec aus dem Ford Focus das neue Herzstück. Zuletzt war die Formel Ford mit einem EcoBoost-Turbo-Benzindirekteinspritzer mit 1,6 Liter Hubraum und 165 PS Leistung unterwegs... und raste mit diesem nun in die wohlverdiente Rente.


Fotos: Ford

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Frederik Hackbarth

29 Nov. 2021