Kaufberatung Kia Ceed (JD): Müde und munter

Thomas Flehmer

22 Juli. 2021

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Die zweite Generation des Kia Cee’d wurde dank Design-Legende Peter Schreyer aufregender gezeichnet als der Vorgänger – die dafür richtige Kraft kam aber erst nach dem Facelift. Die YesAuto-Kaufberatung verrät Dir, welche Stärken und Schwächen der kompakte Koreaner hat

(Fotos: Kia)

Im Vergleich zum braven Vorgänger fiel die JD genannte Baureihe fast schon scharf geschnitten aus. Der ehemalige Chefdesigner des Volkswagen-Konzerns hatte den Ceed mit einer attraktiven Front und einer gelungenen Silhouette ausgestattet. Die pragmatischen Gene des Kompakten blieben erhalten, sodass der 4,31 Meter lange Golf-Konkurrent im Innenraum viel Platz bietet. Die Instrumententafel ist übersichtlich gestaltet, allerdings gibt es zahlreiche Knöpfe zu bedienen, der Kofferraum fasst zwischen 380 und 1320 Liter Volumen. Wer mehr Raum benötigt, greift zum 20 Zentimeter längeren Kombi SW, der zwischen 530 und 1645 Liter Volumen zur Verfügung stellt.



• Zweite Generation zwischen 2012 und 2018 gefertigt


• Sieben Jahre Garantie


• Facelift 2015


• Pro Ceed und GT als GTI-Jäger


Die äußere Hülle machte Appetit auf mehr. Doch wer sportliche Motoren unter dem Blechkleid erwartete, wurde etwas enttäuscht. Zwar verfügt der Einstiegsmotor 1.4 CVVT über 99 PS, im Alltag aber war von der Stärke nicht viel zu spüren. Das wurde nach dem Facelift 2015 anders, als der neue Dreizylinder 1.0 T-GDI mit 120 PS auf den Markt kam und zur Allzweckwaffe des Hyundai/Kia-Konzerns aufstieg. Der Direkteinspritzer mit Turbo absolviert den Sprint in 11,1 Sekunden fast zwei Sekunden schneller als der Vierzylinder, begnügte sich dafür bei einem Verbrauch von 4,9 Litern Super mit einem Liter weniger.


Sparsame Selbstzünder


Noch mehr Kraft stellte der 1.6 GDI mit 136 PS zur Verfügung, mit dem bereits nach 9,9 Sekunden Tempo 100 erreicht wurde. Die Krone der Baureihe stellt der ein Jahr später auf den Markt gekommene 1.6 T-GDI dar, der mit seinen 204 PS den dreitürigen Pro Ceed und den fünftürigen GT in einen GTI-Jäger verwandelte. Mit 7,6 Sekunden Sprintfähigkeit sowie einer Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h reihen sich die beiden Modelle unter den Kompaktsportlern ein. Allerdings wurden der Dreitürer sowie der GT selten geordert und ist somit ebenso selten auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu finden.

Nicht unterschlagen werden sollen die beiden Selbstzünder. Während dem 1.4 CRDi mit 90 PS nur eine einjährige Lebensdauer beschert war, wurde der 1.6 CRDi zunächst mit 128 PS angeboten, nach dem Facelift stellte der Dieselmotor 136 PS bereit und absolvierte den Standardsprint in 9,8 Sekunden eine Sekunde schneller als sein Vorgänger. Zudem verbraucht der Selbstzünder mit 3,6 Litern Diesel zwischen 0,2 und 0,7 Liter weniger.


Erhöhte Qualität bei Generation Zwei


Anders als die erste Generation hat Kia bei der zweiten Auflage seines Kompaktwagens die Qualität deutlich erhöht. Vor allem die Achsaufhängung sowie die Federn und die Dämpfer bereiten keine Probleme mehr. Auch die Antriebswellen und die Lenkanlage funktionieren nun reibungslos. Dagegen gibt es immer wieder Defekte bei den Scheinwerfern und Rückleuchten. Auch bei der Fuß- und Feststellbremse tauchen Probleme auf. Für die TÜV-Prüfer aber ist Generation Zwei eine Empfehlung wert als braver Begleiter für Pragmatiker.

Dafür spricht auch das souveräne Fahrwerk der in der Slowakei gefertigten Modellfamilie. Somit können mit der entsprechenden Motorisierung die Kurven sportlich genommen werden, Vielfahrer kommen entspannt ans Ziel.


Garantie ist übertragbar


Und gerade die Dieselmodelle wurden hart rangenommen und haben dementsprechend teils über 300.000 Kilometer auf der Uhr. Aber auch bei den Ottomotoren sind häufig die 200.000 überschritten und deuten auf die gesteigerte Qualität des Ceed hin. Ein großer Trumpf ist die Garantie von sieben Jahren. Diese wird auch beim Weiterverkauf übertragen und kommt somit in den meisten Fällen noch zum Tragen, sollte der Fall der Fälle eintreten. Bei 4000 Euro beginnen die Preise. Dann gibt es allerdings zumeist den müden 1.4 CVV-T. Munterer wird es erst, wenn weitere 2000 Euro auf den Tisch gelegt werden.


Fazit


Die zweite Generation des Kia Ceed präsentiert sich solide. Dank guter Preise und der übertragbaren Garantie dürften die neuen Eigentümer wenig Probleme mit ihm haben.

Thomas Flehmer

22 Juli. 2021