Golf R Variant: 3 Fragen beantwortet

Mathias Keiber

08 Juli. 2021

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Nach GTD, GTE, GTI, GTI Clubsport und GTI Clubsport 45 steht der Golf R ganz oben in der Nahrungskette der kompakten Volkssportwagen. Und den R gibt es jetzt abermals als Kombi, oder, wie VW sagt, als Variant.

Wie schaut der Golf R Variant aus?

Die kurze Antwort: ziemlich kraftvoll. Erreicht wird das durch R-typische Insignien wie dem Frontstoßfänger mit Splitter und seitlichen Wings als Luftleitelement. In der Seitenansicht fallen die verbreiterten Schweller in Wagenfarbe ins Auge. Eyecatcher am Heck sind die Stoßfänger mit dem in hochglänzendem Schwarz lackierten Diffusor sowie die Sportauspuffanlage mit zwei verchromten Doppel-Endrohren. Drei Farben stehen zur Auswahl, wie immer natürlich mit illustren Namen: „Lapiz Blue Metallic“ sowie „Pure White“ und „Deep Black Perleffekt“.

 

Was leistet der neue Golf R Variant?

Mit von 300 auf 320 PS gesteigerter Leistung ist der neue Golf R Variant selbstredend der bislang stärkste seiner Zunft. Seinen Konzernbruder Cupra Leon ST übertrifft er um 10 PS, der Skoda Octavia VRS kommt mit 245 PS noch nicht mal nah. Der serienmäßige Allradantrieb mit Torque-Vectoring inklusive radselektiver Momenten-Steuerung an der Hinterachse wird von einem Zweiliter-TSI mit einem maximalen Drehmoment von 420 Nm versorgt, wobei die Kraftübertragung über ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe erfolgt. Das maximale Drehmoment soll bereits bei 2.100 U/min anliegen und bis 5.350 U/min konstant auf diesem hohen Niveau bleiben.

Entsprechend sprintstark zeigt sich der Golf R Variant: Aus dem Stand erreicht er Tempo 100 in nur 4,9 Sekunden; Schluss mit Beschleunigung ist bei 250 km/h. Es sei denn, man entscheidet sich für das optional erhältliche R-Performance-Paket, mit dem die Höchstgeschwindigkeit 270 km/h beträgt. Zudem beinhaltet es 19-Zoll-Räder sowie die zusätzlichen Fahrprofile „Special“ (Nürburgring-Modus) und „Drift“ (für Powerslides). Serienmäßig stehen die vier selbsterklärenden Fahrprofile „Comfort“, „Sport“, „Race“ und „Individual“ zur Verfügung.

 

Über eine Taste kann der Fahrer das ESC zweistufig seinen Bedürfnissen anpassen und im Modus „ESC off“ komplett für alle Fahrsituationen deaktivieren – im Notfall wird es automatisch reaktiviert. Das Allradsystem wird über einen Fahrdynamikmanager mit weiteren Fahrwerkssystemen wie den elektronischen Differenzialsperren und der adaptiven Fahrwerksregelung vernetzt.

An der Vorderachse kommt eine neue Bremsanlage mit 18-Zoll-Scheiben zum Einsatz – die damit ein Zoll (25,4 Millimeter) größer als beim Vorgänger sind. Die neue Bremse ist mit Stiftscheiben und einem Bremstopf aus Aluminium aufgebaut, was das Gewicht pro Seite um 600 Gramm senkt. Eine geschwindigkeitsabhängige Kennung im elektronischen Bremskraftverstärker soll für feine Dosierbarkeit sorgen. Die sichtbaren Bauteile der Bremsanlage sind blau und mit R-Logo versehen.

 

Ist der Golf Variant R auch praktisch?

Ja, das verspricht er zu sein. Der im Vergleich zum Golf 66 Millimeter längere Radstand kommt beim R Variant laut Hersteller vollständig dem Innenraum zugute. Besonders die Passagiere im Fond profitieren davon: Die maximale Beinfreiheit vergrößert sich von 903 auf 941 Millimeter. Das Gepäckraumvolumen beträgt 611 bis maximal 1.642 Liter. Erstmals gibt es für den Golf R Variant optional eine Anhängerkupplung mit einer zulässigen Anhängelast (gebremst) von bis zu 1,9 Tonnen und einer Stützlast von 80 Kilogramm.

 

 (Fotos: Volkswagen)


Mathias Keiber

08 Juli. 2021