Happy Birthday, Jarama

Ralf Kund

13 Nov. 2020

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Buon compleanno, Jarama GT! Zum 50-jährigen Jubiläum erinnert YesAuto an Lamborghinis letzten Gran Turismo und spürt einer der weniger bekannten V12-Legenden aus Sant'Agata Bolognese nach.

(Fotos: Lamborghini)


Buon compleanno, Jarama GT! Zum 50-jährigen Jubiläum erinnert YesAuto an Lamborghinis letzten Gran Turismo und spürt einer der weniger bekannten V12-Legenden aus Sant'Agata Bolognese nach.

Der Lamborghini Jarama GT feiert seinen 50. Geburtstag! Herzlichen Glückwunsch, Lamborghini Wer? Sehr bekannt ist der 1970 auf dem Auto Salon in Genf vorgestellte 2+2-Sitzer mit 350 PS (GTS: 365 PS) nicht gerade. Kein Wunder, denn er wird überstrahlt von weitaus prestigeträchtigeren Kalibern wie Miura, Countach oder Diablo, und wurde auch nur 328-mal gebaut. Trotzdem ist er automobilhistorisch ein wichtiger Lamborghini, denn er war der letzte GT mit V12-Frontmotor, alle Lamborghinis danach setzten auf Mittelmotoren. Ausnahmen sind die beiden Monster-SUVs LM 002 und Urus.

Der Jarama, benannt nach einem Stier-Aufzuchtgebiet nördlich von Madrid, markiert eine Zeitenwende bei dem italienischen Hersteller: weg von PS-starken Gran Turismos mit erkennbarem Alltagsnutzen hin zu außergewöhnlichen Mittelmotor-Supersportlern. Eine Entwicklung, die bereits mit dem großen Erfolg des Miura begann. Ursprünglich jedoch wurde die Marke von Ferruccio Lamborghini mit der Absicht gegründet, schnelle, starke und komfortable Reisewagen zu bauen. Die ersten Lambos, 350 GT/GTS und 400 GT, erfüllten diesen Anspruch damals besser und technisch ausgeklügelter, als vergleichbare Modelle der Konkurrenz. Der Jarama führte diese Tradition fort und ist auch der letzte 2+2 GT seiner Art. Dann erschien der atemberaubende Countach mit einem gewaltigen Brunftschrei und drehte die Schraube bei Lamborghini weiter in Richtung Sport.

Als Nachfolger der Ur-Lambos 350/400 GT bricht der Jarama auch mit den rundlichen Formen der 60er und zeigt den neuen, kantigen Stil, der die 70er prägen sollte. Wer sich bei der Front des Jarama ein wenig an den Alfa Montreal erinnert fühlt, täuscht sich nicht: Der Alfa mit den neckischen Klappscheinwerfern wurde ebenso wie der Jarama vom damaligen Bertone-Chefdesigner Marcello Gandini gezeichnet, beide kamen 1970 auf den Markt.

Seinen sportlichen Anspruch zeigte der Jarama vor allem auch unter der Haube: Sein V12 mit knapp vier Litern Hubraum wurde von sechs Weber-Doppelvergasern versorgt, hatte eine doppelte obenliegende Nockenwelle pro Zylinderbank und erreichte rund 260 km/h. Vier große, vorn innenbelüftete Scheibenbremsen galten damals als Maß der Dinge, die 215er Michelin waren auf 15-Zoll-Magnesiumfelgen mit Zentralverschluss von Campagnolo aufgezogen. Für Komfort und Reisetauglichkeit für die Passagiere war auch gesorgt: Ledersitze und eine leistungsfähige Klimaanlage schufen eine luxuriöse Atmosphäre, das Platzangebot war recht großzügig, ebenso der Kofferraum.

In der Zukunft könnte ein 2+2 oder viersitziges oder gar viertüriges Coupé die Lamborghini-Modellpalette wieder erweitern. An historischen Vorbildern mangelt es nicht. In welche Richtung es gehen könnte, zeigte Lamborghini 2008 mit dem Estoque, der von einem V10-Motor angetrieben wird und über Allradantrieb verfügt. Ein Serienstart wurde angedacht, aber dann verworfen, weil man sich mehr von einem anderen Fahrzeugkonzept versprach, das dann auch umgesetzt wurde und schon im ersten Produktionsjahr die Anzahl der verkauften Lamborghini weltweit verdoppelte: dem Luxus-SUV Urus.


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Ralf Kund

13 Nov. 2020