Hochspannung bei BMW

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BMW-Produktionsvorstand Milan Nedeljković verbindet den Produktionsanlauf des i4 mit einer Kampfansage an Tesla. Die Kalifornier sind den Münchnern in der Mittelklasse enteilt.

Als die BMW-Frühschicht in München ins Wochenende geht, weiß die Belegschaft, dass ab jetzt eine neue Ära im Stammwerk beginnt. „Born Electric“ steht auf neuen Schlüsselband, das es zur Feier des Tages als Geschenk gibt. Das macht klar: Hier, wo die erfolgreiche Premiummarke ihre Wurzeln hat, steht man ab sofort total auf und unter Strom. Der i4 ist nach dem E-SUV iX nur ein weiteres Symbol für den Neustart.

 

Doch dieses Mal misst man sich direkt mit dem Tesla Model 3. Der BMW i4 zielt genau auf die Nische, „die auch Tesla bedient“, sagt Milan Nedeljković. Kein leichtes Unterfangen. Denn das Model 3 (inklusive Model Y) verkauft sich wie „geschnitten Brot“. Per Ende September konnte Tesla mehr als 600.000 Exemplare davon an den Mann bzw. an die Frau bringen. Zum Vergleich: Vom 3er und 4er lieferte BMW zeitgleich 390.184 Autos aus. Damit ein Verkaufserfolg auch in Zeiten des Chipmangels möglich ist, priorisiert BMW den i4 auch bei der Zuteilung. Ansonsten sei die Rohstofflage beim Münchner Autohersteller entspannt, versichert der Produktionsverantwortliche.

 

Doch das ist nicht die einzige Botschaft, die Nedeljković im Gepäck hatte. Der Motorenbau von Verbrennern in München ist bald Geschichte. In drei Jahren soll Schluss sein. Doch das bedeutet nicht das Aus. Nur werden die künftig im österreichischen Werk Steyr und im britischen Werk Hams Hall produziert. Das ist ein erster sichtbarer Schritt, dass man doch mehr elektrifiziert als anfangs angenommen. Doch die Endfertigung auch der Verbrennerversionen bleibt zunächst in München.

BMW Group Werk München - Prüfstand BMW i4. (Foto: BMW)


Doch auch das wird sukzessive weniger. Schon 2023 soll die Hälfte der in München gefertigten Einheiten elektrifiziert sein. Auf lange Sicht wird die Produktion von Verbrennern in den Märkten wie in den USA stattfinden, in denen die traditionellen Antriebe noch lange auf den Straßen fahren werden.


Der fließende Übergang geht deshalb, weil BMW seine Stärke bei der Fertigungsflexibilisierung ausspielt. So läuft der vollelektrische i4 und auch die Hybrid-Modelle auf einer Montagelinie mit den Verbrennern. Um das zu schaffen, investierte BMW 200 Millionen Euro in den Umbau bei laufendem Betrieb. Weitere 400 Millionen Euro werden noch in den gesamten Umbau der Produktion gesteckt. „Die Transformationen wird in drei bis vier Jahren abgeschlossen sein“, schätzt Nedeljković.


Die nächste Etappe ist die Produktion auf einer neuen Plattform mit neuen Batterien und neuer Software. Hier wird 2025 der Startknopf im BMW-Werk in Ungarn gedrückt. Alle anderen Werke folgen.


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