Hyundai Nexo: Wasserstoff ist erwachsen

Arne Roller

05 Feb. 2021

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Wasserstoff hat eine bewegte Geschichte. Die einen sind der Meinung, dass er der Kraftstoff der Zukunft ist, die anderen glauben, er werde sich in Pkw nie durchsetzen. Der Hyundai Nexo macht klar: Wasserstoff ist alltagsfest.

(Fotos: YesAuto)




1877 entdeckte der englische Chemiker und Physiker Herny Cavendish erstmals den Wasserstoff, jenes Element, das so häufig wie kein anderes in unserem Sonnensystem vorkommt. Selbst unsere Sonne besteht zu 70% aus dem Element mit der Kennzeichnung H2. Auf Mutter Erde sieht es allerdings anders aus: hier gibt es den gasförmigen Energieträger nur in gebundener Form, beispielsweise in Wasser oder Methan, aus denen man ihn „herauslösen“ muss. 


Das erste Wasserstoff-„Auto“, einen kleinen Motorwagen, baute schon 1807 der Franzose Issac de Rivaz. Es verhält sich ähnlich wie mit den ersten Elektroautos: es gab sie sehr früh, aber ihre weitere Entwicklung verwarf man wie auch die der Wasserstofffahrzeuge zugunsten derer mit Benzin- oder Dieselmotor


Heute, nach Dieselskandal und mit fortschreitender Erderwärmung sind Strom und Wasserstoff als Energielieferant fürs Auto wieder angesagt. Das reine E-Auto hat dabei aktuell klar die Nase vorn und erfährt einen regelrechten Boom. Der Wasserstoff als Antrieb im Verbrennungsmotor ist aktuell nicht wirklich ein Thema (mit Ausnahme von Mazda), die Brennstoffzelle hingegen hielt sich jahrelang trotz viel Kritik in der Relevanz: Zu teuer sei die Technik, hieß es, zu niedrig der Wirkungsgrad, und der Wasserstoff zu alledem weder sehr günstig noch in hohem Maße umweltfreundlich. Letzteres ist aber wie beim Strom fürs E-Auto eine Frage der Herkunft. Nutzt man Elektrizität aus erneuerbaren Quellen (Solar-, Wind- oder Wasserkraft), um Wasserstoff per Elektrolyse aus Wasser herzustellen, erhält man den sogenannten „grünen“, umweltfreundlichen Wasserstoff. Zurzeit gewinnt man ihn jedoch noch mehrheitlich durch Umwandlung von Methan und aus anderen fossilen Quellen. Dabei entsteht CO2. Man spricht dann von „grauem“ Wasserstoff. Dass die Brennstoffzellentechnik aktuell noch teuer ist, ist richtig. Aber daran könnte sich schon bald etwas ändern … doch dazu später mehr … 



Hyundai Nexo: Die Technik


Der Hyundai Nexo tankt gasförmigen Wasserstoff, den er in drei Tanks lagert. Die „Brennstoffzelle“ in der Front des Fahrzeugs ist ein kleines Kraftwerk, das durch die elektrochemische Reaktion zwischen Wasserstoff und Sauerstoff elektrische Energie generiert, die den Elektromotor antreibt. Das „Abfallprodukt“ bei diesem Prozess? Wasser. Es entweicht je nach Temperatur als Dampf oder als tröpfelndes Rinnsal aus zwei Plastikrohren, die man kaum mehr als „Auspuff“ bezeichnen kann.


Vorne im Motorraum: Die Brennstoffzelle mit dem darunter gelegenen, 163 PS leistenden Elektromotor.



Die Brennstoffzellentechnik hat einige Vorteile gegenüber dem reinen E-Auto


·       Wasserstoff kann fast genauso schnell nachgetankt werden wie gewöhnlicher Sprit. Binnen 3-5 Minuten sind die Tanks wieder voll und es kann weitergehen. 500 bis über 700 Kilometer Reichweite stehen dann je nach Fahrweise wieder zur Verfügung

·       Hat ein FCEV überhaupt einen Puffer-Akku wie der Nexo mit seiner kleinen 1,56 kWh-Batterie, dann fällt der Bedarf an teuren Rohstoffen und seltenen Erden wie Lithium und Kobalt nur sehr gering aus

·       Die Reichweite ist im Gegensatz zum E-Auto im Winter die Gleiche wie im Sommer

·       Beschleunigung und Autobahnfahrten reduzieren die Reichweite weniger stark als beim E-Auto



Hyundai Nexo: „Wasserstoff hier, Brennstoffzelle da – wie ist das Auto?“


Steht der Nexo vor einem, so erblickt man ein gefälliges SUV-Design mit Coupé-Anwandlungen wie der stark abfallenden Dachlinie. Auffallend sind vor allem die vorne durchgängige LED-Lichtleiste und die versenkbaren Türgriffe. Mit seinen 4,67 Metern Länge ist der Nexo ein Tweener zwischen C- und D-Segment – etwas kürzer als ein BMW X5 oder Audi Q5, aber länger als beispielsweise ein X3.


Im Innenraum des Hyundai Nexo begrüßen mich angenehme, helle Farben. Zwei große Bildschirme an der Front sagen: „Hier gibt’s moderne Technik!“ Die große Mittelkonsole mit den vielen Knöpfen fügt hinzu „Und zwar reichlich!“ Manche Mitfahrer sagten, das sei ja „wie in einem Flugzeug“. Sicher ist: Hyundai verfällt nicht dem fragwürdigen Trend zu minimalistischem „Weniger ist mehr“ bei der Bedienung. Wie ein Pilot hat man hier alles schnell de- und aktiviert, ohne auf einem Touchscreen rumtippen zu müssen. Bei aller Liebe zum Fortschritt, es bleibt die intuitivste Methode. Und zu drücken gibt es hier so einiges: Die "Shift-by-Wire"-Tasten für die Gänge, die Steuerung der Around-View-Kameras, den automatischen Einparkassistenten, Sitzheizung und -belüftung sowie Lenkradheizung, um nur einige zu nennen.


Fahrersitz: Zwei große Bildschirme und eine eindrucksvolle "Schaltzentrale" in der Mittelkonsole.



Im Innenraum nutzt Hyundai viele umweltfreundliche und teils recycelte Materialien. Die Teppiche etwa enthalten Zuckerrohrfasern, in den Türverkleidungen steckt Mais und in den Farben und Lacken Raps und Soja. Das meiste Plastik ist unterschäumt oder hat Maserungen, die an Holz erinnern. Hartplastik findet sich nur im unteren Bereich des Cockpits, wo das Auge selten hin wandert.


Helle Farben und umweltfreundliche Materialien: Der Innenraum des Hyundai Nexo versprüht Modernität.


Das Platzangebot im Nexo ist sowohl vorne als auch hinten sehr üppig, das bequeme Gestühl ist serienmäßig aus Kunstleder und sowohl Fahrer als auch Beifahrer verstellen ihre Sitze inklusive Lordosenstütze komplett elektrisch. Letztere lässt sich ein- und ausfahren, jedoch nicht in der Höhe verstellen.


In den Kofferraum des Nexo passen im Normalzustand lediglich 461 Liter, da die drei Wasserstofftanks ihren Tribut zollen. Bei umgeklappter Rückbank passen jedoch immerhin 1.466 Liter ins Ladeabteil.



Hyundai Nexo: Das Fahrverhalten


Begibt man sich im Winter zu seinem Nexo, ist’s im Inneren auch bei Minustemperaturen in einer gefühlten Minute warm und das Eis auf der Scheibe geschmolzen. Wieso geht das so schnell? Die Brennstoffzelle emittiert sofort Wärme, sobald sie läuft. Und diese kann umgehend den Innenraum heizen. Dabei schmilzt im Gegensatz zum E-Auto auch nicht die Reichweite. Denn die genutzte Wärme fällt bei der Arbeit der Brennstoffzelle so oder so an.


Startet man den Motor, hört man erstmal nichts. In der Stadt ist es sehr ruhig im Innenraum, vor allem wenn man das künstliche Motorengeräusch ausstellt. Den virtuellen Motorsound im Nexo, genannt „VESS“, kann man per Knopf deaktivieren. Das macht nur bei niedrigen Geschwindigkeiten von unter 40 km/h wirklich einen Unterschied. Ohne VESS rollt man geräuschlos davon.

Über drei Fahrmodi verfügt der Nexo: Normal, Eco und Eco+. Im Normalmodus steht die Rekuperation auf Level 1, im Eco-Modus auf Stufe 2. Dann verzögert der Nexo schon merklich, wenn man das Gas wegnimmt. Mit den Pedals am Lenkrad kann man nicht etwa schalten, sondern manuell die Rekuperation einstellen. Stellt man beispielsweise vor Ortseinfahrten oder Autobahnabfahrten auf Stufe 3, kann man sich das Bremsen meist sparen. Man kennt es vom manuellen Getriebe und dem Arbeiten mit der Motorbremse. Im Nexo schont man aber eben nicht nur die Bremsen und produziert weniger Feinstaub durch weniger Bremsabrieb, man speist auch neue Energie in die 1,56 kWh Hochvoltbatterie ein. Ein One-Pedal-Driving-Fahrzeug ist der Hyundai Nexo allerdings nicht. Auf auch Rekuperationsstufe 3 braucht das FCEV noch ein kleines Tippen aufs Bremspedal, um gänzlich zum Stehen zu kommen.


Auf dem Papier stehen beim Hyundai Nexo 9,2 Sekunden für den Sprint von Null auf Hundert, mit den großen 19-Zöllern sogar 9,5 Sekunden. Wirklich schnell ist das nicht. In der Stadt lässt der Nexo dennoch keine Dynamik vermissen und auch auf der Landstraße macht die Direktheit des Elektroantriebs fehlende PS wett. Von Untermotorisierung kann im urbanen Raum und auf Landstraßen trotz eines Gewichts von - je nach Ausstattung - knapp 1,8 bis fast 2 Tonnen, keine Rede sein.


Auf der Autobahn sieht es etwas anders aus. Hier kommt das Brennstoffzellenfahrzeug zwar ohne Geschwindigkeitsbegrenzer aus, wie ihn viele neue E-Autos haben und schafft Tempo 177 (179 mit den großen Schlappen). Jenseits von 150 schmust er sich aber zunehmend zäh an seine Höchstgeschwindigkeit heran. Vor allem aber die Zwischensprints sind eher gemütlich. Lässt man die Geschwindigkeit beispielsweise von 150 auf 130 herabfallen und tritt dann aufs Gas, geht es nicht besonders zügig zurück in schnellere Gefilde.


Das Fahrwerk stellt eine gute Mischung aus Komfort und einer gewissen Festigkeit dar, die das Hyundai-SUV auch bei Kurvenfahrten stabil hält. Die Lenkung finde ich aber dann doch etwas weich, einen Ticken zu leichtgängig. Dramatisch ist das aber nicht. 


Zur Hilfe eilen dem Fahrenden im Nexo fast alle denkbaren Assistenten: adaptive Geschwindigkeitsregenanlage, aktiver Spurhalteassistent, Berganfahrhilfe, Einparkassistent, Stauassistent, das und noch mehr ist serienmäßig schon drin. Was der Nexo komischerweise nicht hat, ist ein Regensensor.


Ein besonders interessantes Feature des Nexo ist sein „Smart Air Purification System“. Die Brennstoffzelle braucht saubere Luft zum Arbeiten. Der Nexo saugt also Luft an und reinigt diese mit einem Hochleistungsfilter. Dabei entzieht er der Außenluft auch Feinstaubpartikel. Die Brennstoffzelle benötigt aber nicht sämtliche angesaugte Luft, die überschüssige Menge entweicht gesäubert. Somit verbessert der Nexo während der Fahrt die Außenluft. Die Anzeige im Display sagt mir, wie viel Luft ich während der Fahrt erfrische. Binnen weniger Minuten reinigt der Nexo genug Atemluft für den täglichen Bedarf von drei Erwachsenen. Eine feine Sache. Ich bin schon gespannt auf die Zukunft, in der FCEV einen ernstzunehmenden Prozentsatz der Fahrzeuge in der Stadt ausmachen. Vielleicht gibt‘s dann bald erfreuliche Meldungen von den Feinstaub-Messstellen. 



Hyundai Nexo: Test-Verbrauch und Spritkosten


Nach der Drittelmix-Fahrt über 123 Kilometer musste ich 1,08 Kilogramm Wasserstoff nachtanken. Das entspricht einem Verbrauch von 0,88 kg/100 km. Die Kosten des für ein Kilo Wasserstoff liegen aktuell bei 9,50 Euro pro Kilo. Somit kosten 100 km mit dem Nexo 8,36 Euro. Zum Vergleich: Ein Audi Q5 35 TDI mit 163 PS, der im Realbetrieb um die 7,5 Liter verbraucht, verursacht auf 100 km Spritkosten von 9,38 Euro (Dieselpreis: 1,25 Euro pro Liter). Fährt man hingegen einen Diesel, der lediglich 6,5 Liter schluckt, ist man mit 8,13 Euro etwas günstiger unterwegs als im Nexo.


Mit 0,88 kg Verbrauch auf 100 Kilometer kommt der Nexo mit seiner Tankfüllung von 6,33 kg ganze 720 Kilometer weit. Reichweitenangst ist mit diesem Fahrzeug kein Thema. Und das Tanken einfach wie eh und je. Im Gegensatz zum E-Auto-Fahrer muss sich der FCEV-Fahrer um einige Dinge nie sorgen: abendliches Einstöpseln, zugeparkte Ladesäulen oder die Litanei verschiedener Karten für mehrere Stromanbieter.


Von einem Rundum-Sorglos-Gefühl wie beim konventionellen Verbrenner zu sprechen, wäre aber aufgrund der Tankstellensituation (noch) etwas zu hoch gegriffen. 90 Wasserstoff-Tankstellen gibt es in Deutschland. In Ballungsgebieten ist man fein raus, auf längeren Reisen innerhalb Deutschlands sind Umwege fürs Tanken aber nur schwer zu vermeiden. In den Nachbarländern ist es noch wesentlich schwieriger. Hier sind Wasserstofftankstellen zurzeit hoffnungslos unterrepräsentiert: Wer nach Italien fährt, begibt sich in eine Wüste: Nur eine Wasserstoff-Oase gibt es im ganzen Land. In Frankreich existieren außerhalb von Paris zwei Tankstellen. Und gen Osten sieht es auch nicht besser aus: Tschechien beispielsweise hat insgesamt drei Tankstellen. Deutschland ist tatsächlich Vorreiter.



Das Tankstellennetz in Deutschland: In Ballungsräumen gut, im flachen Land herrscht Ebbe


Der Betreiber der 90 Tankstellen heißt H2 Mobility. 2015 schlossen sich die Unternehmen Air LiquideDaimlerLinde, OMV, Shell und TOTAL in diesem Joint Venture zusammen und treiben seitdem den Ausbau des Tankstelllennetzes voran. Bis zum Jahr 2023 ist in Deutschland ein Netz von 400 Tankstellen geplant. Eine Karte auf der Webseite von H2 Mobility zeigt die bereits realisierten und noch geplanten Standorte an. Mit seinen 90 Tankstellen ist das Unternehmen aktuell Weltmarktführer. In Japan gibt es zwar schon knapp über 100 Tankstellen, die werden aber von verschiedenen Anbietern betrieben.


Weltmarktführer H2 Mobility baut das Tankstellennetz in Deutschland kontinuierlich aus. (Foto: H2 Mobility)



Der Wasserstoff, den man bei H2 Mobility tankt, besteht aktuell zu 42% aus grauem Wasserstoff, der aus Erdgas gewonnen wird. Rund 30% sind das Nebenprodukt der chemischen Industrie, das sonst ungenutzt bleiben würde. Der Anteil an grünem Wasserstoff liegt demnach bei 28% (Stand: Februar 2021). Aber Letzterer wird nun sukzessive angehoben. Wasserstoff hat Zukunft. Immerhin hat die Bundesregierung im letzten Jahr ihren Wasserstoff-Plan, Deutschlands „Nationale Wasserstoffstrategie“, vorgestellt. Demnach soll Deutschland weltweiter Vorreiter für die Herstellung von Wasserstoff aus Ökostrom werden. Der Zielwert liegt bei einem Anteil von 25 Prozent an der Energiegewinnung bis zum Jahr 2030. 



Die Brennstoffzelle – aktuell noch teuer in der Herstellung


Die Brennstoffzelle, die im Fahrzeug den Wasserstoff in die genutzte elektrische Energie, Wärme und Wasser umwandelt, ist in der Herstellung aktuell sehr teuer. Denn noch gibt es keine ausgereifte Serienfertigung. Das deutsche Unternehmen Bosch beispielweise arbeitet hier an einer Lösung: „Wir sehen in der Serienfertigung die Chance, mit höheren Stückzahlen die Kosten erheblich zu reduzieren“, sagt Achim Moritz, Product Manager Fuel Cell Mobility Solutions bei Bosch. Noch schlagen hohe Produktionskosten und geringe Stückzahlen ordentlich auf den Preis. Das ändert sich aber. In Ländern wie Südkorea oder Japan wird noch wesentlich mehr in Wasserstoff investiert, die Verkäufe steigen dort rasant an. Kommt dann noch die automatisierte zur Serienreife gelangt, dann fallen auch die Preise der Wasserstofffahrzeuge.  


Bei Bosch forscht man aktuell an einer Serienfertigung für Brennstoffzellen. (Foto: Bosch)



Hyundai Nexo: Der Preis


Der Preis des Hyundai Nexo ist in Deutschland aktuell mit 79.000 Euro beziffert. Aufpreispflichtig ist neben manchen Farben einzig und allein ein Zusatz-Ausstattungspaket für 3.500 Euro, das unter anderem die 245er-Bereifung und 19-Zoll-Felgen, das KRELL-Soundsystem, der Totwinkelanzeige per Kamera in den digitalen Instrumenten und die belüfteten Sitze beinhaltet.


Aktuell ist der Nexo in Deutschland aber gar nicht mehr als Neuwagen konfigurierbar. Auf der Webseite von Hyundai Deutschland ist er zwar noch gelistet, aber aus dem Konfigurator wurde er entfernt. Man bekommt aktuell keine Fahrzeuge aus Hyundais Heimatland Südkorea, da die große Nachfrage dort kaum schnell genug befriedigt werden kann. In Südkorea werden Brennstoffzellenfahrzeuge extrem gefördert. Auf YesAuto.de, so viel verrate ich, gibt es allerdings einige Nexo im Angebot.


Fazit Hyundai Nexo: Fantastisches Auto und wachsende Infrastruktur


Lässt man den Wasserstoff-Infrastruktur-Kontext außen vor, dann ist der Hyundai Nexo ein sehr gutes und äußerst faszinierendes Auto. Ein ruhiger Gleiter, der so abgespacet ist, dass man sich fühlt, als sei man in einem Raumschiff unterwegs. Wer ihn fährt, hat das Gefühl, die Zukunft zu bewegen. Dass er während der Fahrt die Luft um ihn herum reinigt, spielt dabei auch eine Rolle. 


Der Hyundai Nexo bietet ausgereifte Technik und Alltagstauglichkeit. Doch günstig ist er nicht. Mit seinem Nettolistenpreis von 57.983 Euro ist er zwar förderfähig, doch die 7.500 Euro Umweltbonus machen hier den Braten auch nicht fett. Für Flottenkunden, die gleich drei Fahrzeuge kaufen, ist der Bonus wesentlich höher. Bis zu 21.000 Euro Abzug gibt es dann pro Fahrzeug. Hier ist der Nexo schon jetzt eine denkbare Alternative. Um auch für Privatleute interessant zu werden, muss der Preis weiter runter.


Immerhin hat der Staat die Zeichen der Zeit erkannt und investiert in den Wasserstoffmarkt. Mit dem Ausbau des Tankstellennetztes, vielversprechender Forschung zur Kostensenkung und den hohen Investitionen in die Infrastruktur scheint klar: Der Wasserstoff ist gekommen, um zu bleiben. Der Energieträger wird eine wichtige Säule der Mobilitätswende. Und Hyundai ist vorne mit dabei.                                                                                         



Hyundai Nexo: Technische Daten


Fünftürer, fünfsitziges SUV mit Frontantrieb

Länge/Breite/Höhe: 4.670 mm/1.860 mm/1.630 mm

Radstand: 2.790 mm

Leergewicht: 1.814-1.948 Kilogramm

Motor: Permanentmagnet-Synchronelektromotor (Wechselstrom)

Leistung: 95 kW / 163 PS

Maximales Drehmoment: 395 Newtonmeter

0-100 km/h: 9,2 s / 9,5 s

Vmax: 177 km/h / 179 km/h

cW-Wert: 0,32

Tankvolumen: 6,33 kg

Reichweite (WLTP): 666 km

Verbrauch (WLTP):0,95 kg

Kofferraumvolumen: 461 / 1.466 Liter

Preis: ab 79.000 Euro


Zusatzinformationen

Testverbrauch: 0,88 kg

Steuer pro Jahr: befreit

Versicherungsklassen KH/VK/TK: 18/28/25

Wartung: 30.000 km oder alle zwei Jahre

Garantie: 5 Jahre Garantie ohne km-begrenzung

Arne Roller

05 Feb. 2021