Hyundai: Verbrenner zu Weihnachten in Ruhestand geschickt

Mathias Keiber

31 Dez. 2021

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Eine Entwicklungsabteilung für Verbrennungsmotoren gibt es bei Hyundai seit letzter Woche nicht mehr. Die Zukunft gehört dem batterieelektrischen Antrieb. Und der Brennstoffzelle.

Zum Start im deutschen Automarkt vor 30 Jahren von den heimischen Platzhirschen noch belächelt, ist Hyundai heutzutage nicht nur ein ernstzunehmender Wettbewerber geworden. In mancherlei Hinsicht zeigen die Koreaner ihren Konkurrenten, wo der Hammer hängt. Laden mit 800-Volt-Technik? Das können der Porsche Taycan und der Audi E-Tron GT. Im Volumensegment kann das nur der in Seoul beheimatete Konzern. Dafür gleich mit mehreren Marken, neben Hyundai gehört Kia dazu, und Modellen. Eines davon, der Ioniq 5 (Titelfoto), ist von einer deutschen Fachjury kürzlich zum „German Car of the Year“ gewählt worden. Auch im Laufe des heute endenden Jahres luchste Hyundai in mehreren Monaten Skoda den Status der absatzstärksten Importautomarke Deutschlands ab. Bedingt durch den Halbleitermangel zwar. Aber dass die Versorgung mit Chips bei Hyundai zeitweilig besser lief als bei der tschechischen VW-Tochter, das kann man den Koreanern nun auch nicht vorwerfen. Gut laufen soll es für Hyundai auch künftig — und mit welcher Art von Autos das passieren soll, ist nun auch schlussendlich klar. 


Wie die Zeitung „The Korea Economic Daily“ berichtet, sei die Entwicklung von Verbrennungsmotoren bei Hyundai bereits Geschichte. Am 23. Dezember habe man Motorenentwicklung im Forschungs- und Entwicklungszentrum in Namyang dicht gemacht. 12.000 Entwickler sind in der oft als „Gehirn des Konzerns“ genannten Einrichtung beschäftigt – nun mit vollem Fokus auf die Elektrifizierung. Nur eine kleine Gruppe von Ingenieuren soll sich noch um die Modifizierung bestehender Verbrenner kümmern, die Namen aller anderen Teams beginnen nun mit einem „E“ wie „Elektrifizierung“. Darüber hinaus wird sich das Forschungs- und Entwicklungszentrum künftig auch auf Rohstoffe für Batterien und Halbleiter konzentrieren.


Die Motorenentwicklung wurde 1983 gegründet, um dem Wunsch des Firmengründers und damaligen Chefs Chung Ju-yung nachzukommen, dass Hyundai einen eigenen Motor baut. 1991 stellte das Unternehmen dann das „Alpha“-Aggregat vor, seinen ersten eigens entwickelten Motor. Später kamen die „Beta“-, „Theta“- und „Nu“-Motoren hinzu, mit denen sich der Konzern unter den fünf größten Autoherstellern der Welt etablierte.  

Vision 2040. (Alle Fotos: Hyundai)


Hyundai und Kia wollen im Jahr 2026 zusammen weltweit 1,7 Millionen Elektroautos verkaufen, ein Jahr vorher soll die Million geknackt werden. Dazu setzt der Konzern trotz zuletzt anderslautender Gerüchte weiterhin auf die Wasserstoff-Brennstoffzelle. Sämtliche Nutzfahrzeuge in der Produktpallette sollen ab 2028 mit dieser Technologie angetrieben werden. Im Rahmen der „Wasserstoff-Vision 2040“ will Hyundai Wasserstoff in allen Bereichen des Lebens und der Industrie einzusetzen. „Wir wollen praktische Lösungen für die nachhaltige Entwicklung der Menschheit in allen Lebensbereichen anbieten und dazu beitragen, dass bis 2040 eine weltweite Wasserstoffgesellschaft entsteht“, sagte Konzernchef Chung Eui-sun.


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Mathias Keiber

31 Dez. 2021