IAA: Präsentationen kontra Proteste

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Die IAA Mobility in München bietet zwar ein neuartiges Konzept einer Automesse. Ob das jedoch ankommt, steht in den Sternen. Denn noch läuft der Ticketverkauf schleppend. Dabei kann jeder dort die Visionen des künftigen Verkehrs erfahren und bestaunen. Viele Zögernde könnten auch von den Autogegnern und ihren Aktionen abgeschreckt werden.

Der Münchner Messechef Klaus Dittrich musste schon im Vorfeld die hohen Erwartungen der Ticketerlöse zurückfahren. „Dass die IAA eine halbe Milliarde Umsatz auslöst, in diese Größenordnung werden wir wohl nicht kommen“, sagte Dittrich gegenüber der „dpa“. Noch ist die Ticketnachfrage verhalten. Doch man hofft auf die Neugierde, die die zur Schau gestellte Öffentlichkeit der Autoneuheiten und Mobilitätsideen in der Münchner Innenstadt auslöst.

 

An politischer Unterstützung mangelt es nicht. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird die IAA eröffnen und sich anschließend über die Neuheiten auf der Internationalen Automobil Ausstellung informieren. Dabei wird die scheidende Spitzenpolitikerin vielleicht auch vom schon routinemäßigen Protest von Umweltaktivisten und sonstigen Motivierten begleitet werden.

 

Unter dem Motto #aussteigen und #noIAA und Extinction Rebellion versucht der Bund für Umwelt- und Naturschutz, Greenpeace, der Fahrradclub ADFC und andere Verbände, Demonstranten für weniger Autoverkehr zu motivieren. Laut Nachrichtenagentur dpa will auch das antikapitalistische Bündnis „No Future forIAA“ seine Botschaften loswerden. „Smash IAA will die Autokonzerne gleich auflösen. All den Andersgläubigen der automobilen Fortbewegung scheint das Konzept „Mobilität für alle und für die Zukunft“ der neuen IAA immer noch nicht zu genügen.

 

Für die, die es interessiert: Eintausend Aussteller werden in der City und auf dem Riemer Messegelände ihre Ideen und Innovationen zeigen. Doch einige bisherige Daueraussteller sehen die neue IAA wohl ebenso skeptisch wie die Besucher und die Protestierenden. So reist der weltgrößte Autohersteller Toyota nicht an, Fiat, Peugeot, Citroën und Opel fehlen. Genauso der US-Hersteller GM. Dafür kommen 50 Fahrradhersteller nach München. Unter den Ausstellern finden sich auch Rolleranbieter etc. Die Fortbleiber scheinen abzuwarten, ob das Mitmachkonzept Anklang findet. Vielleicht sparen sie sich auch in diesen harten Zeiten lieber das Geld. Fest steht, wenn es ein Erfolg wird, werden sich in zwei Jahren die Ausstelleranzahl genauso wie neue Protestbewegungen wachsen.

 

Vielleicht entschließen die sich aber auch statt Blockade zum Dialog. „Mobilität wird häufig als ein ,Entweder-Oder' dargestellt – Fahrspaß oder Nachhaltigkeit, Stadt oder Land, individuell oder öffentlich. Aber Mobilität ist stets ein vielfältiges UND“, sagt die Chefin des Interessenverbands VDA Hildegard Müller. „Auch Mobilität und Klimaschutz sind keine Gegensätze, es gibt kein ,Entweder-Oder', nur ein UND.“ Darum rufen die Vertreter der Autobranche die Protestierer auf mit ihnen auf den öffentlichen Plätzen zu debattieren. Das dürfte dann ein weiteres Highlight für die Gäste der neuen IAA werden. 


(Bilder: VDA)

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