Ineos bringt den Grenadier auch mit Wasserstoff

Arne Roller

19 Okt. 2021

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Die Partnerschaft der Briten mit Hyundai nimmt konkrete Formen an. Der Geländewagen Grenadier, der vom alten Land Rover Defender inspiriert ist, soll auch mit dem Wasserstoff-Antrieb aus dem Hyundai Nexo kommen.


Der Ineos Grenadier ist kein gewöhnliches Auto. Ganz im Gegenteil. Da beschließt der charismatische (und britische!) Chef eines Chemiekonzerns einfach, einen richtigen Geländewagen zu bauen, weil er den Defender so vermisst. Das hat Jim Ratcliffe zwar so nicht gesagt, aber schaut euch den hübschen „Klotz“ an, dann gibt es kein Abstreiten, von welchem Auto der Grenadier seine Formen nimmt. 


Während der neue Land Rover Defender eher auf Lifestyle macht und die „dreckige“ Offroad-Vergangenheit zumindest teilweise hinter sich lässt, prescht der Grenadier genau in diese Lücke. 


Von außen sieht er aus wie ein traditioneller Geländewagen, im Inneren jedoch soll er modernen Standards genügen und auch in Sachen Komfort und Sicherheit auf dem neuesten Stand sein. 



Ineos Grenadier: Der tut nicht nur so, der kann was


Der Grenadier basiert auf einer von Grund auf neu entwickelten Plattform mit Leiterrahmen und Starrachsen. Permanenten Allradantrieb hat er natürlich auch. Alle Offroad-Fans wird’s freuen, schließlich ist diese formvollendete, kompromisslose Kombination heutzutage extrem selten. 


SUV? Von wegen! Mit Leiterrahmen und Starrachsen ist der Grenadier nicht weniger als ein waschechter Geländewagen.



Ineos Grenadier: Verbrenner-Modelle kommen mit Motoren von BMW


Die Benzin- und Dieselvarianten mit BMW-Motoren sollen ab Juli 2022 in Großbritannien und dann später auch bei uns auf den Markt kommen. Doch jetzt kündigt Ineos den nächsten Schritt an: den Wasserstoff-Grenadier. Dafür hat man einen starken Partner, der ebenfalls auf die Technologie setzt. Hyundai. Die Ende 2020 ins Leben gerufene Zusammenarbeit hat für beide Seiten Vorteile: Ineos erhält Zugang zu einem der ausgereiftesten Wasserstoff-Antriebsstränge auf dem Markt, während Hyundai auf die Erfahrung des britischen Chemieunternehmens in der Produktion von Wasserstoff zurückgreifen kann. Läuft bei denen. 


Den Prototyp des FCEV-Grenadiers entwickelt Ineos in Zusammenarbeit mit dem britischen Ingenieurbüro AVL. Die On- und Offroad-Tests sollen Ende 2022 beginnen. Für den Marktstart nannte Ineos noch kein Datum. 


Auch ist noch nicht genau bestätigt, welchen Antriebsstrang im Wasserstoff-Grenadier zum Einsatz kommt. Hyundai verkauft den Nexo derzeit mit einer 159-PS-Elektromotor. Jedoch geht 2023 ein stark aktualisierter Antriebsstrang an den Start: kompakter, effizienter und haltbarer. Die Weiterentwicklung des Nexo-Antriebs könnte dann auch ein Kandidat für den Grenadier sein. 



Ineos: Beim Chemiekonzern fallen jährlich rund 300.000 Tonnen Wasserstoff als Nebenprodukt an


Bemerkenswert ist, dass Ineos, eines der größten Chemieunternehmen der Welt, jährlich rund 300.000 Tonnen Wasserstoff als Nebenprodukt anderer chemischer Produktionen herstellt. Die Tochtergesellschaft Inovyn ist auf Elektrolyse spezialisiert, um Wasserstoff zum Beispiel für die Stromproduktion zu nutzen.


Ineos engagiert sich stark für Wasserstoff als alternative Kraftstoffquelle. Firmenchef Jim Ratcliffe sagte hierzu: „Elektroautos sind ideal für Innenstädte und Kurzstrecken. Aber Wasserstoff ist für längere Fahrten und schwerere Lasten viel besser.“ Von der britischen Regierung fordert er daher sofortige Investitionen in Wasserstofftankstellen. Man hinke weit hinter Europa hinterher. 

Stimmt, nach Südkorea haben wir in Deutschland die meisten Tankstellen weltweit. Mr. Ratcliffe, wäre es da nicht gut, Ihren ehrlich gesagt ziemlich coolen Offroader zuerst bei uns zu bringen? Nur so eine Idee. Uns würde es freuen. 


(Fotos: Ineos)

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Arne Roller

19 Okt. 2021