Innovationsprämie wird verlängert

Mathias Keiber

18 Nov. 2020

Während des Online-Autogipfels unter Vorsitz der Kanzlerin fielen in der Nacht auf Mittwoch viele Beschlüsse. Zum einen um die Elektromobilität zu forcieren.

(Abbildung: Volkswagen)


Während des Online-Autogipfels unter Vorsitz der Kanzlerin fielen in der Nacht auf Mittwoch viele Beschlüsse. Zum einen um die Elektromobilität zu forcieren.


Der Staat öffnet erneut das „Steuersäckel“, um den Wandel hin zur Elektromobilität in Deutschland zu beschleunigen. Nach dem Spitzengespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Branchenvertretern und Gewerkschaften wurde verkündet, dass weitere drei Milliarden Euro die Transformation hin zu klimafreundlichen Produkten lockergemacht werden.


Einer der wichtigsten Beschlüsse ist die Verlängerung der Kaufprämie. Autokäufer können nun bis Ende 2025 einen Zuschuss von bis zu 9.000 Euro beim Kauf ihres E-Autos bekommen. Bislang galt der Bonus nur bis Ende nächsten Jahres. Die Autoindustrie, die zuvor ein Drittel zur Prämie dazu zahlte, wird entlastet. Der Staat übernimmt den Beitrag vollständig.


Einschränkungen gibt es bei Plug-in-Hybriden, die künftig nur noch bezuschusst werden, wenn diese ab 2022 eine Mindestreichweite von 60 Kilometern, ab 2025 von mindestens 80 Kilometern haben.


Zudem sollen mehr Schnelllade-Punkte installiert werden. Bis Ende 2022 soll an einer von vier Tankstellen, bis Ende 2024 an jeder zweiten und bis Ende 2026 an drei von vier Tankstellen ein Ladepunkt vorhanden sein.


Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, bezeichnete die neuen staatlichen Mittel als „wichtigen Beitrag“: „Wir bringen jede Woche12.000 neue E-Autos auf die Straßen in Deutschland“, sagte Müller. Diese bräuchten auch die entsprechende Infrastruktur.


Auch der weltgrößte Autobauer Volkswagen ist zufrieden und spricht von einem „starken Signal“. Vor allem der Ladenetzausbau sei ein „wichtiger Schritt“, sagte eine Unternehmenssprecherin.


Das Lkw-Segment wird mit einer Abwrackprämie unterstützt. Damit will der Staat „alte“ Nutzfahrzeuge stilllegen und den Verkauf neuerer Modelle ankurbeln. Eine Milliarde soll der Steuerzahler dafür aufbringen: 500Millionen Euro für Unternehmen, die Laster der Abgasnormen Euro 3,4 und 5 gegen Lkw der neuen Norm Euro 6 eintauschen, die andere Hälfte fließt in die öffentliche Beschaffung ein.


Ebenso wird ein „Zukunftsfonds Automobilindustrie“ eingerichtet, den der Bund mit einer Milliarde Euro ausstatten will. Damit sollen Strategien für die Transformation, aber auch automobile Cluster-Regionen gestützt werden. „Die Länder sind aufgerufen, sich zu beteiligen“, heißt es im Papier.


Ob das in der Autobranche einen Turbo zündet, bleibt abzuwarten. Die aktuellen europäischen Zulassungszahlen bescheinigen allerdings im vergangenen Monat einen Rückgang der Neuzulassungen von 7,8 Prozent auf 953.600 Einheiten – ohne Zweifel jedoch Corona-bedingt.



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Mathias Keiber

18 Nov. 2020