Jaguar E-Pace (2021): Großer Sprung für die Kompakt-Katze

Arne Roller

10 Juni. 2021

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Mit der Modellpflege für den E-Pace kommt der erste Dreizylinder in einem Jaguar zum Einsatz. Wir sind den neuen Plug-in-Hybriden Probe gefahren.



Mit seinen SUV hat sich Jaguar zuletzt erfolgreich neu erfunden. Die drei Sports Utility Vehicle im Portfolio, F-, I-, und E-Pace waren 2020 die meistverkauften Modelle der Briten. Tradition hin oder her: wer relevant bleiben will, muss anbieten, was die Menschen wollen. Und Jaguar schafft es in der "SUV-Ära", ganz besonders elegante Vertreter dieser Gattung auf den Markt zu bringen. Der E-Pace stellt dabei den Einstieg in die SUV-Welt von Jaguar dar. Als Vertreter des Kompakt-Segments zählen Mercedes-Benz GLA, Audi Q3 und Volvo XC40 zu seinen Konkurrenten.



Jaguar E-Pace Facelift: Was ist neu?


Ob Front, Heck oder Flanke, überall findet man Neuerungen: Vorne sind es aerodynamisch optimierte Stoßfänger und größere Lufteinlässe, die das Facelift-Modell nochmal sportlicher wirken lassen. Der Grill ist ebenfalls gewachsen und die LED-Scheinwerfer warten mit einer neuen Lichtsignatur auf. Seitlich prangt nun neben den kiemenartigen Lufteinlässen stilsicher der Jaguar „Leaper“ – die springende Raubkatze. Am Heck erhält der jetzt etwas tiefer gezogene Stoßfänger einen neuen und farblich abgesetzten schwarzen Gittereinsatz. Die Vierzylinder-Benziner-Versionen zeigen eine zweiflutige Abgasanlage mit Chrome-Endstücken. Die anderen E-Pace-Varianten haben dort lediglich angedeutete Auspuffblenden.



Beim P300e sind keine Auspuffrohre zu sehen.



Jaguar E-Pace: Die Motoren


Im Portfolio der Antriebe schreitet die Elektrifizierung mit großen Sprüngen voran: Lediglich der handgeschaltete Einstiegsdiesel (Vierzylinder, 163 PS) in der FWD-Version kommt noch ohne Mildhybridisierung aus. Die elektronische Unterstützung ist hier laut Jaguar wegen der Effizienz des Motors nicht ... nun ja, kosteneffizient. Die Technik ist eben nicht umsonst. Die anderen Diesel und Benziner, allesamt ebenfalls Vierzylinder, sind Allradler mit Automatikgetriebe und haben die MHEV-Technik an Bord. Die Bandbreite an Power liegt zwischen 163 und 300 PS. Verrückte Welt: Das Topmodell ist ein 1,5-Liter-Dreizylinder. Aber er hat Hilfe: Für den Punch, der den Plug-in-Hybriden P300e zur Wildesten unter den Katzen macht, sorgt der zusätzliche E-Motor mit 109 Elektropferden. Daraus ergeben sich satte 309 PS Systemleistung.


Jaguar E-Pace: Konnektivität und Interieur


Sitzt man drin im E-Pace, hat man einen schönen Blick auf die lange Motorhaube mit dem angedeuteten Powerdome. Das lässt das Kompakt-SUV gleich nochmal größer wirken. Auch das Interieur an sich ist definitiv einen ausgiebigen Rundumblick wert: Der Innenraum kann sich jetzt wirklich sehen (und fühlen) lassen. Viel Leder, gebürstetes Alu und kein ins Auge fallendes Plastik. Ein großes Lob an die Designer. Die Sitze mit dem "Jaguar-Leaper" auf den Kopfstützen und das Dreispeichenlenkrad sehen schick aus und verdienen bei Griffigkeit und Komfort nur Lob. In der Mittelkonsole fügt sich der leicht gewölbte, 11,4-Zoll-Infotainment-Bildschirm hervorragend ins Gesamtbild ein. Neu ist auch die Art und Weise der Gangselektion: Ein massiver Schaltknauf ersetzt den runden Drehschalter. Der mit Elementen aus Leder und Aluminium versehene Wählhebel wirkt edel und wertig. Eine willkommene Änderung.



Auch im E-Pace ist der runde Drehknopf für die Gangauswahl mit dem Facelift Geschichte.


Wie schon zuvor der F-Pace und I-Pace verfügt jetzt auch der E-Pace über das Pivi-Pro-Infotainmentsystem. Es bietet Over-the-Air-Updates, eine Dual-eSIM-Funktion und soll 90% der Funktionen mit nur zwei Klicks erreichbar machen.


Zum guten Ton gehört heutzutage natürlich auch eine clevere App: Beim E-Pace kann man mit dieser beispielsweise Voreinstellung für die Kabinentemperatur, oder – beim PHEV-Modell – die Festlegung einer Uhrzeit für das Aufladen oder eine Abfrage des Batterieladezustandes aus der Ferne durchführen. Auch die Prüfung des Tankinhalts via Smartphone und das Versenden eines Zielorts an das Navigationssystem sind möglich.


Wie fährt sich der Plug-in-Hybrid?


Der Plug-in-Hybrid E-Pace 300 SPORT ist das neue Topmodell des E-Pace. Und er kann diesem Status gerecht werden: Sein Vorwärtsdrang ist nicht von schlechten Eltern: Die 309 PS Systemleistung beschleunigen das SUV in 6,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Dreizylinder hin oder her, die sofort bereitstehende Kraft des Antriebssystems überzeugt. Den zwar nicht lauten, aber hellen, leicht blechernen Sound des kleinen Turboaggregats hingegen muss man mögen. Im E-Pace hält sich der Motor soundtechnisch eher zurück, als mit röhrendem Dreizylindersound überzeugen zu wollen.

Der kurze Radstand und die direkte Lenkung sorgen trotz der gut 2,1 Tonnen Gewicht für ein wendiges und agiles Fährgefühl. Fast schon quirlig zirkelt der E-Pace um die Ecke, wobei die 2.713 Kilogramm des Plug-in-Hybriden doch ins Kurvenäußere fliehen möchten, was die Reifen einen quietschend wissen lassen. Behäbig ist das aber ganz und gar nicht - im Gegenteil. Der kompakte SUV fühlt sich leichter an, als er ist.


Drei verschiedene Fahrprogramme stehen beim E-Pace zur Auswahl: Comfort, Eco und Dynamic. Zur Verstellung dient ein links neben Schaltknauf positionierter Kippschalter. Je nach gewähltem Modus ändern sich die Lenkung, die Kennfelder der Automatik, die Drosselklappe und – falls mit an Bord – die adaptive Dämpferverstellung.


Die 63 Kilometer rein elektrische Reichweite (WLTP) reichen den meisten Menschen für den Arbeitsweg. Die Aufladung von 0 auf 80 Prozent geht an einer Ladesäule mit 32kW-Gleichstrom in 30 Minuten vonstatten. Da braucht es nur noch die entsprechende Infrastruktur auf dem Firmenparkplatz. Zu Hause kann man den E-Pace natürlich an der hundsgewöhnlichen SchuKo-Steckdose vollladen. Dauert länger, ist aber über Nacht gar kein Problem. Noch besser: die aktuelle Förderung von 900 Euro für eine Wallbox abgreifen.



Jaguar E-Pace: Und was kostet das?


Los geht es bei 38.790 Euro für den Selbstzünder D165 mit 6-Gang-Handschaltung und 163 PS. Am oberen Ende der Preispalette steht der von uns getestete P300e. Er startet bei 66.210 Euro. Die Facelift-Modelle des E-Pace sind ab sofort verfügbar.



Technische Daten Jaguar E-Pace P300e PHEV


Fünftürer, fünfsitziges SUV mit Allradantrieb (AWD)

Länge/Breite/Höhe: 4.395 mm/1.984 mm/1.648 mm

Radstand: 2.681 mm 

Verbrennungsmotor: 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner,

Elektromotor: Permanent-magnet-Synchromotor mit 80 kW (109 PS)

Systemleistung: 227 kW/309 PS, maximales System-Drehmoment: 540 Newtonmeter bei 1.600-4.500 U/min

Antrieb: Elektronisch gesteuerte Antriebskraftverteilung: Antrieb Benzinmotor vorn, elektrischer Hinterradantrieb

Getriebe: 8-Gang-Automatikgetriebe

Leergewicht: 2.173 Kilogramm

0-100 km/h: 6,5 s

Vmax: 216 km/h

Elektrische Höchstgeschwindigkeit: 135 km/h

Durchschnittsverbrauch: 2 l/100 km

CO2-Ausstoß: 45-43 g/km

Abgasnorm: Euro 6d

Tankinhalt: 57,6 Liter

Elektrische Reichweite: 68-65 km

Kofferraumvolumen: 601 bis 1.386 Liter

Preis: ab 66.210 Euro





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