JLR unterstützt Testareal für autonomes Fahren in Irland

Ralf Kund

19 Nov. 2020

1/2
Wie wird der Autoverkehr in den Städten der Zukunft aussehen? Wird es noch selbstfahrende Autos geben, die unter den Staus leiden, die sie selbst mitverursachen? Oder werden wir alle innerstädtisch in autonomen Fahrzeugen unterwegs sein, für längere Strecken in Flugtaxis steigen?

(Foto: Jaguar Land Rover)


Wie wird wohl der Autoverkehr in den Städten der Zukunft aussehen? Wird es noch selbstfahrende Autos geben, die unter den Staus leiden, die sie selbst mitverursachen? Oder werden wir alle innerstädtisch in autonomen Fahrzeugen unterwegs sein, für längere Strecken in Flugtaxis steigen? Und was soll das überhaupt bringen?

Die letzte Frage ist am einfachsten zu beantworten: Autonome Fahrzeuge in einem perfekt funktionierenden System gelten als sicherer, durch ihre Vernetzung und Sensorik sollen Unfälle verhindert werden und Staus gar nicht erst entstehen. Da sie „vor die Haustür“ bestellt werden können und als Elektroautos keinen innerstädtischen Zufahrtsbeschränkungen unterliegen, entfällt auch die berüchtigte „letzte Meile“, die für den öffentlichen Nahverkehr unvermeidbar ist und uns etwa die E-Roller beschert hat. 


Der Weg dahin ist weit, doch die Entwicklung darf kein Hersteller verpassen. In China etwa, mit seinen stetig wachsenden Mega-Cities und dem mitwachsenden Verkehrschaos, sieht man autonome Fahrzeuge längst als mögliche Lösung und forciert diese Technologie massiv. Dabei geht es auch um Geld. Sehr viel Geld. Die amerikanische Marktforschungsagentur Reports & Date schätzt den globalen Markt für vernetzte und autonome Fahrzeuge auf knapp 200 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2026, wie die Fachpublikation „Automobil-Industrie“ vermeldet. Zudem habe China angekündigt, dass bis 2025 mehr als 30 Prozent der neuzugelassenen Fahrzeuge intelligent vernetzt sein sollen. Erfahrungen mit „Robotaxis“ sammelt man derzeit etwa im zentralchinesischen Changsha in einer 130 Quadratkilometer großen Testzone innerhalb der Stadt. Und es gibt noch rund 20 weitere Städte in China, in denen ähnliche Tests laufen.


In Europa ist man etwas zögerlicher, doch will zum Beispiel die DEKRA auf dem Lausitzring einen „Spielplatz“ zum Testen von autonomen Fahrzeugen bauen, ein anderes Beispiel ist der Future Mobility Campus Ireland (FMCI) in der Freihandelszone der irischen Stadt Shannon, den jetzt Jaguar Land Rover mit elektrisch angetrieben Jaguar I-Pace als Projektträger unterstützt. Auf zwölf Kilometern öffentlicher Straße, die mit Sensoren und Ortungssystemen gespickt sind, können verschiedene Szenarien und Fahrbahnbedingungen simuliert werden, aus denen wertvolle Daten gewonnen werden. Dazu gehören etwa intelligente Kreuzungen, mit 5G-Technik vernetzte Straßen, autonomes Parken wird getestet und es gibt Lademöglichkeiten für elektrische Fahrzeuge.


Die simulierte smarte Stadt ist zudem angebunden an eine ebenfalls vernetzte, 450 Kilometer lange Route, die die Städte Galway, Limerick, Cork und Dublin verbindet. Gedacht ist auch an unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs), die in einer überwachten Einflugschneise vom Flughafen Shannon in Richtung Westen entlang des Shannon-Mündungsgebiet getestet werden sollen.


Im Rahmen des Projektes arbeitet Jaguar Land Rover auch mit Tech-Unternehmen wie Cisco, Seagate, Renovo, Red Hat oder Mergon eng zusammen, um die Entwicklung vernetzter, autonomer Elektroautos voranzutreiben.


Es wird also spannend. Vielleicht bestellen wir uns schon in zehn Jahren ein autonomes Auto direkt vor die Haustür, das schnell und pünktlich kommt, uns schnell, sicher und staufrei an unser Ziel bringt – ganz einfach über eine App, die auch gleich die Bezahlung regelt. Gewonnen wäre damit eine Menge Bequemlichkeit. Verloren allerdings die Freude am Selbstfahren und die Notwendigkeit, überhaupt ein eigenes Auto zu besitzen. Ein Thema, das die Autohersteller seit geraumer Zeit beschäftigt und neue Chancen ebenso bietet, wie es das Schrumpfen des größten Industriezweiges in Deutschland als Risiko in sich trägt.

360°

Details

Gebraucht

Videos

News

Du weißt nicht, welches Auto zu Deinem Lebensstil passt? Frag YesAuto! Unser Kaufberater zeigt Dir alle Informationen, die Du brauchst um die richtige Entscheidung zu treffen.

Ralf Kund

19 Nov. 2020