Kahlschlag bei Uber: Auch Flugtaxis kein Thema mehr

Nach Audi verabschiedet sich auch Uber vom Traum vom Fliegen. Der Fahrdienst-Vermittler hat das Ende von Uber Elevate erklärt. Der Traum vom Flugtaxi darf aber weiter geträumt werden.

Einen Tag nach dem Abschied vom autonomen Fahren sagt Uber auch den Flugtaxis leise „Servus“. Die Sparte Uber Elevate wird vom Flugtechnik-Entwickler Joby übernommen. Mit Elevate wollte die Uber seine Plattform auf Flugtaxis übertragen. Das bedeutet aber nicht, dass die Entwicklung für dieser Transportart am Ende ist. Nach wie vor arbeiten laut Fachzeitschrift „aeroport“ rund 100 Unternehmen weltweit an der Entwicklung.


„Bereits in fünf Jahren werden Flugtaxis in großen Städten auf ersten, festgelegten Routen Passagiere transportieren“, sagt Dr. Daniel Guffarth, Mobilitätsexperte bei Horváth & Partners. Autonomes Fliegen und autonomes Fahren sollen Endkunden künftig parallel als neue Fortbewegungsart zur Verfügung stehen – auch hierzulande. Tatsächlich prognostiziert Guffarth eine höhere Akzeptanz der Bevölkerung bei selbstfliegenden Passagierdrohnen als bei selbstfahrenden Autos. Darum werde der öffentliche Personennahverkehr mit Flugtaxis bis 2050 auch in kleineren Städten mit bis zu 600.000 Einwohnern Normalität sein.


Wie viele Anbieter es bis dahin noch schaffen, ist offen. Klar ist, die Autohersteller werden sich auch in diesem Feld betätigen. Laut der Studie „Urban Air Mobility“ wird das Geld nämlich nicht mit der Produktion oder dem Betreiben der „Luftlinien“ verdient, sondern mit der Vermittlung. Und wer verfügt über die zahlungskräftige und immer in Eile befindliche Kundschaft? Richtig, die Premiumhersteller.


„Im Premium-Segment, also der Einzelbeförderung in komfortabel ausgestatteten Kapseln, haben deutsche Automobilhersteller durch ihre Kundenbasis aber auch im Vermittlungsgeschäft gute Chancen, gerade in Europa“, sagt Guffarth.


Einstweilen sieht man hoffnungsvolle Studien am Himmel mit deutscher Beteiligung. Da wäre beispielsweise das Unternehmen Volocopter, dass mit der Förderung von Daimler und Geely als erste einen Passagierflug mit einem rein elektrisch betriebenen Senkrechtstarter wagte. Volocopter mit Sitz in Bruchsal plant, ab dem kommenden Jahr eine Linie in Singapur in Betrieb zu nehmen. In einer Kabine können zwei Personen 35 Kilometer weit fliegen können.


Professor Günter Schuh, der Vater des StreetScooters, mischt auch mit. Als Mitgründer der e.SAT GmbH, bei der sich auch die MTU engagiert, wollen Schuh und seine Kollegen elektro­hybride Flugzeuge entwickeln.


Das Start-up beweist mit seinem Standort die Nähe zur Luftfahrt. In Weßling, wo auch die Deutsche Luft- und Raumfahrtbehörde beheimatet ist, entwickelt Lilium Jet eine Flugtaxi-Fertigung für ein fünfsitziges Modell. Erste Tests seien erfolgreich gewesen, sagt das Unternehmen. 2025 will man in den Regelbetrieb starten.


(Foto: Volocopter)

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