Kaufberatung BMW 3er G20/G21: Mit diesen Extras wird der Dreier richtig gut

Attila Langhammer

21 Apr. 2021

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Die beste Adresse für sportliche Automobil-Produkte in der Mittelklasse ist nach wie vor München. Hier findest Du einen kleinen Shoppingguide, mit dem Du locker das Beste aus jedem BMW 3er G20/G21 rausholst, der kein M in der Modellbezeichnung trägt

(Fotos: YesAuto)

Der Dreier-BMW der Baureihe G20/G21 ist ohne Frage das sportlichste Auto in der automobilen Mittelklasse. Besonders deutlich wird seine Kompetenz wenn Du Dich in seinem Umfeld diesseits der Performance-Extremitäten mit den Kürzeln AMG oder M oder RS aufhältst. Im Fahrbericht von meinem Kollegen Arne erfährst Du alles, was Du über das Fahrvermögen des 320d mit Mildhybridtechnologie wissen musst und ich stelle Dir hier ein paar Extras aus der Preisliste vor und sage Dir, ob sie das Aufgeld wert sind oder ob Du Dir das Geld an der Stelle sparen kannst.


So viel Geld musst Du für einen 3er BMW einplanen


Den günstigsten neuen Dreier – einen 318i mit 156 PS – bekommst Du in Limousinenform (B/L/H: 2068/4709/1435 mm) ab 37.200 Euro. Der gleichlange Kombi mit fünf Millimeter höherem Dach kostet 1550 Euro mehr. Trotz des geringen Plus bei der Blechhöhe bietet der Kombi aber rund drei Zentimeter mehr Kopffreiheit für die Passagiere in Reihe Zwei. Beim Ladekapitel liegt der Kombi natürlich auch vorn, aber erst mit dem hohen Dach holt er echte Punkte. Wird der Kofferraum nur bis unters Rollo gepackt, fasst er 500 Liter – gerade mal 20 mehr als die Limousine. Mit umgeklappten Sitzmöbeln fasst der große Dreier, der bei BMW Touring genannt wird, 1510 Liter: nett, aber manche Kompakttklässler fassen 1000 Liter mehr. Die Zuladungswerte liegen für die gesamte Baureihe deutlich über 500 Kilo, manche Motorisierungen erlauben bis zu 600 Kilo.

Die Motorenpalette ist recht umfangreich. Zur Wahl stehen sechs Benziner mit einer Leistungsspanne von 156 bis 510 PS, vier Diesel (150 bis 340 PS) – allesamt Mildhybride – sowie zwei Plugin-Hybride (204 und 292 PS Systemleistung). Die beiden Topbenziner M3 und M3 Competition gibt es nur in Limousinenbauform, dafür gibt's beim Kombi auch den kleinen Hybrid mit Vierradantrieb, bei BMW xDrive; allerdings gibt's den 190-PS-Benziner nur in der Limousine mit Allrad. Die kultivierte, und zum sportlichen Empfinden erheblich beisteuernde Antriebsvariante beim Dreier ist ansonsten der Hinterradantrieb, für Power an beiden Achsen, wenn als Option verfügbar, beträgt der Aufpreis 2500 Euro.


Dieses Extras machen deinen Dreier noch besser


Jetzt folgen die Ausstattungsoptionen, die ich Dir dringen ans Herz lege. Alle hier angegebenen Preise beziehen sich immer auf einen absoluten Basisdreier ohne weitere Ausstattungslinie – das gute daran: in der Regel sind die von mir zugrunde gelegten Preise die Maximalpreise.


Akustikglas Eine schallisolierende Frontscheibe haben Audi, BMW und Mercedes-Benz in diesem Segment serienmäßig. Für schmale 200 Euro bekommt der Dreier auch die beiden vorderen Türen noch stärker isoliert. Und das ist kein Hokuspokus, wir konnten uns auch bei Tempo 200 noch mit normaler Stimme unterhalten – für Vielfahrer auf jeden Fall sinn- und wertvoll.

Auch die vorderen Seitenscheiben lassen sich akustisch optimieren – 200 gut angelegte Euro


Fahrwerksoptionen Am guten Serienfahrwerk des 3er gibt's nichts zu kritteln, zumal es mit technischen Kniffen – Zusatzdämpfer an der Vorderachse und Kompressionsbegrenzung an der Hinterachse zur Reduktion von Aufbaubewegungen – weiter geschliffen wurde. Aber mit dem Griff in die Extras-Kiste holst Du eben noch mehr Sportlichkeit raus. Die 600 Euro für das zehn Millimeter tiefere M Sportfahrwerk kannst Du Dir bedenkenlos gönnen – es nervt nicht; bei den 1200 Euro für das adaptive M Fahrwerk solltest Du tatsächlich etwas länger überlegen, Fakt ist aber, das dieses ebenfalls zehn Millimeter tiefere Fahrwerk einen extrem breiten Spagat zwischen der Komfort- und der Sporteinstellung beherrscht und so gerade am soften Ende mehr bietet. Nur in Verbindung mit einem Extra-Fahrwerk gibt's übrigens die variable Sportlenkung.


Felgen Alle Limousinen kommen je nach Motorisierung auf 16- oder 17-Zoll-Leichtmetallrädern daher, die Kombis rollen alle auf 17-Zöllern. Der Vergrößerung von 16 auf 17 Zoll kostet 1260 Euro und für jedes weitere Zoll geht es dann grob in Tausender-Schritten weiter, bei 19 Zoll endet das Herstellerangebot. Felgen sind natürlich Geschmackssache, aber wenn Du Bock auf große Räder hast, dann bitte gern am 3er G20. Sein feines Fahrwerk verdaut locker auch die 40 beziehungsweise 35 prozentige Flankenhöhe auf den 19-Zöllern ohne Dich auf den Sitzen zu malträtieren.


Komfortschlüssel Diese Schlüssel sind bei allen Herstellern ein Sicherheitsrisiko, aber der Komfortgewinn, weil der Schlüssel in der Hose/Jacke/Tasche bleiben kann, ist gegeben. Kompatible Iphones lassen sich mit diesem Extra ebenfalls zum Schlüssel machen, dann kann der physische Schlüssel theoretisch zu Hause bleiben. Und: die automatische Heckklappenöffnung – sonst 500 Euro – ist ebenfalls Teil des Pakets, wenn Du darüber nachdenkst, dann ist Aufpreis plötzlich winzig.

Heckklappenautomatik für 500 Euro, oder gleich 600 Euro für den Komfortschlüssel inklusive dieser feinen Funktion?


Laser-/LED-Scheinwerfer Die Standard-Voll-LED-Scheinwerfer sind fein und wenn Du kein Problem damit hast, ab und zu den Fernlichthebel zu betätigen, dann bist Du damit sehr gut bedient, und sparst Geld. Oder Du investierst 1000 Euro in die adaptiven LED-Scheinwerfer, die die Lichtschaltung je nach Fahrsituation selbstständig anpassen – netter Spielkram. 2000 Euro kostet das Upgrade zum Laserfernlicht, das beeindruckt mit seiner Reichweite, wirkt in der Darstellungsform aber sehr nervöse, weil es immerzu damit beschäftigt ist, sich neu auszurichten oder den Gegenverkehr zu maskieren – nur für Gadgetfreaks empfohlen.

Adaptive Voll-LED-Scheinwerfer für 1000 Euro Aufpreis

Voll-LED-Scheinwerfer mit Laser-Fernlicht (2000 Euro) erkennst Du an dem blauen Streifen


Tank-Upgrade Mit Ausnahme der beiden Leistungsstufen des Zweiliter-Diesels verfügen alle anderen Benziner und Diesel über einen Tank mit 59 Liter Fassungsvermögen. Nur die beiden kleinen Selbstzünder müssen standardmäßig mit einem 40-Liter-Reservoir auskommen, erst gegen Aufpreis von 170 Euro wird auch hier das Volumen auf die gescheite Größe angehoben. Dieses Geld musst Du einplanen, wenn Du dich für einen Zweiliterdiesel interessierst, nur so schöpfst Du sein Langstreckenpotenzial optimal aus.


Etwas Schliff fürs Dreier-Interieur


Nach der Auswahl an Exterieur-Extras will ich nun auch noch ein paar feine Sachen für den Innenraum vorstellen und bewerten. Um alles, was in die Kategorie "Geschmack" gehört, mache ich aber einen Bogen. Ich persönlich mag es ambientelichtfrei und kitscharm, aber das tut bei Deiner Kaufentscheidung ja nix zur Sache.


Dreizonen-Klimaautomatik und Sitzheizung im Fond Diese beiden Extras richten sich vor allem an Familien, eine Zweizonenklimaautomatik ist Serie. Fakt ist, sowohl Sitzheizung (760 Euro) als auch Dreizonenklima (730 Euro) funktionieren.

Dreizonen-Klima macht die Fondpassagiere unabhängig


Head-up-Display Für Vielfahrer ist das feine Display mit dem die Augen länger auf der Straße bleiben eigentlich Pflicht. Der Preis von 1150 Euro ist auch noch im Rahmen. Aber dann kommt der Konnektivitätsrattenschwanz, denn irgendwo müssen all die Informationen, die sich darstellen lassen auch herkommen. Die zur Projektion genutzte Fläche ist jetzt 70 Prozent, also 1,7 mal so groß wie beim Vorgänger.


Lenkradheizung Die hierfür aufgerufenen 270 Euro solltest Du fest in der Hand behalten, denn Papier isoliert und wärmt also auch. Allemal besser, als der laue Auftritt des beheizten Volants in unseren Testwagen.


M Lederlenkrad So ein dickes Lederlenkrad fällt vielleicht auch schon in den Bereich "Geschmack", aber das feiste M-Lenkrad liegt einfach satt in der Hand und Kurven kurbeln macht mindestens doppelt so viel Spaß wie ohne. Bei diesen 220 Euro spürst Du immer wieder, wie gut Du sie angelegt hast.


Sitzheizung vorn Die Heizung (380 Euro) spendet auch durch dicke Lederbezüge ausreichend Wärme und macht es im Winter schön mollig.


Sportsitze Für mich wären die feinen Sportsitze auf jeden Fall ein Muss. 470 Euro sind ein überschaubarer Aufpreis für den guten, anpassbaren, Seitenhalt und die gleichzeitig weiter gesteigerte Fahrerintegration – bei wirklich jeder Fahrt.

*schmacht* Diese Sitze sollte jeder Hersteller im Angebot haben


Assistenz und Konnektivität


In diesem Kapitel hat BMW bei der Vorstellung des G20/21 im Jahr 2019 mächtig Gas gegeben. Zur Serienausstattung jedes 3er zählen beispielsweise ein Adaptivtempomat – einer beschleunigt oder bremst, die Erweiterung zum Stauassistenten, der nach bis zu 30 Sekunden Pause wieder anfährt kostet 500 Euro; eine City-Notbremse, die auch Radfahrer erkennt sowie ein Spurverlassenswarner, der zwischen 70 und 210 km/h – also in der Regel außerorts –aktiv ist.


Wenn Du ein Bedürfnis nach mehr Sicherheit verspürst, dann bietet BMW zwei umfangreiche Pakete an. Das günstigerer kostet 900 Euro und beinhaltet die Totwinkelüberwachung – für Langstrecken- und Vielfahrer meines Erachtens beinahe unerlässlich. Das teurere Paket (2000 Euro) bietet identische Umfänge und erweitert sie unter anderem um eine Ampelerkennung, eine (mit-)lenkende Ausweichhilfe zur Vermeidung von Kollisionen zwischen 30 und 160 km/h sowie einen Rettungsgassenassistent, der den BMW in Stausituationen zum Fahrbahnrand hinsteuert.

In puncto Infotainment gibt es eigentlich nur den hemdsärmligen Standard – Bildschirm mit 8,8-Zoll-Diagonale, Bluetooth, einmal USB A sowie USB C sowie App-Zugriff aufs Fahrzeug und, immerhin, die BMW Concierge-Dienste, bei denen Dir auf Knopfdruck ein echter Assistent zur Verfügung steht und Dir mit kleineren Suchaufträgen – Geldautomat, Hotel, Tankstelle – hilft.


Alles was darüber hinaus geht, musst Du in einem 2800 Euro teuren Paket zukaufen; weder Android Auto/Apple Carplay oder Echtzeitverkehrsdaten oder Navigation oder Sprachsteuerung – die funktioniert gut – gibt es einzeln. Auch das digitale Kombiinstrument gibt's nur in diesem Paket – und das ist ein ziemlicher unattraktiver Höhepunkt der Preisgestaltung. Ja, das Zusammenspiel der Komponenten ist gut – aber ein Sonderausstattungsaufschlag von 7,5 Prozent auf den (günstigsten) Basispreis ist üppig. Zumal ich doch nicht der einzige sein, der vielleicht lieber etwas selektiver und preiswerter ausstatten will?

Digitales Kombiinstrument nur im 2800 Euro teuren Connect-Paket, Serie sind zwei analoge Instrumente mit kleinem zentralen Display


Was kostet die BMW-Welt?

Um Die BMW Welt zu kaufen, musst Du als Mehrheitsaktionär mindestens an der Familie Quandt vorbei – viel Spaß bei dem Vorhaben. Wenn Du Dir Deine kleine mobile BMW-Welt zusammenbauen willst, dann bist Du vor allem mit den sportiven Extras aus dieser Liste gut beraten. Aber selbst mit einem Beinahe-Nullausstatter bist du schon agil und aktiv unterwegs. Da haben die Münchner mal wieder bewiesen, was sie in puncto spritziger Mittelklasse drauf haben.

480 Liter Maximalvolumen, je nach Motorisierung bis zu 600 kg Zuladung


500 bis 1510 Liter Ladevolumen im 3er Kombi

360°

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Attila Langhammer

21 Apr. 2021