Kaufberatung BMW X1 E84: Das Kombi-SUV für Traditionalisten

Thomas Flehmer

18 März. 2021

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Der erste BMW X1 folgte zwar der SUV-Mode, erhielt aber trotzdem ganz viel vom begehrten BMW-Charakter. Wenn Du Dich für das einzige Sport-UV interessierst, erfährst Du hier, wie Du den besten Gebrauchten findest

(Fotos: BMW)

Die erste Generation des X1 ähnelte optisch noch stark einem Kombi. Ganz strenge BMW-Traditionalisten ziehen aber auch heute noch das Original der zweiten Generation vor. Denn die von 2009 bis 2015 gebaute erste Generation vereint noch die Charakteristika, die einen echten BMW auszeichnen: Heckantrieb und mindestens vier Zylinder.


• Kompakt-SUV mit Kombi-Aura


• 1er und 3er liefern technische Basis


• Eng geschnitten


• Sportlichkeit hat Priorität


• Vier- und Sechszylinder im Angebot


Im ersten X1 zählen noch die typischen BMW-Eigenschaften und das „S“ im SUV ist Programm. Dafür hat das Einstiegs-SUV der Münchner trotz ein wenig erhöhter Sitzposition einen Maßanzug par Excellence erhalten. Der für ein SUV mit 1,54 Metern Höhe recht flache X1, der so recht nah an eine Kombi-Silhouette heranrückt, ist auch für die hinten sitzenden Personen recht eng geschnitten. Verbunden mit der Dynamik, die je nach Motor stärker oder schwächer ausfällt, sollten die im Fond sitzenden Personen das Essen deshalb nicht unbedingt vor der Kurvenjagd eingenommen haben. Auch der Kofferraum verfügt mit seinen 420 Litern Volumen, die auf bis zu 1320 Liter erweitert werden können, nicht über Unmengen an Raum.


Zeitreise in die moderne Vergangenheit


Schnittig geht es auch vorne zu, doch haben Fahrer und Beifahrer ein wenig mehr Platz. Am Raumangebot werden auch die beiden Spender 1er und 3er sichtbar, von denen der X1 abstammt und die dem SUV die technische Basis liefern. Besonders dem Dreier Touring kommt der X1 gefährlich nah, verfügt er doch über ähnliche Platzverhältnisse zu einem günstigeren Preis.

Je nach Ausstattungsvariante ist das Cockpit auch eher puristisch ausgefallen, dafür stimmt die Übersicht bei der Bedienung der Elemente. Wer zuletzt in einem aktuellen Neuwagen gesessen hat, bemerkt die Unterschiede, die Armaturen, Monitore oder Touchscreens innerhalb der letzten Dekade erhalten haben. Es wirkt wie eine Zeitreise in die Vergangenheit. Dabei war die Ausstattung vor nicht einmal zwölf Jahren recht modern.


Harter Bursche später etwas weicher


Um der Kurvenjagd die notwendige Dynamik zu verleihen hat BMW dem X1 zunächst eine harte Fahrwerksabstimmung zukommen lassen, die aber nicht jedem gefiel. Mit dem Facelift 2012 wurde die starre Federung etwas aufgeweicht, optische Änderungen innen und außen wurden ebenso durchgeführt wie Optimierungen am Antriebsstrang. Trotzdem blieb der X1 der Sportlichste unter den Kompakt-SUV.


Für die Sicherheit des im BMW-Werk in Leipzig gefertigten X1 sorgten noch keine Fahrassistenzsysteme, die zu damaligen Zeiten noch in den Kinderschuhen steckten. ABS und ESP sowie sechs Airbags reichten damals für die Höchstwertung von fünf Sternen beim EuroNCAP-Crashtest.


Dieselmotoren geben den Ton an


Beim Motorenangebot sind die Selbstzünder in der Mehrzahl. Dabei wurde der Zwei-Liter-Vierzylinder in fünf Leistungsstufen zwischen schlappen 116 PS in der ab 2012 angebotenen Basisvariante 16d und 219 PS beim xDrive 25d mit doppelter Turboaufladung ins Schaufenster gestellt. Bis auf den Basismotor und den Aggregaten über 200 PS konnte zwischen Heck- und Allradantrieb gewählt werden. Zum Volumenmotor avancierte dabei der 18d mit 143 PS, bei dem die Sechsgang-Automatik dem manuellen Sechsgang-Schaltgetriebe vorgezogen wurde. Mit Hinterradantrieb wurde der Verbrauch mit 5,2 Litern Diesel angegeben, der Allradler benötigte auf 100 Kilometern einen halben Liter mehr. Dafür war auf vier angetriebenen Rädern bereits bei 196 km/h die Höchstgeschwindigkeit erreicht, dem Hecktriebler ging erst weitere fünf km/h später die Puste aus.


Bei den fünf Ottomotorenmotoren reichte das Leistungsspektrum von 150 bis 306 PS, dabei standen sogar zwei Sechszylinder im Schaufenster. Die beiden kleineren Varianten 18i und 20i gab es auch mit Heckantrieb, bei den kräftigeren Varianten war der Allradantrieb serienmäßig.


Vorsicht mit der Steuerkette


Dem X1 werden im Gegensatz zu den technischen Genspender 1er und 3er Langzeitqualitäten zugeschrieben. Eine große Einschränkung gibt es bei den Dieselmotoren, die vor dem 1. September 2013 verbaut wurden. Dort gilt die Steuerkette als Problemzone. Sollte es bei der Probefahrt rasseln oder gar die Motorkontrolllampe aufleuchten, ist eine Suche nach einem anderen X1 sinnvoll. Ein Riss der Kette würde den Einbau eines neuen Motors nach sich ziehen.

Bei Benzinern aus den Jahren 2012 und 2013 sollte darauf geachtet werden, dass der Rückruf der Bremsunterdruckpumpe durchgeführt wurde. Bei allen E84-Modellen sollte vor einem Kauf zudem die Feststellbremse untersucht werden, die den ansonsten mit dem X1 sehr zufriedenen Prüfern häufig ins Auge fiel.


Große Auswahl


Das Angebot an X1-Modellen ist sehr groß, ganz klar, dass der Volumenmotor 18d mit seinen 143 PS ebenso sehr zahlreich vertreten ist. Modelle mit über 330.000 Kilometer Laufleistung beginnen bei etwas über 5000 Euro. Für rund 2000 Euro mehr gibt es etwa 100.000 Kilometer Laufleistung weniger.

Ab 8500 Euro gibt es auch vereinzelt Modelle, die den sechsstelligen Kilometerbereich gerade so gerissen haben – trotz eines Alters von knapp zwölf Jahren. Auffallend viele Angebote pendeln sich im Bereich zwischen 9000 und 10.000 Euro.


Fazit


Mit dem X1 der ersten Generation kannst Du nicht viel falsch machen. Er ist auch im Alter noch ein zuverlässiger Begleiter, wenn die bekannten Probleme erkannt und gelöst wurden oder gar nicht erst auftraten. Traditionsbewusste BMW-Piloten werden das Original dem jüngeren Nachfolger vorziehen.

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Thomas Flehmer

18 März. 2021