Kaufberatung Citroën C3 II: Lückenfüller und Genspender

Thomas Flehmer

05 Mai. 2021

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Der Citroën C3 der zweiten Generation ersetzte nicht nur seinen Vorgänger, sondern auch noch den kleineren C2. Eine Lücke konnte der nicht immer zuverlässige Kleinwagen aber nicht schließen

(Fotos: Citroën)


Die 2009 in den Markt eingeführte zweite Auflage des Saxo-Nachfolgers übernahm eine Doppelrolle sowohl für den C3 selbst als auch für den C2, der ebenfalls vom Saxo abstammte, aber den die Franzosen ab Ende 2009 nicht mehr anboten. Und auch beim C3 kürzte Citroën zunächst das Angebot. Der kultige Pluriel, der in ein Cabrio verwandelt werden konnte, stand nicht mehr im Schaufenster, dafür folgte kurz nach dem Markteintritt des zweiten C3 der Minivan C3 Picasso. Kurz nach dem Picasso führte Citroën zudem die Submarke DS ein. Das mehr auf Premium getrimmte erste Modell DS3 basierte technisch ebenfalls auf dem C3 der zweiten Generation.


• Citroën C3 II ersetzt auch Citroën C2


• Ohne Cabrio-Variante Pluriel


• Minivan C3 Picasso als kleines Raumwunder


• Hohe Anfälligkeitsrate im Alter


• Technische Basis für DS3

Während der C3 Picasso durch seine hohe Karosserie eine Menge Platz bereithält, hat die rundlich-knuddelige fünftürige Schräghecklimousine der zweiten Generation durch einen Längenzuwachs über acht Zentimeter auf 3,94 Meter mehr Raum hinzugewonnen. Und auch die lang in das Dach gezogene Windschutzscheibe lässt die Sonne in den Innenraum und macht das Innere luftig für die Insassen, die bei einem Radstand von 2,47 Metern recht kommod sitzen können. Der Kofferraum mit mindestens 300 Litern, die bis auf 1121 Liter erweitert werden können, liegt etwas über dem üblichen Kleinwagenniveau.


Positive und negative Traditionen


Dank der großflächigen Fenster bietet der C3 eine gute Übersicht, was nicht allen Kleinwagen gelingt. Ein verschiebbares Rollo an der langen Windschutzscheibe sorgt übrigens vorn bei zu viel Sonneneinstrahlung für die nötige Verdunkelung und unterstreicht einmal mehr den Innovationscharakter, den der französische Hersteller schon häufiger in der automobilen Welt unter Beweis gestellt hat.

Ebenso traditionell sind allerdings auch die Schwächen, die die Aura der Modelle aus dem Nachbarland begleiten. Auch davon hat der C3 einiges zu bieten. Zwar ist dem Kleinen von Haus aus im Vergleich zum Vorgänger eine bessere Qualität mitgegeben worden, doch bereiten Motorsteuergerät und Zylinderkopfdichtung immer wieder Probleme.


Modelle nach Facelift bevorzugt


Bei den Federn und Dämpfern kann es zu Schwierigkeiten kommen, die Beleuchtung von Abblendlicht, der hinteren Beleuchtung sowie den Blinkern arbeitet nicht so sauber wie der Durchschnitt im Kleinwagensegment. Auch Ölverlust kann vorkommen. Dabei sind ältere Modelle stärker betroffen als jüngere Fahrzeuge, womit sich das Interesse beim C3 auf die Autos konzentrieren sollte, die nach dem Facelift im Jahr 2013 auf den Markt kamen.

Vernachlässigt kann bei der Modellauffrischung der neue verchromte Kühlergrill mit dem integrierten Doppelwinkel werden. Wichtiger sind die neuen Heckleuchten sowie das optionale LED-Tagfahrlicht. Noch wichtiger – und bei einem Facelift recht selten – ist die neue Generation an Triebwerken, die nun auch im C3 angeboten wurde.


Dieselmotoren für längere Strecken


So standen zwei Dreizylinder-Benziner mit 68 und 82 PS für mehr Sparsamkeit im Showroom anstatt der abgelegten Motorengeneration, die vor dem Facelift unter der Haube arbeitete und aus Vierzylindern mit bis zu 120 PS bestand. Dabei erhalten der VTi 68 und der VTi 82 jeweils von einem manuellen Fünfgang-Getriebe ihren Vortrieb, das stärkere Aggregat kann als e-VTi 82 mit einem automatisierten Fünfgang-Schaltgetriebe angetroffen werden.


Hinzu kamen – bei Kleinwagen auch recht selten, aber bedingt durch die französischen Spezialisten – noch zwei Vierzylinder-Diesel. Dabei kommt dem BlueHDi 100 die größere Bedeutung zu, da der e-HDi 115 bereits nach einem Jahr wieder in der Versenkung verschwand. Der 100 PS starke Selbstzünder ist besonders für längere Strecken ausgelegt und soll sich je nach der eigenen Fahrweise mit Verbräuchen zwischen 3,0 und 3,4 Litern begnügen. Wer den C3 ausfahren möchte kommt auf Geschwindigkeiten zwischen 163 und 174 km/h.


Zwischen Hebebühne und Serviceheft


Auf dem Gebrauchtwagenmarkt werden überwiegend die beiden kleinen Benziner angeboten. Da auch nach dem Facelift teils noch die alten Motoren verbaut wurden, lohnt sich der besonders kritische Blick auf die genaue Bezeichnung. Die Preise für einen C3 nach dem Facelift beginnen bei 3000 Euro mit mindestens 200.000 Kilometern Laufleistung.

Angesichts der Anfälligkeiten steht vor dem Kauf die Fahrt auf die Hebebühne an. Auch ein ordentlich geführtes Serviceheft zeigt an, ob der Wagen stets gepflegt wurde.


Fazit


Der C3 der zweiten Generation sticht dank seiner rundlichen Bauweise aus dem Kleinwagensegment hervor. Gut ist seine Übersicht, doch die positiven Eindrücke werden durch eine gewisse Unzuverlässigkeit gehemmt. Und auch die Anschaffungskosten liegen nicht so tief, als dass eine mögliche Reparatur mit einem geringen Einstiegspreis gerechtfertigt werden kann. Da bestätigt der kleine Franzose die Vorurteile gegenüber den Fahrzeugen aus dem Nachbarland – leider.

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Thomas Flehmer

05 Mai. 2021