Kaufberatung Hyundai Tucson Typ TL: Ungebremster Rückkehrer

Thomas Flehmer

12 Apr. 2021

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Vom Tucson zum ix35 und wieder zurück: Die dritte Generation des Kompakt-SUV von Hyundai erfreut zwar mit neuem Look, hat aber noch nicht alle Probleme verarbeitet

(Fotos: Hyundai)


Fünf Jahre dauerte das Versteckspiel. Von 2010 bis 2015 fuhr der 2005 gestartete Tucson im Sinne der Nomenklatura des koreanischen Herstellers unter dem Namen ix35, ehe 2015 nicht nur die Rückkehr zum angestammten Namen erfolgte. Auch ein neuer Look sowie eine verbesserte Qualität sorgten dafür, dass die Verkaufszahlen des auf 4,47 Meter Länge gewachsenen Tucson anstiegen.

• Geräumiges Kompakt-SUV


• Technisch verwandt mit Kia Sportage


• Schwachpunkt Bremsen


Diesel passt besser


• Nur fünf Jahre Produktionszeit

Die eng mit der vierten Generation des Kia Sportage verwandte dritte Tucson-Auflage ist im Vergleich zu den beiden Vorgängermodellen sehr schnittig ausgefallen. Ein großer Kühlergrill und schmale Scheinwerfer sorgen ebenso für eine dynamische Form wie ein flacheres Dach, das im Vergleich zum ersten Tucson gleich um acht Zentimeter auf 1,65 Meter absank.


Abkehr vom Billig-Image


Im Innenraum wurden nun qualitativ höherwertigere Materialien verwendet, die natürlich auch die Abkehr Hyundais vom Image der asiatischen Billigheimer unterstreichen. Eine klare Struktur mit einem Display in der Mitte sowie einer übersichtlichen Bedienung samt gut konturierten Sitzen sorgen für eine gute Atmosphäre. Hinzu gesellen sich geräumige Platzverhältnisse auch für die hinten sitzenden Personen. Und 513 bis maximal 1503 Liter Kofferraumvolumen müssen erst einmal bepackt werden.


Ebenso komfortabel geht es auf der Fahrt zu. Dank einer ordentlichen Federung bleiben die Insassen von den Unebenheiten der Straßen verschont. Die höhere Sitzposition verschafft neben einem bequemen Ein- und Ausstieg auch ein Plus an Sicherheit. Es bereitet Freude, mit dem Tucson unterwegs zu sein. Dabei ist das SUV eher Gleiter als Raser. Je nach Ausstattung sind Einparkhilfen und Rückfahrkamera an Bord sowie Klimaautomatik oder Radio-Navigationssystem.


Zwei Benziner und zwei Diesel


Bei den Motoren gibt es einen 1,6 Liter großen Benziner mit 132 PS, aber ohne Turbolader sowie 177 PS und mit Turbo-Unterstützung. Auf Langstrecken verbraucht der Otto aber mehr als ein Diesel, sehr schnell fährt man in den zweistelligen Verbrauchsbereich hinein. Wenn Du den Tucson mehr auf Landstraße und Autobahn einsetzen möchtest, ist der Diesel die bessere Wahl. Nach dem Facelift 2018 wurden die Selbstzünder auf Euro 6d-Temp aufgerüstet und es besteht keine Gefahr vor irgendwelchen Fahrverboten.

Facelift-Modelle sind am ehesten an der anderen Scheinwerfergrafik zu erkennen


Zu diesem Zeitpunkt löste der 1.6 CRDi mit 116 oder 136 PS den 1.7 CRDi mit 116 oder 141 PS ab. Zudem wurde der 2.0 CRDi mit 185 PS auf die bessere Abgasnorm umgestellt. Der 2.0 CRDi mit 136 PS lief aus.


Schwächen bei Bremsen und Achsen


Für die Vortriebe stehen ein Sechsgang-Schaltgetriebe oder eine Siebengang-Doppelkupplung zur Verfügung, der Top-Diesel kann auch mit einer Achtgang-Automatik bewegt werden. Die Verbräuche werden mit 4,6 bis 6,0 Liter angegeben. Auf der Langstrecke bleibst Du im einstelligen Verbrauchsbereich, wenn das Gaspedal nicht die ganze Fahrtzeit über den Boden berührt.

Dem guten Gesamteindruck der dritten Tucson-Generation versetzen allerdings die Bremsen einen Dämpfer. Auch bei der dritten Auflage wurde das Problem nicht richtig gelöst. Die Prüfer bei der Hauptuntersuchung monieren vor allem die Feststellbremse. Doch auch die Fußbremse und in späteren Jahren die Bremsscheiben fallen auf. Dagegen halten die Bremsleitungen dicht. Bei den Achsen und dem Abblendlicht kann es ebenso zu Auffälligkeiten kommen. Keine Klagen gab es beim Ölverlust.


Start bei knapp über 10.000 Euro


Keine Klagen gibt es auch bei einer Probefahrt, denn der Tucson ist ein williger Begleiter. Allerdings sollte der gute Fahreindruck nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch Schwächen gibt. So solltest Du die Achsen überprüfen und mit dem Tucson auf den Bremsenstand fahren, um später nicht allzu große Augen bei möglichen Reparaturrechnungen zu bekommen.


Zudem ist die im Sommer 2020 nach fünf Jahren abgelöste dritte Generation noch nicht so alt, dass die Preise heftig gepurzelt sind. Einen fünfstelligen Betrag musst Du bereithalten, dann gibt es einen 1.7 CRDi mit 116 PS und schon über 200.000 Kilometern. Die Benziner beginnen bei 12.500 Euro und können dann sogar nur wenige Kilometer im fünfstelligen Bereich auf der Uhr haben.


Fazit


Der Hyundai Tucson lässt sich komfortabel fahren und heimst viele Lorbeeren auch dank großzügiger Platzverhältnisse ein. Eine Überprüfung der Bremsen ist ein Muss, auch der Blick auf die Achsen schadet nicht. Geben die Spezialisten an diesen Punkten ihr okay, kannst Du beruhigt einsteigen.

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Thomas Flehmer

12 Apr. 2021