Kaufberatung Kia Sportage QL: Schnell dazu gelernt

Thomas Flehmer

07 Mai. 2021

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Vom Sorgenkind zum Musterschüler: Der Kia Sportage der vierten Generation hat aus den Fehlern der Vorgänger die richtigen Schlüsse gezogen. Ob es bei einem gebrauchten Sportage trotzdem Stolperfallen gibt, klärt unsere Kaufberatung

(Fotos: Kia)

Seit 2016 machen die Ingenieure der aktuellen Sportage-Auflage so ziemlich alles richtig. Während beim von 2010 bis 2015 gebauten Vorgängermodell Kia Sportage SL Bremsen, Kupplungen oder Lenkgelenke den Eigentümern Probleme bereiteten, bleibt der Sportage Nummer vier fast völlig frei von Ärger – lediglich die Feststellbremse bemängeln die Prüfer hin und wieder.


• Technische Verwandtschaft mit dem Hyundai Tucson der dritten Generation


• Fast völlig fehlerfrei


• Kompakt-SUV mit 4,48 Metern Länge


• Seit 2020 alle Motoren als Mildhybride


• Übertragbare Sieben-Jahres-Garantie

Frei von Reparaturen gibt es beim Sportage noch einen drauf: Die Garantie über sieben Jahre oder 150.000 Kilometer wird auch beim Gebrauchtkauf auf den neuen Eigentümer übertragen. Somit sind selbst die Erstlinge der aktuellen Generation noch bis 2023 geschützt, solange 150.000 Kilometer noch nicht erreicht sind.

Natürlich sind Verschleißteile wie die Starterbatterie (zwei Jahre Garantie) oder das Infotainmentsystem (drei Jahre Garantie) von dieser ansonsten sehr umfassenden Garantie ausgeschlossen.


Schöne Hülle umgibt qualitative Fahrgastzelle


Diese guten Basis ergibt einen praktischen Begleiter in einer schön geschnittenen Hülle. War die erste Generation dieses Kompakt-SUV – sagen wir – ungewöhnlich geformt, so hat Design-Ikone Peter Schreyer ab der dritten Generation dem Sportage den richtigen Schnitt verpasst. Das in vierter Auflage um weitere vier Zentimeter in der Länge auf 4,48 Meter gewachsene SUV hat einen agilen äußeren Auftritt.

Hinzu kommt ein praktischer Nutzen: Innen können bis zu fünf Personen bequem Platz nehmen. Sie befinden sich in einer Fahrgastzelle mit wertigen Materialien, die fast auf dem Niveau der deutschen Anbieter liegen. Auch das Gepäck kann gut untergebracht werden. Zwischen 491 und 1492 Liter Kofferraumvolumen stehen zur Verfügung. Bedingt durch die schräge Dachlinie ist die Übersicht allerdings eingeschränkt. Hier müssen die Fahrsicherheitsassistenten mit der Kamera zum Einpacken ein Stück weit die Arbeit mit übernehmen. Wenn Du in bergigen Regionen beheimatet bist, lohnt sich der Blick auf die Allradvariante, die sich auch im Schnee recht gut zurechtfindet.


Dieselmotoren für die Langstrecke


Bei den Motoren bieten sich eher die Dieselaggregate an. Auch wenn der Sportage mit einem Leergewicht zwischen 1397 und 1784 Kilogramm für ein SUV nicht zu schwer ist, gehen besonders längere Strecken bei den Benzinern schnell an die Reserven des 62 Liter großen Tanks und die Verbrauchswerte steigen in den zweistelligen Bereich. Insgesamt drei Motoren mit 1,6; 1,7 und 2,0 Liter Hubraum und einem Leistungsspektrum zwischen 115 und 185 PS stehen zur Auswahl, wobei der kleinste Selbstzünder, den es nur mit Vorderradantrieb gibt, sehr häufig im Gebrauchtwagenbereich angeboten wird. Bis zum Facelift 2018 standen für die 115 PS 1,7 Liter Hubraum zur Verfügung. Nach der Modellpflege erbringt ein 1.6 CRDi die gleiche Leistung.

Wenn Dir eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h und eine Sprintzeit von 11,8 Sekunden nicht ausreichen, lohnt sich der Blick auf den 2.0 CRDi 136, der bis zum Facelift im Programm war. Mit 136 PS ist der Sprint eine Sekunde eher absolviert und die Höchstgeschwindigkeit liegt zwischen 184 und 186 km/h, je nachdem, ob Du mit Allrad- oder Vorderradantrieb unterwegs ist. Der Verbrauch wird mit 4,8 bis 4,9 Liter Diesel beim 2WD angegeben, der Allrader benötigt zwischen 5,6 und 5,7 Liter Dieselkraftstoff. Seit 2020 sind alle Motoren mit einem Mild-Hybridsystem ausgestattet.


Gestiegene Qualität – gestiegene Preise


Auf der preislichen Skala bewegen sich die beiden – noch ohne Mild-Hybridsystem ausgestatteten – Aggregate in einem Bereich, der bei 12.000 Euro beginnt. Die schwächere Maschine mit Kilometern im fünfstelligen Bereich macht den Anfang. Befinden sich die Kilometerangaben bereits im sechsstelligen Bereich, ist auch das stärkere Aggregat mit 136 PS in dieser Preisklasse im Angebot. Hier bestimmt die Garantie über 150.000 Kilometer den Preis mit. Angesichts des guten Abschneidens des Sportage bei den Hauptuntersuchungen, muss die verbleibende Garantiezeit aber nicht die Hauptrolle spielen.


Fazit


Der Kia Sportage der vierten Generation präsentiert sich als zuverlässiger Begleiter und ist fast frei von Mängeln. Angesichts der Garantie über sieben Jahre kannst Du mit dem Gebrauchtkauf des SUV nicht viel falsch machen. Kia lässt sich die Qualität natürlich bezahlen. So sind die Preise für die vierte Auflage deutlich höher als beim Vorgänger. Die Zeiten als Billigheimer zum Glück sind vorbei – Du merkst es bei der ersten Sitzprobe.

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Thomas Flehmer

07 Mai. 2021