Kaufberatung Kia Stonic: Der bietet viel fürs Geld

Attila Langhammer

27 Apr. 2021

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Der Kia Stonic ist der kleine Unbekannte im Portfolio der Koreaner. Warum das seinen Qualitäten nicht gerecht wird, was er kann und was Du über Ihn wissen musst, erfährst Du in dieser Kaufberatung

YesAuto Bewertung:

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Diese Bewertung wird durch unser Team nach umfangreichen Tests des Autos verfasst.

YesAutos umfassende Bewertungskriterien berücksichtigen jeden Aspekt eines Autos. Außerdem berücksichtigen sie, wie das Auto in Verhältnis zu anderen Autos der gleichen Kategorie steht. Unten sind die Kriterien, nach den jedes Auto bewertet wird, aufgelistet. Die Autos können pro Kriterium maximal 10 Punkte erhalten, was zu einer Note von insgesamt 100 Punkte führen kann.

  • Qualität und Design der Fahrzeuginnenausstattung
  • Fahrzeuginnenausstattung bezüglich der Technologie
  • Innenraummaße
  • Kofferraum
  • Motorleistung
  • Sparsamkeit des Motors
  • Fahrt und Komfort
  • Handling
  • Antriebs- und Sicherheitstechnologie
  • Gebrauchstauglichkeit

Elektroautos werden, statt nach Leistungsfähigkeit und Sparsamkeit, mit bis zu 10 Punkte nach den folgenden Aspekten bewertet:

  • Batterie und Motor
  • Reichweite und Ladegeschwindigkeit

(Fotos: YesAuto)

Laut Kraftfahrtbundesamt wurden im vergangenen Jahr nur 6491 neue Kia Stonic in Deutschland zugelassen. Das ist eine überschaubare Anzahl, innerhalb der Kia-Modellpalette reicht das auch nur für Platz fünf. Dabei ist der Kia Stonic so talentiert, dass er theoretisch die Autosuchenden in zwei Segmenten bedienen kann, den er taugt sowohl als großer Kleinwagen oder als (sehr) kleines SUV.


Raumangebot im Kia Stonic


Der Radstand des Stonic misst wie beim Kia Rio 2,58 Meter und im Innenraum bleibt dazwischen noch genügend Platz für bis zu vier Erwachsene – auch nach oben. Lediglich der Fondeinstieg ist für die Großen etwas fummelig, weil die Füße durch einen ziemlich schmalen unteren Türausschnitt eingefädelt werden müssen. Der Kofferraum fasst mindestens 352 Liter Volumen und lässt sich bis auf 1155 Liter erweitern; einen Wochenendeinkauf für drei Personen bringt der Stonic auf jeden Fall sicher nach Hause. Die entsprechenden Zuladungswerte reichen von 417 bis 530 Kilogramm.


Überschaubares Motorenangebot inklusive Geheimtipp


Die Motorenpalette des Kia Stonic ist schnell erfasst: der Basisbenziner ist ein Vierzylinder mit 1,2 Liter Hubraum und ohne Turboaufladung, er leistet 84 PS und 118 Newtonmeter Drehmoment (ab 16.650 Euro); alternativ steht ein Einliter-Dreizylinder inklusive Turbolader mit 100 oder 120 PS in der Preisliste (ab 18.350/19.950 Euro).

Klar, die beiden Turboaggregate haben deutlich mehr Drehmoment und das ist dieser Tage ja schwer angesagt. Und, wenig überraschend, mit mehr Leistung erreichen sie auch die besseren Fahrleistungen. Trotzdem rate ich hier zum Vierzylinder – ja, der ist altmodisch, aber mit seinem spürbar besseren Ansprechverhalten macht er einfach gute Laune. Dazu ist er deutlich günstiger, wirkt aber nie, wie ein Basismotor, der nur in der Preisliste steht um einen besonders werbewirksamen Niedrigst-Kampfpreis zu bewerben.

Wenn Du einen Stonic mit Automatikgetriebe möchtest, musst Du Dich für einen der Turbos entscheiden, der Aufpreis beträgt beim 100-PS-Modell 1500 Euro, beim 120-PS-Modell nur 1350 Euro. Das Doppelkupplungsgetriebe schaltet äußerst verschliffen und komfortbetont, das beeindruckt in dieser Klasse. Eine zügige Gangart mag es dagegen nicht so, wirkt bei spritzigen Anfahrmanövern regelrecht verpennt. Daran ändert sich auch im Sportmodus nix – eine Fahrmodustaste haben alle Modelle mit Automatikgetriebe, beim 120-PS-Benziner auch der Handschalter. Denn der kommt als Mildhybrid mit 48-Volt-Zusatzbordnetz daher und hat ein sogenanntes intelligentes Schaltgetriebe – iMT – damit geht er im Eco-Modus bei Gaswegnahme sofort in einen Segelzustand über.

Für alle Handschaltgetriebe gilt, dass sich die Gänge gut und präzise einlegen lassen, aber auf den Wegen könnte das Schaltgestänge für meinen Geschmack eine etwas straffere Führung vertragen.


Großer Kleinwagen, große Ausstattungsvielfalt


Dem relativ überschaubaren aber gut passenden Antriebsangebot steht ein beinahe üppiger Ausstattungskatalog gegenüber, der nur durch die Verschachtelungspolitik der Koreaner ein wenig beeinträchtigt wird. Zum Startpreis von 16.650 Euro gibt es außer den oben beschriebenen guten Eigenschaften aber noch nicht zu viel: erwähnenswert an der Basisausstattung Edition 7 erscheinen mir lediglich die 15-Zoll-Leichtmetallräder sowie das Infotainmentpaket mit 8-Zoll-Touchscreen, Bluetootfreisprecheinrichtung, ganz gut funktionierender Sprachsteuerung, Multifunktionslenkrad und Android Auto- beziehungsweise Apple Carplay-Integration. Gerade für dieses letzte bisschen bitten Dich viel Hersteller deutlich teurerer Autos gern extra zur Kasse.

Für 2000 Euro steigst Du eine Ausstattungslinie auf – mit Vision gibt es dann unter anderem 16-Zoll-Leichtmetallräder, Klimaautomatik, Parkpiepser hinten, Tempomat, eine USB-Buchse im Fond, viele weitere kleine Komfortbausteine sowie einen Notbremsassistenten und den etwas zu forschen aktiven Spurhalteassistenten. Der lenkt eckig gegen, wenn Du mal zu nah an eine Fahrbahnmarkierung heranfährst um so das Überfahren der Markierung zu verhindern.

Bei Spirit – 1300 Euro über Vision – wachsen die Aluräder noch mal um einen Zoll, es gibt nun unter anderem Voll-LED- und – endlich – Nebelscheinwerfer, Parkpiepser vorn sowie eine Rückfahrkamera. Diese und die vorherige Ausstattung sind die, die meines Erachtens den meisten Sinn machen: Mit einer dieser drei Linien ist jede Motorantriebskombination zu haben und Du kannst aus den meisten Extras wählen, wenn Du sie haben wolltest. Mit den Linien GT Line und Platinum Edition (ab 24.450/25.450 Euro) geht's schon in Richtung üppiger Vollausstattung, aber realistisch betrachtet sind diese Preise selbst für einen großen Kleinwagen schon zu groß.

Ein nettes Extra, das sich in der Stonic-Preisliste findet, ist zudem das Höherlegungskit mit Federn von H&R. Damit wird die Fahrzeugfront um etwa drei, das Heck um etwa zwei Zentimeter angehoben. Damit sieht der Stonic zwar noch etwas tougher aus, wird aber nach wie vor nicht zum Geländegänger. Zum Preis von 109 Euro kommen außerdem die Kosten für den Einbau hinzu.


Fazit: Der Stonic kann was

Für mich ist und bleibt der Stonic ein großer Kleinwagen; groß auch ein bisschen wie in großartig, weil er ein ausgewogenes, fair eingepreistes Gesamtpaket abliefert. Aber wie so oft kannst Du das Maximum aus seinem Preis-Leistungs-Angebot nur rausholen, wenn Du Dich beim Konfigurieren von den Top-Ausstattungslinien fernhältst. Das kann sehr gut gelingen, wenn Du dem empfohlenen Basisbenziner bei einer Probefahrt eine Chance einräumst – den gibt es nämlich ohnehin nur mit den drei ersten Linien.

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Attila Langhammer

27 Apr. 2021