Kaufberatung Opel Mokka A: Kein kalter Kaffee

Roland Wildberg

22 Jan. 2021

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Der Opel Mokka ist ein Weltauto. Ursprünglich stammt das Kompakt-SUV von General Motors, und zwar von der Filiale in Südkorea. Bis 2014 wurde er ausschließlich dort gefertigt, mittlerweile läuft der Nachfolger auch in Spanien vom Band. Hier erfährst Du, wie Du den besten gebrauchten Mokka findest

(Fotos: Hersteller)


Richtig günstig war der Mokka nie: Ab 18.990 Euro ging es laut Liste los, dafür erhielt man den Basisbenziner mit 115 PS. Der sorgt nicht gerade für überwältigenden Vorwärtsdrang, was aber nicht am Motor, sondern an dem Gewicht des Mokka liegt: Schon die Basis des Kompakt-Vans kommt auf 1400 Kilogramm.

Allrad gab es nur für die stärkeren Motoren und in vielen Ausstattungslinien nur gegen Aufpreis. Trotzdem solltet ihr im Gelände keine Heldentaten erwarten


Im September 2016 stand der facegeliftete Mokka X beim Händler. Neu waren die Dieselmotoren, jetzt von Opel, nicht mehr die ruppigeren Exemplare von Isuzu. Dazu gab es eine 6-Stufen-Automatik sowie einen Allradantrieb für die stärkeren Motoren. Wundertaten im Gelände solltest Du aber nicht erwarten. Im Innenraum gab es ein neues, aufgeräumtes Armaturenbrett. Im Juni 2020 wurde der Nachfolger Mokka B präsentiert, nunmehr unter Ägide des neuen Eigentümers, der französischen PSA.


·Klassenübliches Platzangebot: Vorne sitzt Du gut, hinten eher beengt.


·Ebenfalls wenig überraschend der Kofferraum: In Normalstellung fasst er nur 280 Liter, mit umgeklappter Rücksitzlehne stehen 1220 Liter parat


·Es gab einen Rückruf: In Mokkas aus den Baujahren 2013 und 2014 kann sich der Allradantrieb plötzlich abschalten, die Kraft wirkt dann nur auf die Vorderräder. Du solltest im Serviceheft prüfen, ob der Rückruf ordnungsgemäß erledigt wurde.


·Empfehlenswerte Extras sind Einparkhilfe oder Rückfahrkamera: der Mokka ist nach hinten sehr unübersichtlich.


·Skurril aber praktisch: Zu den beiden höheren Ausstattungslinien „Innovation“ und „Edition“ gab es als Extra das Opel FlexFix – ein integrierter Fahrradträger, der leer komplett in der hinteren Stoßstange verschwindet.


Verarbeitung


Da bisher Modelle bisher gerade den zweiten TÜV hinter sich haben, lässt sich über die Langzeitqualität des Opel Mokka noch nicht viel sagen. Die Herstellungsgüte schwankt etwas und kann bei einzelnen Exemplaren abfallen, also solltest Du das Auto genau auf Passungen und Klappern prüfen.

Der Kofferraum ist in Normalstellung klassenüblich eher klein. Nach dem Umklappen der Rückbank sind es 1220 Liter


Motoren


Den Opel Mokka gibt es mit fünf Benzin- und zwei Dieselmotoren. Bis Dezember 2018 wurd auch eine Autogas-Version angeboten. Der Verbrauch ist insgesamt niedrig. Die Diesel (130, später 136 PS) verbrauchen im Alltag durchschnittlich rund 6,1 Liter auf 100 km, die Benziner (125-152 PS) knapp 8 Liter auf 100 Kilometer. Alle Motoren erreichen mindestens Euro 5 und erhalten somit eine grüne Plakette sowie freie Fahrt in Umweltzonen.


Marktübersicht


Richtig billig war der Mokka als Neuwagen nicht, und dank seiner Beliebtheit sind die Gebrauchtwagen keine Schnäppchen. Wer unter 100.000 Kilometer gefahrene Exemplare sucht, kann ab rund 8.500 Euro fündig werden. Dafür gibt es Benziner der ersten Baujahre in relativ spärlicher Ausstattung. Überraschend: Die Diesel sind nicht wesentlich teurer, ab einem Aufpreis von nur 300 Euro stehen Selbstzünder bereit. Bei den Dieseln laufen die moderneren 1.6er etwas ruhiger und druckvoller, aber es wird immer wieder von (teuren) Problemen mit der Steuerkette berichtet.

Vorne sitzt Du bequem und hoch – die Sitze liegen in 70 Zentimetern Höhe


Mängel


Insgesamt stellen TÜV und ADAC dem Mokka ein gutes Zeugnis aus. Die älteren Exemplare fallen durch Mängel bei den Anlassern auf, sogar Motorschäden gab es anfangs, wie der ADAC meldet. Aber das sind keineswegs häufige Mängel. Bei der Hauptuntersuchung fallen die Mokka durch Ölleckagen auf, was der häufigste Grund für eine verweigerte Plakette ist. Mängel an der Beleuchtung sind eher der laxen Pflegementalität einiger Besitzer geschuldet als der Montage im Werk. Alle anderen Baugruppen wie Fahrwerk, Bremsen und Umwelt schneiden gut bis sehr gut ab. Und Rost wurde am Mokka bisher gar nicht gemeldet. Ist das beim geprüften Exemplar anders, stehst Du wahrscheinlich vor einem Auto mit einem schlecht reparierten Unfallschaden.

Hinten geht es beengter zu. Hier fehlt es an Kopffreiheit, außerdem ist der Knieraum knapp


Fahrkomfort/Fahrwerk


Der Opel Mokka baut ziemlich schmal, hoch und hat einen kurzen Radstand. Aber weder kippelt er, noch fährt er sich in irgendeiner Weise unpräzise. Der Fahrkomfort ist gut, wenn auch nicht überragend. Gut abgestimmt zeigt sich die Lenkung mit ihrer präzisen Rückmeldung. Der Einstieg ist SUV-typisch einfach, die Sitze liegen in luftigen 70 Zentimetern Höhe. Ein echter Tipp: die aufpreispflichtigen AGR-Sitze. Mit der „Aktion Gesunder Rücken“ wurden vielfältig einstellbare Sitze inklusive Lordosenstütze entwickelt, die den Langstreckenkomfort merklich erhöhen.


Sicherheit


Die Sicherheitsausstattung des Opel Mokka ist komplett: Sie umfasst den Schleuderschutz ESP, adaptives Bremslicht, Front-, Brust-, Becken, Seiten- und Kopf-Airbags vorn und hinten, Antiblockiersystem mit Kurvenbremskontrolle, Bremsassistent. Dass auch die passive Sicherheit gut ist, zeigt die volle Punktzahl im NCAP-Crashtest: fünf Sterne.


Fazit


Der Opel Mokka ist ein rundum gelungenes Kompakt-SUV, der allerdings nicht billig ist. Abgesehen von wenigen Mängeln und der manchmal laxen Verarbeitung wird Dir der Opel Mokka ein treuer Begleiter sein.

Zur Wahl stehen fünf Benzin- und drei Dieselmotoren. Seit September 2016 stammen sie alle von Opel, bis dahin wurden Dieselmotoren von Isuzu verwendet


Alternativen


Etwa auf gleichem Preisniveau liegen kompakte SUV anderer Importeure. Zu nennen wären hier Ford Kuga, Renault Captur, Peugeot 2008 oder der Fiat 500 X.

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Roland Wildberg

22 Jan. 2021