Kaufberatung Skoda Octavia 5E: Europas Lademeister

Thomas Flehmer

14 Mai. 2021

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Wenn Du einen praktischen Vertreter in der Golfklasse suchst, musst Du nicht unbedingt zum Namensgeber aus Wolfsburg greifen. Der tschechische Verwandte ist gerade als Gebrauchtwagen eine günstige und hochwertige Alternative

(Fotos: Skoda)


Mit dem Octavia hat Skoda einen großen Konkurrenten innerhalb des VW-Konzerns aufgebaut, der auch in seiner im letzten Jahr abgelaufenen dritten Generation zu überzeugen wusste – vor allem bei der Combi genannte Kombivariante haben die Tschechen alles richtig gemacht. Der mit 4,69 Metern Länge an die Mittelklasse klopfende Lademeister war der meistverkaufte Kombi in Europa.


• Baujahre von 2012 bis 2020


• Viel Platz im Innenraum


• Der Combi bietet bis zu 1740 Liter Kofferraumvolumen


• Günstiger als der Golf


• Federn als Schwachpunkt

Die Limousine steht dem Kombi in puncto Länge mit nur vier Zentimetern weniger kaum nach. Auch das Kofferraumvolumen ist für die Verhältnisse in der Kompaktklasse riesig ausgefallen. Zwischen 590 und 1580 Liter fasst die Limo, der Kombi kann zwischen 610 und 1740 Liter aufnehmen und erweist sich somit als praktischer Lastesel mit Mittelklassemaßen. Gemeinsam mit dem Seat Leon für die jüngere Kundschaft und dem Audi A3 für gehobene Ansprüche konnte sich auch der auf Praktikabilität ausgerichtete Octavia als Verwandter des VW Golf beim Modularen Querbaukasten (MQB) des VW-Konzerns reichlich bedienen.


VW-Verwandtschaft deutlich sichtbar


Im Skoda-Stammwerk im tschechischen Mlada Boleslav wurde die dritte Auflage dabei etwas aufregender designt als das Vorgängermodell und legte das nüchterne Ambiente der ersten Octavias mehr und mehr ab. Vor allem nach dem Facelift 2016 mit der neuen Frontgestaltung und den zweigeteilten Scheinwerfern wollte Skoda dem blassen Image entfliehen, sodass der Praktiker auch noch einen hübschen Anstrich erhielt. Als höher gelegte Version Octavia Scout wurde die Familienkutsche zumindest optisch dem Gelände näher gebracht. Eine Dachreling und Unterfahrschutz sorgten für einen raueren Charakter, insbesondere wenn der Octavia mit Allradantrieb ausgestattet war.

Im Innenraum tritt die VW-Verwandtschaft deutlich zutage. Armaturen, Knöpfe, Schalter, Display haben ihren Ursprung am Mittellandkanal und sind klar und übersichtlich angeordnet, sodass es Dir sehr leicht fallen wird, Dich zurechtzufinden. Und auf den gut konturierten Sitzen werden Du und Deine Mitfahrer auch lange Strecken aushalten.


Dreistelliger Gewichtsverlust für breites Motorenangebot


Mit dem Generationenwechsel zum Ende des Jahres 2012 sank auch das Gewicht der dritten Auflage im Vergleich zum Vorgängermodell um bis zu 102 Kilogramm, verbunden mit einem Minus beim Kraftstoffverbrauch und der CO2-Emissionen. So begnügt sich der 1.6 TDI GreenLine mit 3,4 Liter Diesel und stößt lediglich 89 Gramm CO2 in die Luft. Für die Top-Variante RS hingegen bedeutet der Gewichtsverlust mehr Agilität im Kurvenverhalten.


Zwischen dem sparsamen Diesel mit 110 PS und der bis zu 245 PS starken Benziner-RS-Variante tummeln sich diverse Ottomotoren und Selbstzünder mit vier Zylindern, ab dem Facelift 2016 gab es auch einen Dreizylinder. Der 1.0 TSI mit 115 PS ersetzte diverse Varianten des 1.2 TSI und 1.4 TSI. Im breiten Motorenangebot durfte ab 2017 auch der 1.5 TSI mit Zylinderabschaltung (ACT) nicht fehlen.


Interessante Erdgas-Variante


Bei den Dieseln konnte zwischen einem 1.6 TDI mit einem Spektrum zwischen 90 und 115 PS und einem 2.0 TDI, der 150 oder 184 PS leistet, gewählt werden. Alle Motoren wurden mit manuellen Fünf- oder Sechsganggetriebe angeboten, optional konnte eine Doppelkupplungsautomatik geordert werden. Auch Allradantrieb wurde in bestimmten Versionen angeboten.

Eine Besonderheit bildet der 1.4 G-Tec, der zwischen 2015 und 2018 im Schaufenster stand. Das Erdgasauto wurde aber weder vom Hersteller noch vom Handel großartig protegiert – der Kraftstoff Erdgas spielt in Deutschland nur eine kleine Rolle. Dabei hatte der Erdgas-Octavia mit einem Verbrauch über 3,4 Liter CNG den preislichen Aufschlag beim Kauf schnell wieder eingespielt angesichts der Langzeitqualitäten von Limousine und Kombi.


Langzeitqualitäten fordern Tribut


Praktikabilität, Platz und Reisetauglichkeit führten dazu, dass der Octavia zumeist als Combi mit Dieselmotor bestellt wurde und somit einen hervorragenden Dienstwagen abgab, der selten streikte, aber auch den gestellten Anforderungen öfters Tribut zahlen musste. So entdecken die Prüfer schnell gebrochene Federn beim Fahrwerk. Ansonsten hat der dritte Octavia die Mängel des Zweiten abgestellt und macht einen äußerst soliden Eindruck.

Somit überrascht es auch nicht, dass bei den Gebraucht-Angeboten die Selbstzünder dominieren und das mit zum Teil sehr hohen Kilometerzahlen bis an die 400.000 Kilometer heran. Dabei eröffnet vor allem der 1.6 TDI, der mit 105 PS bis zum Jahr 2015 produziert wurde, den Markt zu Preisen ab 4200 Euro. Die Auswahl an Angeboten ist sehr umfangreich und zeigt auf, wie erfolgreich bei Skoda in den vergangenen Jahren gearbeitet wurde.


Auch die GTI-Jäger mit dem RS-Kürzel waren bei Skoda stark nachgefragt. Somit befinden sich auch viele Alltagsboliden im Angebot, deren Preise bei 10.500 Euro starten, diese haben in der Regel weniger Kilometer auf der Uhr als die normalen Octavia.


Fazit


Mit dem Skoda Octavia erhältst Du einen praktischen Lastesel, der sowohl als Transporter sowie als Familienkutsche dienen kann. Vor dem Kauf musst Du aber unbedingt die Federn überprüfen lassen, denn sie sind der Schwachpunkt des Octavia, aber auch so ziemlich der einzige. Wundere Dich nicht: Die Preise für einen vergleichbaren Golf sind ähnlich, der Octavia bietet aber trotzdem mehr Platz, sodass er eine günstige Alternative ist, wenn Du ein praktisches Auto für den Alltag benötigst.

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Thomas Flehmer

14 Mai. 2021