KBA: Anhörungsverfahren gegen Porsche eingeleitet

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Porsche steht eine Überprüfung des Kraftfahrt-Bundesamtes ins Haus. Der Sportwagenhersteller hatte von sich aus ein „Thema“ angezeigt.

Porsche gerät selten negativ in die Schlagzeilen. Zuverlässig bauen die Schwaben Sportwagen für Sportwagen. Doch nun hat das Kraftfahrt-Bundesamt (im Bild / Quelle: KBA) laut „dpa“ ein Anhörungsverfahren gegen die Zuffenhausener eingeleitet. Das bestätigten sowohl das KBA als auch Porsche gegenüber der Nachrichtenagentur. Dem Sportwagenhersteller droht damit möglicherweise ein Rückruf Tausender Fahrzeuge. Konkret geht es um Falschangaben bei der Typengenehmigung einzelner Modelle.


Beim Typgenehmigungsverfahren untersucht das KBA, ob eine Serie gleichartiger Automobile oder Teile den gesetzlichen Mindeststandards an Sicherheit und Umweltvorgaben entspricht. Die Mindeststandards leiten sich aus den Regeln „der Europäischen Union, der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) und nationalen Verordnungen wie der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) sowie der Fahrzeugteileverordnung (FzTV) ab“, heißt es beim KBA. Im Fall Porsche waren bei den Angaben zum Verfahren seitens des Herstellers bei Untersuchungen im Rahmen des Volkswagen-Compliance-Programms Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. Es folgte die Selbstanzeige.

Porsche-Stammwerk in Zuffenhausen. (Foto: Porsche)


Zu den Details äußerte sich weder die Behörde aus Flensburg noch der Zuffenhausener Autohersteller. Laut „Business-Insider“ läuft der Vorgang bereits seit dem Sommer des vergangenen Jahres. Die einzigen Informationen, die Porsche dazu bekannt gab, ist, dass nur ein geringer Anteil der Modelle betroffen sei. Und: „Das Verfahren befindet sich in einem frühen Stadium der Anhörung“, so das Unternehmen.


Der Volkswagen-Konzern, zu dem Porsche gehört, kommt damit erneut wegen Manipulationen bezüglich der Verbrauchswerte in die Schlagzeilen. Vor etwa sechs Jahren geriet der Konzern wegen gefälschten Abgaswerten bei Dieselmodellen schon einmal in den Fokus der Behörden.


Die gerichtliche Aufarbeitung läuft nach wie vor. Laut Umfrage des Deutschen Richterbunds bei den Oberlandesgerichten wurden 2020 bei den Gerichten circa 30.000neue Fälle zu den Abgasmanipulationen bei Dieselautos aktenkundig. Das Jahr davor wurden etwa 10.000 mehr eingereicht. In den Angaben sind auch die Verfahren gegen Daimler und BMW wegen geschönter Abgaseingaben eingeschlossen.


Ein erneuter Skandal wäre für den Volkswagen-Konzern nicht gut. Was aber heißt das nun für Porsche-Käufer? Sollte das KBA zum Schluss kommen, dass auch Porsche-Modelle manipuliert wurden, werden die betroffenen Halter bald Post aus Zuffenhausen bekommen, mit der Bitte, einen Werkstatttermin zu vereinbaren.

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