Kia Picanto 1.0 T-GDI mit 100 PS: Großer Spaß im Kleinstwagen

Attila Langhammer

08 Juni. 2021

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Dieser Kleinstwagen kommt als Fahrspaßmaschine ganz groß raus. Glaubst Du nicht? Dann lies den Fahrbericht

YesAuto Bewertung:

/ 100

Diese Bewertung wird durch unser Team nach umfangreichen Tests des Autos verfasst.

YesAutos umfassende Bewertungskriterien berücksichtigen jeden Aspekt eines Autos. Außerdem berücksichtigen sie, wie das Auto in Verhältnis zu anderen Autos der gleichen Kategorie steht. Unten sind die Kriterien, nach den jedes Auto bewertet wird, aufgelistet. Die Autos können pro Kriterium maximal 10 Punkte erhalten, was zu einer Note von insgesamt 100 Punkte führen kann.

  • Qualität und Design der Fahrzeuginnenausstattung
  • Fahrzeuginnenausstattung bezüglich der Technologie
  • Innenraummaße
  • Kofferraum
  • Motorleistung
  • Sparsamkeit des Motors
  • Fahrt und Komfort
  • Handling
  • Antriebs- und Sicherheitstechnologie
  • Gebrauchstauglichkeit

Elektroautos werden, statt nach Leistungsfähigkeit und Sparsamkeit, mit bis zu 10 Punkte nach den folgenden Aspekten bewertet:

  • Batterie und Motor
  • Reichweite und Ladegeschwindigkeit

(Fotos: Kia)

Den launigen 100-PS-Turbo gibt's nur für die Topausstattungen GT Line (Bild) und X-Line


Kia hatte schon im März diesen Jahres zum Trackday nach Mendig geladen um die Modellüberarbeitungen einiger Fahrzeuge zu präsentieren. Neben dem neuen Sorento Plug-in-Hybrid mit 265 PS Systemleistung und dem faszinierenden Stinger GT mit 366 PS ist mir vor allem die wilde Fahrt im 100-PS-Picanto über verschlungene Eifel-Sträßchen in Erinnerung geblieben.


Warum? Während der Sorento mit seinem Raumangebot und der Stinger GT mit der Wucht von 510 Nm beeindrucken, bietet der kleine aber direkte Picanto ganz unverklemmten und legalen Fahrspaß. Da, wo Du den Stinger schon wieder mit der Bremse zügelst, wenn Dir Dein Führerschein lieb ist, stehst Du in dem munteren Kleinstwagen im dritten Gang noch auf dem Gas und siehst der Drehzahlnadel beim Aufsteigen zu. Dann bremst Du die Kurve spät an – weil der Knirps leer gerade mal 960 Kilo wiegt, kannst Du Dir das leisten. Auf dem komfortablen Fahrwerk taucht er spürbar vorn ein, dann drückst Du den Picanto mit der etwas indirekten Lenkung um den Knick und trittst im passenden Gang wieder voll aufs Gas.

Der Fahrspaß im Picanto entsteht nicht, weil Kia hier einen kompromisslosen Minisportler auf die Räder gestellt hat, sondern weil die Komponenten so lebhaft zusammenspielen und Du alle Fahrzustände prima erspüren kannst. Im Einzelnen funktionieren die Komponenten wie folgt: der Turbodreizylinder mit 100 PS von 4500 bis 6000 Umdrehungen pro Minute dreht gern und knurrt sogar leicht sportlich, das Fahrwerk ist komfortabel, die Lenkung etwas indirekt und das manuelle Fünfganggetriebe lässt sich präzise schalten, ist aber sicherlich nicht knackig. Aber die Summe dieser Teile fühlt sich so analog, so echt nach Auto an, dass es einfach Spaß macht.

Wenn Du bei dem Wort "analog" aber an altmodisch denkst, ist das weit gefehlt. Denn mit seinem Marktstart 2017 steht der Kia Picanto quasi in der Blüte seines Modellzyklus – und auch er wurde für das Jahr 2021 nochmals überarbeitet, obwohl das große Facelift erst ein Jahr zurück liegt. So wurde das digitale Display des Bordcomputers im Kombiinstrument etwas vergrößert, der Touchscreen des optionalen Infotainments inklusive Navi (ab 790 Euro Aufpreis) misst nun acht statt sieben Zoll. Der Assistenzumfang wurde deutlich vergrößert, umfasst jetzt Notbrems-, Spurhalte- sowie Spurwechselassistent. Für den Basis-Picanto sind die Helfer aber nur optional, die meisten gibt es nur für die beiden Top-Ausstattungen GT Line (sportlich) sowie X-Line (offroadig). Und auch die wurden fürs Jahr 2021 nochmal überarbeitet.

Es muss nicht immer Turbo sein: der 1,2-Liter mit 84 PS macht auch schon Spaß


Es gibt für den Picanto übrigens mehr Ausstattungslinien – Attract, Edition 7, Dream Team Edition, Spirit, GT Line, X-Line – als Motorvarianten – Einliter-Dreizylinder mit 67 PS, 1,2-Liter-Vierzylinder mit 84 PS und den hier gelobten Turbo mit 100 PS und 175 Nm. Diesen spritzigen Spaßmotor gibt es aber leider nur mit den beiden üppig staffierten Linien GT und X, ab 16.850 beziehungsweise 18.050 Euro. Dafür gibt es für die beiden kleinen Motoren seit der letzten Überarbeitung ein automatisiertes Schaltgetriebe, der veraltete Vierstufenwandler flog (endlich) aus dem Programm.

Der Kia Picanto zeigt, wie weit sich das einstige Mitleidssegment Kleinstwagen mittlerweile entwickelt hat: zeitgemäße Sicherheitsassistenz, autobahnfähige Fahrleistungen, ein Raumangebot für sehr viele Lebenslagen. Und dazu bieten manche dieser kleinen Kisten jetzt auch noch eine echte Portion ungefilterten Fahrspaß. Also: Bevor Du wieder davon fantasierst, in einem einraumwohnungsgroßen SUV über die Landstraßen zu wanken, quetsch doch mal so einen Spaßzwerg auf der Landstraße aus – Du wirst spüren, es lohnt sich.

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Attila Langhammer

08 Juni. 2021