Klassiker: Versteigerungsmarkt auf der Überholspur - Die Preisen ziehen an

Stefan Grundhoff

19 Aug. 2021

1/12
Die anhaltende Pandemie hat die internationale Versteigerungsbranche mächtig unter Druck gesetzt. Einige Sammler stiegen auf die Online-Auktionen der großen Anbieter um – vielen kauften gar nicht. Bei den Versteigerungen in Pebble Beach meldete sich die Branche lautstark zurück, denn mit einem Gesamtumsatz von 343 Millionen US-Dollar ging es steil bergauf.

Die Verantwortlichen bei zwei der führenden Auktionshäuser, Goodings und RM Sotheby’s, dürften nach den wichtigsten Versteigerungen des Jahres nicht unzufrieden sein. Goodings konnte bei seinen Versteigerungen, die alljährlich im Rahmen der Monterey Autoweek durchgeführt werden, mehr als 107 Millionen US-Dollar umsetzen; fast 90 Prozent der Fahrzeuge wurden verkauft. Beim direkten Wettbewerber RM Sotheby’s waren es letztlich sogar fast 150 Millionen US Dollar, die an drei Abenden über die Bühne verkauft werden. Nachdem die renommiertesten Versteigerungen des Jahres 2020 wegen der Pandemie und ausgefallender Großveranstaltungen gestrichen wurden, erwachte die Branche aus ihrem Zwangsschlaf und endlosen Onlineauktionen zurück. Im Vergleich zu 2021 gab es in Pebble Beach einen Anstieg um rund 37 Prozent. Bei RM waren es sogar 91 Prozent erfolgreich versteigerte Produkte zumeist betagteren Datums.

 



Wer speziell die Versteigerungen von RM Sotheby’s im Convention Center von Monterey besuchte, glaubte seinen Augen kaum zu trauen, denn der Versteigerungssaal platzte aus allen Nähten. Veranstalter und Sammler scherten sich vergleichsweise wenig um Pandemie und Infektionsgefahr, denn die Abstände waren kaum größer als in den Jahren zuvor und einen Mundschutz trugen zur Versteigerung nur ein Bruchteil der Besucher. Bei Goodings, traditionell auf dem Gelände der Luxusenklave von Pebble Beach, herrschte dagegen strenge Maskenpflicht. Dem Erfolg der Versteigerungen tat beides keinen Abbruch und auch bei Bonhams, Russo & Steel oder Mecum waren die Anfragen der Sammler, die kaufen oder verkaufen konnten größer denn je. Bei RM Sotheby’s sprechen die Veranstalter nach dem ausgefallenen Event in 2020 und bisweilen zähen Verkäufen in 2019 von einer „phänomenalen Auktion“, an der Bieter aus 34 Ländern teilnahmen. Beachtlich: rund jeder fünfte Kunde war neu. 44 Fahrzeuge wechselten für mehr als eine Million US Dollar einen Besitzer, 16 von ihnen lagen über die drei Millionen und vier knackten gar die Fünf-Millionen-Dollar-Grenze.

 



„Dies ist ein weiterer Meilenstein für RM Sotheby's, denn wir haben ein Ergebnis erzielt, das zu den drei besten Monterey-Auktionen aller Zeiten gehört“, so Gord Duff, Global Head of Auctions bei RM Sotheby's, „vor allem aber hat diese Woche gezeigt, dass der Markt heute so stark ist wie nie zuvor und dass Sammlerfahrzeuge aus aller Welt bereitwillige neue Käufer finden. Wir haben auch wieder einmal bewiesen, dass hochwertige Autos ohne Vorbehalt angeboten werden können und Rekordergebnisse erzielen, wie viele Lose in dieser Auktion zeigen." Teuerstes Modell war ein Aston Martin DB4 GT Zagato aus dem Jahre 1962, der für mehr als 9,5 Millionen US Dollar seinen Besitzer wechselte. Knapp dahinter: zwei Ferrari 268 SP und 275 GTB, die für mehr als sieben Millionen versteigert werden konnten. Deutlich höher lagen die Topwerte noch bei Goodings. Hier brachte der bereits vorab hoch gehandelte McLaren F1 aus dem Jahre 1995 20,5 Millionen US Dollar. Auch bei letzten Event in 2019 hatte ein McLaren F1 mit 19,8 Millionen Dollar einen Bestwert erzielt. Ein stattlicher Abstand zu dem ebenfalls hoch gehandelten Ferrari 250 GT LWB Spider mit rund elf Millionen. Ebenfalls überraschend teuer: einer der letzten produzierten Mercedes 300 SL Roadster mit Hardtop, der seinem Eigentümer über drei Millionen Dollar brachte. Und selbst ein Citroen 2CV aus dem Jahre 1991 wechselte bei Goodings für stattliche 20.000 Dollar seinen Eigentümer. Bei Bonhams ging ein kleiner Subaru 360 Deluxe für 16.800 Dollar weg. Spektakulär: bei der gleichen Versteigerung wechselte ein 1928 Mercedes 26 / 120 / 180 Supercharged S-Type für 5,4 Millionen Dollar seinen Besitzer. Einen neuen Rekord gab es für japanische Fahrzeuge, denn ein Lexus LF-A Nürburgring wurde bei RM Sotheby’s für 1,6 Millionen Dollar versteigert.

 



Und bei den exzellenten Ergebnissen aus Monterey und Pebble Beach soll es 2021 nicht bleiben. Alle Veranstalter rechnen nach dem Krisenjahr 2020 und überwiegend Onlineauktionen mit einem exzellenten Jahr 2021. Gerade die Nachfrage nach jüngeren Klassikern und Sportwagen ist größer denn je, während sich allein Vorkriegsmodelle ohne besondere Historie schwer tun.

 



Stefan Grundhoff; press-inform

360°

Details

Gebraucht

Videos

News

Du weißt nicht, welches Auto zu Deinem Lebensstil passt? Frag YesAuto! Unser Kaufberater zeigt Dir alle Informationen, die Du brauchst um die richtige Entscheidung zu treffen.

Stefan Grundhoff

19 Aug. 2021