Lamborghini wird vollelektrisch

Mathias Keiber

19 März. 2021

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CEO Stephan Winkelmann sieht für Supersportwagen nur eine künftige Antriebsoption.

Leicht fällt die Elektrifizierung keinem der klassischen Autobauer. Doch vor ganz besonders hohen Hürden stehen die Hersteller von Sport- und Supersportwagen: Erstens ist der Energieverbrauch im Hochleistungsbereich so extrem, dass die aktuelle Technologie schlicht überfordert ist. Zweitens sind Motoren im Segment weit mehr als nur das Kraftwerk eines Fahrzeugs. Sie gehören zum Markenkern, sind wesentlicher Teil der Identität des Fahrzeugs und nicht selten auch des Fahrers.


Beispiel: Ein Flaggschiff-Lamborghini ohne V12-Sauger ist US-Käufern ähnlich schwer vermittelbar wie Mettbrötchen am Veggieday. Trotzdem werden Kunden der italienischen Schmiede ein solches Sakrileg schlucken müssen. Denn CEO Stephan Winkelmann will in diesem Jahr einen fundamentalen Umbruch verkünden. „Sicherlich noch vor dem Sommer werden wir mit wichtigen Neuigkeiten aufwarten“, sagt der Manager in der Wochenendausgabe des „Handelsblatts“. „Das schließt auch die Elektrifizierung ein.“


Wer beim Stichwort Elektrifizierung jetzt an Hybrid-Antriebe denkt, denkt zu kurz: „Auch für Supersportwagen wie Lamborghini wird es in weiterer Zukunft nur noch den Elektroantrieb geben“, bekennt sich der Lambo-Chef. Hybrid-Antriebe sind aus seiner Sicht nur eine Übergangstechnologie. Synthetische Kraftstoffe, sogenannte E-Fuels, sieht der Manager erst gar nicht als Option: „Das ist keine klare Strategie für die Zukunft“, sagt er. Bei der Konzern-Schwester Porsche sieht man das anders und will den Elfer mit E-Fuels zukunftsfit machen.

Der Firmensitz von Lamborghini in Sant’Agata Bolognese. (Fotos: Lamborghini)


Derweil ist Lamborghini erstaunlich gut durch die Pandemie gekommen. Zwar gelten Luxusmarken eh als relativ krisenresistent. Doch mit 7430 Auslieferungen war 2020 sogar das zweitbeste Jahr der Firmengeschichte. Jedenfalls beim Absatz. Wie es mit der Profitabilität aussieht, verraten die Italiener nicht. Das könnte jedoch auch damit zu tun haben, dass man mit ziemlicher Sicherheit weniger rentabel als Ferrari wirtschaftet. Der Erzrivale liegt konstant bei über 20 Prozent.


Während Ferrari losgelöst von Ex-Mutterkonzern FCA am Kapitalmarkt agiert, gab es in den letzten Jahren immer mal wieder Gerüchte, der VW-Konzern wolle Lambo verkaufen. Ende 2020 wurden diese jedoch vom VW-Aufsichtsrat beerdigt: Lambo bleibt unter dem Dach des Wolfsburger Konzerns. Und der setzt künftig auch mit seiner Supersportwagenmarke voll auf Elektro.

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Mathias Keiber

19 März. 2021