Lancia orientiert sich an Mercedes

Mathias Keiber

14 Dez. 2021

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Die italienische Marke will im europäischen Premiumautomarkt zu neuem Glanz finden. Drei Modelle soll es in diesem Jahrzehnt noch geben.

Die einst so stolze Marke Lancia, die in den Achtzigern mit dem Delta HF Integrale die Rallye-Weltmeisterschaften dominierte, ist außerhalb Italiens dieser Tage eigentlich nicht mehr wahrnehmbar. Und selbst auf dem Heimatmarkt gibt es nur noch ein Modell, den Kleinwagen Ypsilon.

Doch ganz tot ist die Marke noch nicht. Durch die Fusion von FCA (Fiat Chrysler) und PSA (Peugeot) ist sie im neu entstandenen Stellantis-Konzern aufgegangen. Dort ist sie zusammen mit Alfa Romeo, ebenfalls von FCA eingebracht, und dem Citroen-Ableger DS Teil der Premium-Markengruppe. Nennenswerte Nachfrage nach den drei Marken gibt es außerhalb ihrer jeweiligen Heimatländer nicht unbedingt. Aber anders als Lancia und Alfa Romeo, dass sich technisch und kommerziell ebenfalls seit Jahren im Sinkflug Richtung Absturz befindet, ist DS aber unverbraucht.


Deswegen nimmt es nicht nur die Führungsrolle in der Premiumgruppe sein, sondern soll konzernweit auch als Fackelträger der Elektromobilität fungieren. Für Lancia kommt es gewissermaßen darauf an, wie gut es in diesem Kontext als Mitläufer funktioniert. Den Grundgedanken der Strategie hat Lancia-Chef Luca Napolitano (Titelfoto) nun gegenüber „Reuters“ bekannt gegeben.


„Volumen sind natürlich wichtig, aber bei unseren Zielen geht es um Rentabilität“, zitiert ihn die Nachrichtenagentur. Lancia müsse sich an diesem „High-End-Pfad“ orientieren. Der Maßstab sei Mercedes, das eine ähnliche Strategie verfolgt, wenn auch in völlig anderen Mengen. Deshalb schränkt Napolitano auch ein: „Wir wollen nicht Mercedes herausfordern, das wäre naiv.“ Doch sei die Strategie von Mercedes etwas, das man sich zum Vorbild nehme.


In puncto neue Märkte habe Lancia zunächst Deutschland und Frankreich im Auge, da die Elektromobilität dort schneller voranschreite als anderswo, so Napolitano weiter. Später solle es auch nach Spanien, Belgien, Österreich und Skandinavien gehen. Eine Expansion auf andere Kontinente sei innerhalb seines Zehnjahresplans nicht vorgesehen. Auch Motorsport sei kein Thema.

Es gehe darum, in Europa als glaubhafte Premiummarke wahrgenommen zu werden.


Dafür will Lancia ein europaweites Netz von 100 Händlern in 60 Großstädten aufbauen. Ab 2024 soll bei diesen der neue Ypsilon stehen, in einer teil- und einer vollelektrischen Version. Ab 2026 soll ein kompakter Crossover dazu kommen, ausschließlich mit vollelektrischem Antrieb. Dabei könnte es sich um das angekündigte Elektro-Revival des Delta handeln. Entsprechende Medienberichte deuten auf ein Comeback in diesem Jahr hin, auch wenn Napolitano bislang keine konkrete Jahreszahl in Verbindung mit dem E-Delta genannt hat.


Möglicherweise ist es erst 2028 soweit. Dann kommt der dritte neue Lancia. Laut „Reuters“ ein „kompakter Hatchback“ – eine Klassenbezeichnung, die auf den originalen zutrifft. Dessen Fans dürften sich freuen, wenn dem legendären Modell die Crossover-Kur erspart bliebe. Was ihm jedoch nicht erspart bleibt. Auch de3n kompakten Hatchback wird es nur in einer vollelektrischen Variante geben. 


(Fotos: Lancia)

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Mathias Keiber

14 Dez. 2021