Mercedes-AMG SL: Innenraum enthüllt!

Mathias Keiber

16 Juli. 2021

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Die Coupé- und Cabrio-Ikone soll in neuer Generation an ihre Glanzzeiten anknüpfen. Erste Fotos vom Innenraum.

SL – diese zwei Buchstaben stehen bei Mercedes für automobile Ästhetik in Reinkultur. Die Cabrios und Coupés mit diesem Kürzel sind legendär, insbesondere auch der 300 SL Roadster. „Sissi“-Darstellerin Romy Schneider fuhr einen solchen. Und vor ein paar Jahren wurde ein 300 SL Roadster zum vermutlich teuersten Gebrauchtwagen aller Zeiten. Mehr als 3 Millionen Euro wurden in einem Versteigerungshaus bereitwillig gezahlt. Gut, der Wagen hatte nur einen Vorbesitzer und ging mit gerade einmal 1500 Kilometer auf dem Tacho quasi noch als Vorführwagen durch.

 

Der bislang letzte SL kam 2012 mit dem R 231 auf den Markt. Es war der insgesamte siebte. Doch er sah im Prinzip aus wie Sechste. Für eine Markenikone, die sich zumindest in den ersten vier Generationen mitunter radikal verändert hatte, war das recht wenig. Und zwei Jahre nach Marktstart bekam der SL der Baureihe R 231 dann auch noch hauseigene Konkurrenz durch den AMG GT Roadster – ein extravagant designtes Auto, dass das Kürzel SL eigentlich eher verdient gehabt hätte.

  


Ob es an dieser AMG-Kreation liegt, dass Mercedes den SL nun komplett in die Entwicklungshoheit der Affalterbacher übergeben hat? Erste Bilder vom Innenraum des kommenden SL wurden nun veröffentlicht. Und in der Pressemitteilung dazu heißt es: „Das Interieurdesign des kommenden SL transformiert die ikonische Tradition des ersten 300 SL Roadsters (im Bild) in die Neuzeit.“ Das schauen wir uns doch mal an!


Für die Neuauflage der Ikone kreierten die Designer ein „hyperanaloges“ Design. Allzu wörtlich genommen werden sollte das aber nicht, was man zum Beispiel am volldigitalen Kombiinstrument sieht, das in ein dreidimensionales Visier integriert ist, um Spiegelungen durch Sonneneinstrahlung zu verhindern.

Für das hochgelobte MBUX-Infotainmentsystem der zweiten Generation stehen mehrere, spezifische Anzeigestile und unterschiedliche Modi zur Auswahl – wiederum gilt also eher: hyperdigital. Bedient wird es über ein 11,9 Zoll großes Multimedia-Display, das ziemlich clever ist. Nicht nur des Portrait-Formats wegen, das in einer Smartphone-gesteuerten Welt auch im Auto immer beliebter wird, sondern insbesondere, weil es beweglich ist:


Der Bildschirm lässt sich elektrisch in eine vertikalere Lage bringen. Das hat Vorteile bei Kaiserwetter, wenn SL-Fahrer das automobile „open air“-Erlebnis schätzen, sich das verdeckfreie Fahren aber negativ auf die Sichtbarkeit der Bildschirminhalte auswirkt. Eine Veränderung des Blickwinkels wirkt dem entgegen. Andererseits gilt im Straßenverkehr: Kopf hoch! Und dank optionalem Head-Up-Display ist auch das im neuen SL auch problemlos möglich.

Ebenfalls Vorteile bietet das Maßkonzept mit 2+2 Sitzen. Damit erinnert der neue SL nicht nur an den 300 SL Roadster, sondern genauso an den keilförmigen R 129, der 1989 als bislang letzter SL mit dieser Sitzkonfiguration an den Start ging. In neuer Generation sind die hinteren Plätze für Personen bis 1,50 Meter Körpergröße geeignet. Werden die Notsitze nicht gebraucht, können sich Fahrer und Beifahrer per Windschott vor Zugluft schützen lassen, alternativ kann die zweite Reihe als zusätzlicher Stauraum genutzt werden. „Beispielsweise für eine Golftasche“, heißt es vom Hersteller, der die sportlichen Interessen seiner Zielgruppe sehr gut kennt – was sich auch an den optionalen Sport- oder Performance-Sitzen zeigt.

 

In Sachen Sitzbezüge stehen zur Wahl: ein- und zweifarbiges Nappaleder, eine besonders edle Nappalederausführung mit Rautensteppung oder eine sportliche Kombination aus Nappaleder und mit Mikrofaser mit Kontrastziernähten in Gelb oder Rot. Generell gilt für die Ausgestaltung des Interieurs: edle Materialien, akribische Verarbeitung und ganz viel Liebe zum Detail – die SL-DNA eben.

So viel zum Innenraum. Man darf gespannt sein, wie sich der neue SL äußerlich gibt. Dass Markenchefs und Chefdesigner aus der Welt der Autos nicht zum Untertreiben neigen, ist bekannt. Dennoch zeigen sich die Verantwortlichen in Affalterbach und Stuttgart bemerkenswert euphorisiert: „Der neue SL ist die Wiedergeburt einer Ikone für die Neuzeit“, sagt Mercedes-AMG-Chef Philipp Schiemer. Daimler-Designchef Gorden Wagener setzt noch einen obendrauf: „Wir haben den ikonischsten SL seit jeher geschaffen, die Luxusikone der 20er Jahre.“

 

Demnach müssen sich der 300 SL und die Pagode im modellinternen Ikonen-Ranking wohl bald mit Platz zwei und drei anfreunden müssen, oder? Warten wir es mal ab. Wunderschöne Autos können designt werden. Doch wer zur Ikone wird, entscheidet sich später. Eine Romy Schneider, die sich nach ihren Filmauftritten als „Sissi“ 1958 einen 300 SL kauft, oder eine Princess of Wales, die zu Lebzeiten in allen Boulevardblättern in ihrem R 129 zu sehen war, können da schon bei helfen.

 

 

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Mathias Keiber

16 Juli. 2021