Mercedes-Benz: Durchbruch beim autonomen Fahren

Mathias Keiber

09 Dez. 2021

Der Stuttgarter Autohersteller erhält die weltweit erste international gültige Systemgenehmigung für hochautomatisiertes Fahren. Und wann es los geht mit Level 3, ist auch schon klar.

Als weltweit erstes Automobilunternehmen erfüllt Mercedes-Benz die gesetzlichen Anforderungen für ein Level-3-System. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat dafür die Systemgenehmigung erteilt und somit den Weg bereitet, grundsätzlich ein solches System international anzubieten – immer vorausgesetzt, die jeweiligen nationalen Gesetzgebungen erlauben es.


Erste Kunden sollen noch in der ersten Jahreshälfte 2022 eine S-Klasse mit einem sogenannten „Drive Pilot“ des dritten Levels kaufen und so bei hohem Verkehrsaufkommen oder Stausituationen auf geeigneten Autobahnabschnitten in Deutschland bis 60 km/h hochautomatisiert fahren können. Zunächst ist das in Deutschland auf 13.191 Autobahnkilometern möglich. Sobald es in zusätzlichen Märkten einen nationalen Rechtsrahmen für den hochautomatisierten Betrieb gibt, der insbesondere eine Abwendung von der Fahraufgabe erlaubt, soll schrittweise die internationale Einführung erfolgen.


Der Drive Pilot baut auf der Umfeldsensorik des Fahrassistenz-Pakets auf und umfasst zusätzliche Sensoren wie Lidar sowie eine Kamera in der Heckscheibe und Mikrophone, insbesondere zum Erkennen von Blaulicht und anderen Sondersignalen von Einsatzfahrzeugen, sowie ein Nässesensor im Radkasten. Ergänzend dazu erhält der Drive Pilot Informationen zu Straßengeometrie, Streckeneigenschaften, Verkehrszeichen sowie besonderen Verkehrsereignissen (z.B. Unfällen oder Baustellen) von einer HD-Karte.


Während der hochautomatisierten Fahrt ermöglicht es der Drive Pilot dem Fahrer, sich vom Verkehrsgeschehen ab- und bestimmten Nebentätigkeiten zuzuwenden. Zum Beispiel mit den Kollegen via In-Car-Office zu kommunizieren, Mails zu schreiben, im Internet zu surfen oder einen Film anzuschauen. Im Drive-Pilot-Modus können auf dem im Fahrzeug integrierten Zentraldisplay Anwendungen freigegeben werden, die sonst während der Fahrt gesperrt sind.


(Foto: Daimler)

Mathias Keiber

09 Dez. 2021