Mercedes-Benz Sprinter: Frische Lieferung

Er ist bei Logistikern wie bei Handwerkern beliebt. Nun kommt der aufgefrischte Mercedes-Benz Sprinter im September zu den Händlern und hat einige Neuheiten an Bord.


Der Premiumtransporter wurde von Mercedes-Benz generalüberholt und wartet mit einer ganz besonderen Neuheit auf – dem Schiebetürsystem „Speed Delivery Door“. Die erkennt über eine Lichtschranke, wenn der Lieferant von der Fahrerkabine in den Laderaum kommt. Dann folgt ein „Sesam öffne dich“. Die Schiebetür entriegelt und öffnet sich ohne menschliches Eingreifen. So kann der Transporteur seine Ware oder der Handwerker seine Werkzeuge ohne lästiges Abstellen zum Kunden tragen. Als Option bieten die Stuttgarter auch eine automatische Verriegelungsfunktion an. Darüber hinaus ist die Tür durchsichtig. Das ermöglicht dem Fahrer den Blick auf den Fußgängerweg, um nicht unbeabsichtigt mit einem Rad oder Passanten zu kollidieren.


Ebenfalls neu: das Allradsystem. In der Vorgängerversion wurde im 4x4-Modus 35 Prozent des Drehmoments an die Vorder- und 65 Prozent an die Hinterachse geleitet. Nun ist das Fahrzeug in der Lage, das Antriebsmoment, je nach Wetterlage und Fahrsituation, variabel auf die Achsen zu verteilen. Das nennt man fachsprachlich Torque-on-Demand. Dafür sorgt eine integrierte elektronisch geregelte Lamellenkupplung. Bei normalen Straßenverhältnissen ist die Lamellenkupplung offen und legt alles auf die Hinterachse des Fahrzeugs. So verteilt, dass sich das Fahrzeug stabilisiert. Erst wenn diese Maßnahmen nicht zu einer Beruhigung führen, greifen die an das 4×4-System angepassten Regelsysteme ESP oder 4ETS ein.


Im Fall von schwierigen Wegstrecken tritt die geschlossene Kupplung in Aktion und leitet die Kraft auch auf die Vorderachse. Laut Herstellerangaben sorgt das für eine hohe Traktion und souveränes Fahrverhalten. Wird das Moment nicht mehr benötigt – beispielsweise bei starken Bremsmanövern mit ABS-Eingriff – wird der vordere Antriebsstrang abgeschaltet und das Moment auf null reduziert.


Die Stuttgarter nahmen auch eine Operation am Herzen vor und verpassten allen Transporter-Varianten einen 2,0-Liter-Diesel (demnächst in bis zu vier Leistungsstufen erhältlich: mit 114 PS, 150 PS, 170 PS oder 190 PS). Das Dieselaggregat gab es bislang nur für den Kastenwagen und für das Fahrgestell mit Hinterradantrieb. Dank Aluminium-Block und Stahlkolben, Stufenmulden-Brennverfahren und Nanoslide-Zylinderbeschichtung, verbunden mit der Mehrwege-Abgasrückführung und der motornahen Abgasnachbehandlung, werden nicht nur weniger Schadstoffe emittiert, sondern auch die Geräuschkulisse minimiert.


Wie die Automobile von Mercedes-Benz ist der Sprinter mit einem 9-Gang-Automatikgetriebe statt des bisherigen 7G-Tronic Plus zu haben. Das ermöglicht kraftstoffsparendes Fahren bei niedrigen Drehzahlen. Wer lieber händisch schaltet, kann jedoch nach wie vor auf das 6-Gang-Schaltgetriebe zurückgreifen.


(Fotos: Mercedes-Benz)