Mercedes EQE: Weltpremiere für die vollelektrische E-Klasse

Mathias Keiber

07 Sept. 2021

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Bei der ersten Sitzprobe weiß der kleine Bruder des EQS durchaus zu gefallen.

Lange lief wenig in puncto Elektromobilität im Hause Mercedes. Zwar mag der EQC das Ende der Dieselgläubigkeit in den Stuttgarter Chefetagen markiert haben. Ein fulminanter Start in eine neue Ära war der Wagen aber nicht. Der gelang erst mit dem Reichweitenweltmeister EQS, dessen Weltpremiere noch kein halbes Jahr her ist. Und jetzt geht es Schlag auf Schlag: Während in München und Ingolstadt vollelektrische Luxuslimousinen noch Zukunftsmusik sind, prescht Mercedes nun bereits in den Bereich vollelektrischer Businesslimousinen vor.


Auf der IAA Mobility in München zeigen die Schwaben dieser Tage den kleinen Bruder des EQS, den EQE. Dass das so schnell ging, liegt daran, dass beide die gleiche Plattform nutzen, die zweite Generation der Electric Vehicle Architecture, kurz EVA 2. Natürlich muss der EQE einen gewissen Sicherheitsabstand zum EQS wahren. Er ist mit 4,94 Meter Länge fast 30 Zentimeter kürzer als der EQS und hat mit 3,12 Meter einen um 9 Zentimeter geringeren Radstand. Aber: Die Innenraummaße übertreffen die der aktuellen E-Klasse deutlich. Konkret heißt das: 2,7 Zentimeter mehr Schulterraum vorn und 8 Zentimeter mehr Innenraumlänge.


Besonders viel Platz hinten


Bei der Sitzprobe vor Ort in München zeigt sich: Das lässt nicht nur Fahrer und Beifahrer lächeln, sondern auch die Personen, die dahinter Platz nehmen. Wer hinterm Steuer eine erhöhte Sitzposition zu schätzen weiß, darf sich über 6,5 Zentimeter mehr Abstand zur Straße freuen, dank im Unterboden verbauter Batterie. Derweil bleibt das Kofferraumvolumen mit 430 Litern etwas bescheiden. Der Kofferraum öffnet sich übrigens nicht über eine Heckklappe mit Fenster, sondern hat eine feststehende Heckscheibe und einen Kofferraumdeckel.

Ansonsten gibt sich der EQE im Innenraum tatsächlich wie ein kleiner EQS. Viele gestalterische Details sind aus dem EQS bekannt oder übernommen, das geht von den sägeblattartigen Metallgittern über den Audioboxen in den Türen bis hin zum Lichtspiel am Armaturenbrett. Auch der aus dem EQS bekannte Hyperscreen ist optional verfügbar – wobei die Lösung aus deutlich voneinander getrenntem Instrumenten-Display und Infotainment-Screen (ohne Beifahrer-Bildschirm) auch ihren Reiz hat.


Auch in Sachen Reichweite gibt sich der EQE als kleiner EQS: Die Batterie hat eine Kapazität von 108 kWh, von denen circa 90 kWh nutzbar sind. Damit kommt der Stromer auf eine Reichweite von bis zu 660 Kilometern nach WLTP. Das sind zwar gut 100 Kilometer weniger als der EQS, aber immer noch in etwa auf Augenhöhe mit dem Tesla Model S Long Range Plus. Auch daran merkt man: Mercedes macht vollelektrisch vollernst. Die Ladeleistung von bis zu 170 kW geht ebenfalls in Ordnung. In einer Viertelstunde sollen sich so 250 Kilometer Reichweite laden lassen.


Preis noch unbekannt


Die Modellpalette des EQE wird bei der Markteinführung zwei Varianten umfassen: den EQE 350 mit 215 kW (circa 300 PS) sowie ein zweites Modell, über das sich Mercedes momentan aber noch in Schweigen hüllt. Allerdings frohlockt der Hersteller: „Performance-Varianten mit rund 500 kW sind in der Planung.“

Was der EQE kosten wird, ist aktuell noch unbekannt. Sechsstellig, wie beim EQS, wird es sicher nicht werden. Dass er aber deutlich teurer wird als die aktuelle Limousine der E-Klasse, die es ab rund 50.000 Euro gibt, ist genauso sicher. 


(Fotos: YesAuto)

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Mathias Keiber

07 Sept. 2021