Mietwagen früh buchen: Fahrzeuge werden rar

Die Chipkrise in der Automobilindustrie hat Auswirkungen auf das Mietwagenangebot in den Feriengebieten. Der Grund: Wegen Corona und der dadurch ausbleibenden Touristen reduzierten die Mietwagenanbieter ihre Flotten. Nun kriegen sie keinen Nachschub.

(Foto: Stellantis)


Wer sich spontan an der Feriendestination in Spanien oder Italien einen Mietwagen buchen will, könnte Pech haben. Denn es gibt zu wenig. Wegen der ausgefallenen Saison durch die Pandemie reduzierten die Unternehmen ihren Fahrzeugbestand um bis zu 40 Prozent. Das globale Einstellen der Reisetätigkeit trieb sogar einige Anbieter wie Hertz in den Ruin.


Das mangelnde Angebot macht sich derzeit besonders auf Mallorca und Ibiza bemerkbar. Die Vermieter kriegen nicht zeitig genug Flottenfahrzeuge in die Fuhrparks, da Volkswagen, Stellantis oder Renault nicht ausreichend fertigen können. Das liegt an den ausbleibenden Prozessoren, die momentan nicht in ausreichender Zahl geliefert werden. Der globale Halbleitermangel hindert die Autohersteller daran, etwa 3,9 Millionen Fahrzeugen zu produzieren, errechnete die Unternehmungsberatung AlixPartners.


Das geringe Angebot führt laut der Analyse des Vergleichsportals Check24 in Spanien im Vergleich zu 2019 zu Preissteigerungen von 143 Prozent und in Italien um 84 Prozent. Urlauber in Sizilien, Mallorca und Ibiza müssen sich mit einer Verdreifachung der Mietpreise abfinden. So kostet ein einfacher Opel Corsa bei Sixt ab dem Flughafen Palma de Mallorca im Juli knapp 90 Euro pro Tag oder ein Renault Zoe bei Avis 175,41 Euro. Bei Europcar zahlt man für einen Citroën C1 162,81 Euro (Stand: 11.06., bei Vor-Ort-Zahlung).


„Es ist das Beste für die Leute, so früh wie möglich für Juli und August zu buchen", sagt Ramon Reus, Präsident von AEVAB, einem Zusammenschluss lokaler Mietwagenfirmen auf den Balearen gegenüber Bloomberg. Vor Ort ist Europcar der größte Vermieter. Caroline Parot, Chefin der Autovermietung, warnt darum ebenso im Gespräch mit der Nachrichtenagentur vor Engpässen zwischen Mitte Juli und Mitte August. Europcar versucht durch eine Umverteilung der Fahrzeuge in allen Regionen den Mangel zu reduzieren. Der geringe Flottenbestand zeigt sich jedoch nicht nur in Europa. Auch USA-Reisende müssen mit wenig Auswahl zu hohen Preisen rechnen.


Das treibt zwar aktuell die Aktienpreise der Vermieter in die Höhe, doch der scheinbare Vorteil von höheren Preisen kann genauso schnell die Stimmung der Anleger drücken. Und der Mangel an Automobilen könnte sich bald auf Carsharing-Unternehmen ausweiten. Stellantis' Carsharing-Einheit Free2Move, die bis zu 300.000 Fahrzeuge in Europa vermietet, kündigte bereits an, dass sie Orte identifizieren wird, an denen die Preise steigen.


Dass sich die Preissituation bald normalisieren wird, glaubt Europcar-Chefin Parot nicht: „Jeden Sommer gibt es an einem Punkt einen kleinen Engpass, aber der ist marginal und die Preise bleiben konstant“, zitiert Bloomberg Parot. „Diesmal sind die Preise bereits höher“ und „es wird an einigen Urlaubszielen deutliche Erhöhungen geben.“

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