Mini Strip: 3 Fragen beantwortet

Lukas Schmidt

17 Aug. 2021

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Der britische Designer Paul Smith hat den Mini komplett entkernt, um ihm dann nur die absolut notwendigen Elemente zurückzugeben. Eine Zusammenarbeit ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit.

Das Ergebnis der Kollaboration ist ein Unikat: Der Mini Strip. Hier mit seinem Schöpfer Paul Smith (Alle Bilder: BMW Group)


Welches Ziel verfolgen Mini und Paul Smith?


Das maßgefertigte Fahrzeug ist das Ergebnis der im November 2020 verkündeten Kollaboration von Mini und Paul Smith, in der die beiden ikonischen britischen Marken seit mehreren Monaten im kreativen Austausch zu nachhaltigem Design stehen. Entsprechend stellt der Mini Strip einen innovativen Zugang zum Thema Nachhaltigkeit im Automobilbau in den Fokus. Unter dem Leitmotiv „Simplicity, Transparency, Sustainability“ stellt das Fahrzeug inspirierende Ideen für eine nachhaltigere Herangehensweise an Automobildesign vor.

Wie ist das Modell entstanden?


In dem Prozess wurde ein dreitüriger Mini Cooper SE – wie der Name Strip andeutet – komplett „entkernt“ und auf seine strukturelle Essenz reduziert. Anschließend wurden nur die Elemente definiert, implementiert und umgesetzt, die der Designer als absolut notwendig erachtete – wobei die Nachhaltigkeit im Vordergrund stand.


Als Designer mit einer Leidenschaft für Fahrräder, Bücher und vieles mehr gab Paul Smith mit seinen Fragen neue Impulse, hinter das Offensichtliche zu blicken und hat sich bei dem Projekt auf das Wesentliche besonnen, die Dinge reduziert und das Auto entschlackt.

Wie sieht das Ergebnis der Zusammenarbeit aus?


Herausgekommen ist ein minimalistisches Design, das dennoch mit einer frischen und unkonventionellen Anmutung aufwartet. Zahlreiche Detaillösungen verleihen dem dreitürigen Mini Cooper SE im Exterieur eine vollkommen eigenständige Ästhetik. Rohmaterialien sind bewusster Teil des Exterieurdesigns. So wurde auf eine farbige Lackierung verzichtet und die Karosserie in ihrem Rohzustand belassen. Lediglich ein dünner, transparenter Lackfilm schützt diese vor Korrosion.

Teile des Mini-typischen Blackbands sind aus recyceltem Kunststoff 3D gedruckt und ebenso wie die Bleche in ihrer rohen Materialität belassen. Sichtbare Schrauben in den Anbauteilen zeigen, wie einfach sich eine Demontage gestaltet und wie unkompliziert sich das Fahrzeug nach seinem Lebenszyklus wieder in den Rohstoffkreislauf integrieren lassen würde. Ebenso funktional wie eigenständig präsentieren sich die ebenfalls 3D gedruckten Front- und Heckschürzeneinleger.

Typisch für ein E-Fahrzeug verringern auch beim Mini Strip der geschlossene Kühlergrill und Radabdeckungen den Luftwiederstand und erhöhen somit die theoretische Reichweite. Grillverkleidung, Aero-Blenden an den Rädern sowie das große Panoramadach sind aus recyceltem Plexiglas gefertigt.

Dem Innenraum hat Paul Smith mit seinen typischen Stripes, einem Muster aus schmalen, bunten Linien bzw. Streifen in fünf Farben, seinen Stempel aufgedrückt. Bis auf Dashboard, Topperpad und Hutablage wurden alle Verkleidungsteile bewusst weggelassen, so dass nun die Rohkarosse den Innenraum visuell dominiert. Besonderer Eye Catcher ist ihre blaue Farbe.


Das in der Regel vielteilige Dashboard besteht lediglich aus einem großen, halbtransparenten Bauteil in Rauchglas-Optik. Angelehnt an das bekannte Mini Design mit zirkulären Elementen ist die Geometrie stark vereinfacht und deutlich grafischer umgesetzt. Statt eines klassischen Center Instruments bekommt das mitgebrachte Smartphone seine Bühne.


Auch im Interieur kommen recycelte und umweltfreundliche Materialien zum Einsatz. Die Sitze sind mit gestricktem Textil bezogen und die Fußmatten bestehen aus recyceltem Gummi, die Terrazzo-ähnliche Musterung ist ein Nebenprodukt des Herstellungsprozesses.

Das Topperpad der Instrumententafel, die Türbrüstungen und die Hutablage sind geometrisch ebenfalls stark reduziert und in recyceltem Kork umgesetzt. Mit seiner angenehmen Festigkeit bei gleichzeitig weicher Haptik, könnte Kork zukünftig als Ersatz für geschäumte Kunststoffe dienen.


Das Lenkrad wurde auf die nötigsten Funktionen reduziert und angelehnt an den Fahrradbau mit Lenkerband umwickelt. Drei Speichen aus Aluminium verbinden ihn mit dem Pralltopf, der Durchblick auf den Airbag gibt. Sichtbare Schrauben zeigen hier analog zum Exterieur, dass eine spätere Demontage einfach zu bewerkstelligen wäre.

Die Türspiegel sind aus dem gleichen Netz gefertigt, das auch den Airbag abdeckt. Von einem Rahmen gehalten geben sie die Sicht auf die Türkonstruktion frei. Der Zuziehgriff an den Türbrüstungen ist aus orangenem Kletterseil gewickelt. Die Türöffner aus gefrästem Aluminium sitzen ebenso wie der Zuziehgriff in der Brüstung aus Kork und runden den Türbereich ab. Wandert der Blick in den Türen weiter nach oben finden sich im Dachholm die sichtbaren Airbagkartuschen. Ebenso wie die sichtbaren Kabelwege im Innenraum stehen sie für das bewusste Inszenieren und das ästhetische Einsetzen von Funktionen, die im Fahrzeugbau in der Regel eher versteckt werden.


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Lukas Schmidt

17 Aug. 2021