Modellgepflegter Suzuki Ignis Hybrid im Test: Sympathisch, der Kleine!

Arne Roller

02 Nov. 2020

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Klein, sparsam und mit auffälligem Design, der Suzuki Ignis ist eines dieser Fahrzeuge, bei denen kaum anders, als sie sofort zu mögen. Was macht den Sympathikus aus? Wir haben die Version mit Frontantrieb und Handschaltung getestet.

YesAuto Bewertung:

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Diese Bewertung wird durch unser Team nach umfangreichen Tests des Autos verfasst.

YesAutos umfassende Bewertungskriterien berücksichtigen jeden Aspekt eines Autos. Außerdem berücksichtigen sie, wie das Auto in Verhältnis zu anderen Autos der gleichen Kategorie steht. Unten sind die Kriterien, nach den jedes Auto bewertet wird, aufgelistet. Die Autos können pro Kriterium maximal 10 Punkte erhalten, was zu einer Note von insgesamt 100 Punkte führen kann.

  • Qualität und Design der Fahrzeuginnenausstattung
  • Fahrzeuginnenausstattung bezüglich der Technologie
  • Innenraummaße
  • Kofferraum
  • Motorleistung
  • Sparsamkeit des Motors
  • Fahrt und Komfort
  • Handling
  • Antriebs- und Sicherheitstechnologie
  • Gebrauchstauglichkeit

Elektroautos werden, statt nach Leistungsfähigkeit und Sparsamkeit, mit bis zu 10 Punkte nach den folgenden Aspekten bewertet:

  • Batterie und Motor
  • Reichweite und Ladegeschwindigkeit

Klein, sparsam und mit auffälligem Design: Der Suzuki Ignis ist eines der Fahrzeuge, bei denen man kaum anders kann, als sie sofort zu mögen. Was macht den Sympathikus aus? Ich habe die Version mit Frontantrieb und Handschaltung getestet.





Suzuki, das ist die japanische Marke, die sich auf kleine Fahrzeuge spezialisiert hat, aber gleichzeitig für eine enorme Allradkompetenz steht. Mit ersterem sind sie nicht allein, auch Subaru fährt diesen Weg, aber die Spezialisierung auf die kleinen Allradler ist dann doch ein Allleinstellungsmerkmal des Herstellers mit Sitz in Hamamatsu. Zudem steht Suzuki für Autos guter Qualität mit einem Preis-Leistungs-Verhältnis, wie man es selten findet.


Allrad kann auch der Suzuki Ignis, allerdings ist unser Exemplar ein Fronttriebler. Ja, auch Autos ohne 4x4 gibt es bei Suzuki im Angebot. Das spart Material und Technik – und damit Kosten beim Endpreis auch für diejenigen Kunden, die auf den Antrieb fürs Gelände oder den Schnee verzichten können. Somit wird der Suzuki Ignis zum Allround-Zwerg und Käufer haben die Wahl, ob sie einen Stadtflitzer mit CVT-Getriebe oder ein offroadfähiges Fahrzeug für Ackerwege brauchen.



Facelift Suzuki Ignis: Neue Front und weniger Verbrauch


Beim Facelift im Frühjahr überarbeitete Suzuki die Frontpartie grundlegend: Der Grill ist komplett neugestaltet, die Nebelscheinwerfer sind jetzt in kleinen Luken eingefasst und im unteren Teil findet sich ein angedeuteter Unterfahrschutz. Außerdem sind die Scheinwerfer jetzt serienmäßig mit LED-Technik ausgestattet. 


Schaut man sich den Ignis im Ganzen an, dann fallen zunächst die großen Kulleraugen, der friedliche Blick und die kurzen Überhänge auf, die dem guten Handling des Micro-SUV zuträglich sind.


Ignis-Fahrer bekommen die hohe Sitzposition eines SUV, ohne dass das Auto die negativ behafteten Eigenschaften eines SUV hätte, geschweige denn sie dem Betrachter vermittelt. Er ist nicht groß, er ist nicht schwer und er hat einen niedrigen CO2-Ausstoß von 89 Gramm pro Kilometer nach NEFZ. Ein umweltfreundliches Mini-SUV also.


Als Motorvariante steht beim Ignis ausschließlich der 1,2-Liter-Benziner, ein reiner Saugmotor, mit 83 PS und 107 Newtonmeter maximalem Drehmoment zur Verfügung, den Suzuki mit dem Facelift im Frühjahr nochmals überarbeitet hat, um Verbrauch und CO2-Ausstoß zu minimieren.


Dank des 12V-Mild-Hybrid-Systems soll ein Verbrauch von nur 3,9 Litern möglich sein. Die waren im Test nicht zu erreichen, allerdings bin ich auch nicht immer zurückhaltend gefahren. Denn es galt auch, Elastizität, Beschleunigung und das flottere Fahren auf Landstraßen zu testen. Am Ende standen 5,7 Liter Verbrauch zu Buche, die sich aber durchaus noch nach unten drücken lassen. Ein Wert mit einer vier an erste Stelle sollte bei entsprechender Fahrweise durchaus möglich sein.



Suzuki Ignis: Preise und Ausstattung


Die Antriebsvariante unseres Testfahrzeugs, mit Frontantrieb und Handschaltung, ist ab 15.000 Euro zu haben. Das Automatikgetriebe gibt es nur für den Fronttriebler und kostet knappe 17.300 Euro. Die Allradversion liegt nochmal ganz knapp darüber und startet bei 17.500 Euro. Die Preise beziehen sich auf die Basisausführung "Club" mit LED-Technik, Klimaanlage und Bluetooth-Freisprecheinrichtung.


Wer noch mehr Ausstattung wie Sitzheizung, Smartphone-Einbindung, Navigation, Keyless-Start, getönte Scheiben oder zum Beispiel die Rückfahrkamera haben will, greift zur "Comfort"-Ausstattungsvariante.


Wer gerne eine Klimaautomatik, die Bergabfahrhilfe oder die Sicherheitsassistenten wie die kamerabasierte, aktive Bremsunterstützung, die Müdigkeitserkennung oder das Spurhaltewarnsystem haben möchte, braucht "Comfort+" (oder das Assistentenpaket für 954 Euro). Der Ignis mit Vollausstattung bleibt auch als Allradler preislich noch knapp unter 19.000 Euro.



Der Innenraum im Ignis: Überzeugendes Design


Das Interieur im Ignis gefällt mir richtig gut! Aus den Möglichkeiten eines Autos dieser Preisklasse hat Suzuki viel richtig gemacht. Wenn man nicht mit den edelsten Materialien punkten kann, dann hilft es immer, geschmackvolle Akzente zu setzen. Und genau das tut der Ignis.


Farbkontraste am Dashboard und das schicke Infotainment-System werten das Bild des Innenraums gekonnt auf.


Gegen Aufpreis sind zusätzliche Farbgebungen möglich, mit denen sich der Innenraum richtig aufpeppen lässt. Bei unserem Exemplar sind die Farben eher zurückhaltend, aber mir gefällt’s!


Die Sitze im Ignis sind mir dadurch aufgefallen, dass sie mir auch nach Stunden auf der Autobahn eben gerade nicht aufgefallen sind – keinerlei Probleme, keine Schmerzen, einfach ein gutes Sitzen. Auch die Einstellung funktioniert problemlos und einfach. Zwar ist sie nicht elektrisch, aber dennoch habe ich die perfekte Einstellung für mich schnell gefunden.


Besonderer Clou: Die Sitzbezüge der Vordersitze sind abnehm- und waschbar. Was ich etwas vermisse: Haltegriffe und Haken für Kleidung im hinteren Fahrzeugteil.



Das Infotainment: Intuitiv und aufgeräumt – ganz große Klasse!


Ich bin wirklich ein Fan des Suzuki-Infotainmentsystems. Es ist sehr klar strukturiert und aufgeräumt. Zudem mag ich das minimalistische Design von Hardware (spric: Bildschirm) und Software. Ich selbst bin beim iPhone zu Hause und das in Schwarz gehaltene Design mit den großen Symbolen erinnert mich positiv an das Apple-Betriebssystem.


Vier Auswahlfelder hat man auf dem Homescreen und findet immer sehr schnell, was man gerade sucht.


Ein Beispiel für mitdenke Entwickler: Wenn man die Dame, die einem sagt, wo man abbiegen soll, nicht hören will, sind es zwei Klicks, um sie abzustellen – zack, bumm, aus. Und dann gibt’s Musik, Podcast oder Hörbuch ohne Unterbrechung. So einfach kann man das machen.

Auch die Adresseingabe per Sprachsteuerung funktioniert einwandfrei.


Android Auto und Apple CarPlay sind per Kabel möglich. Ohne geht es noch nicht, aber Musikhören und Telefonieren sind kabellos via Bluetooth möglich.


Das Kofferraumvolumen des Ignis ist um bis zu 110 Liter erweiterbar.



Der Suzuki Ignis auf der Straße: Ein aufgeweckter Bursche


Der kleine Ignis hängt bei niedrigen Geschwindigkeiten wirklich gut am Gas und die Kraftentfaltung ist beim Saugmotor natürlich schön linear. Weil er so leicht ist – nur 935 Kilogramm – ist der Suzuki Ignis ein lebendiges Kerlchen. Außerdem hat er einen kleinen Wendekreis von nur 9,40 m. Beim guten Handling spielen natürlich auch die schon angesprochenen sehr kurzen Überhänge eine Rolle.



Das Fahrwerk gleitet gut über Wellen, ist ausgewogen und bringt den Ignis ohne viele Wankbewegungen flink um die Kurven. Die Lenkung gibt nicht übermäßig viel Feedback. Die Justierung empfinde ich als angenehm, nicht zu leicht, nicht zu schwer.


Über Land macht der Ignis richtig viel Spaß! In einem Fahrzeug dieser Größe ist man eben nicht so abgekapselt von der Außenwelt wie in vielen größeren SUV. In Kurven ist der Kleine besser als so manch schweres SUV mit großem Motor – Momentum ist eben Momentum und weniger Masse ist einfacher um Kurven zu bringen. Da hat der leichte Ignis keine Probleme. Nur beim Rausbeschleunigen aus der Kurve auf der Landstraße hat der kleine Motor leichte Defizite. 83 Pferdchen sind eben nicht so besonders wild.



Der Suzuki Ignis auf der Autobahn: Überraschend entspannt


Auf der Autobahn hat der Ignis mit seinen Proportionen und der Motorisierung natürlich kein Heimspiel. Auf Tempo 120 kommt man noch ganz gut, danach wird es ein bisschen zäh, dann ist kein Punch mehr im Gaspedal.


Was mir neben den schon angesprochen Sitzen aber noch positiv aufgefallen ist: Für so ein kleines Auto ist die Geräuschdämmung sehr gut. Der Lärmpegel im Innenraum bleibt stets angenehm. Da habe ich schon ganz anderes erlebt. Telefonieren mit der Bluetooth-Freisprecheinrichtung bei Tempo 140 blieb auch ohne Brüllen entspannt möglich.



Suzuki Ignis: In der Stadt und auf dem Land zu Hause


Mit 3,70 m Länge ist der Suzuki Ignis in der Stadt natürlich sehr einfach zu verstauen. Dabei hilft auch die optionale Rückfahrkamera. Für sogenannte „Urbanites“ ist der Ignis damit eine sehr gute Wahl. Aber auch auf dem Land hat er seine Daseinsberechtigung, natürlich vor allem als Allradler. Förster und alle anderen, die etwas im Wald zu erledigen haben, oder häufig über schlammige Ackerwege fahren, könnte der Ignis zum Markenwechsel bewegen. Grund: Der andere Allradexperte aus Japan, Subaru, hat aktuell kein vergleichbar günstiges Fahrzeug im Angebot. Auch für treue Suzuki-Kunden ist gerade der Ignis besonders interessant, denn der „große“ Bruder Jimny ist hierzulande zurzeit nicht verfügbar. Alles in allem ist der Ignis ist ein liebenswerter Zwerg mit den Vorzügen eines SUV und der Sparsamkeit eines Kleinstwagen – eine schöne Kombination.



Suzuki Ignis: Die technischen Daten


Fünftürer, vier-/fünfsitziges Micro-SUV mit Front- oder Allradantrieb

Länge/Breite/Höhe: 3700 mm/1660 mm /1605 mm

Radstand: 2435 mm

Kofferraumvolumen: 260 bis 1100 Liter

Motor: 1,2-Liter-Vierzylinder-Benziner, 61 kW/83 PS bei 6.000 U/min, maximales Drehmoment: 107 Nm bei 2.800 U/min

0-100 km/h: k.A.

Vmax: 165 km/h

Durchschnittsverbrauch: 3,9 l/100 km

CO2-Ausstoß: 89 g/km

Abgasnorm: Euro 6d-ISC-FCM

Preis: ab 15.080 Euro

Testwagenpreis: 17.507 Euro


Arne Roller

02 Nov. 2020