Neue Abgasnorm: Audi hat seine Modellpalette weitgehend umgestellt

Wer sich jetzt eines der 193 verfügbaren Audi-Modelle kauft, fährt ein Auto der Norm „Euro 6d-ISC-FCM“. Damit schafften die Ingolstädter die von der EU verordnete Umstellung – fast. Denn in den ersten Monaten des neuen Jahres folgen noch einige wenige Modelle, die aktuell nicht verkauft werden.

Was bedeuten ISC und FCM?


ISC steht für „in-service conformity tests”. Dahinter verbirgt sich der stichprobenartige Nachweis der Hersteller, dass die Abgaswerte der Autos auch im Straßeneinsatz die vorgeschriebenen Vorgaben einhalten. FCM steht für „fuel consumption monitoring system“, das den tatsächlichen Verbrauch über den gesamten Fahrbetrieb im Pkw speichert. Damit will die EU den Differenzen zwischen Realität und dem angegebenen Typenzulassungswert auf die Spur kommen. Erlaubt sind bei Pkw mit Dieselmotor ein Stickoxid-Grenzwert von 80 Milligramm pro Kilometer, für Fahrzeuge mit Ottomotor 60 Milligramm pro Kilometer.


Die neue Stufe Euro 6d-ISC-FCM, die seit 1. Januar 2021 für alle Neufahrzeuge gilt, konzentriert sich noch stärker auf die sogenannten „Real Driving Emissions“ (RDE). Bei den entsprechenden Tests, die unter definierten Bedingungen auf der Straße gefahren werden, müssen die Fahrzeuge jetzt die Grenzwerte einhalten. Allerdings werden die Toleranzen bei den Messgeräten durch einen Konformitätswert von 0,43 berücksichtigt.


Was ist eine MGV?


Unter einem Modell versteht die Zulassungsbehörde eine Motor-Getriebe-Variante (MGV) in Verbindung mit einer bestimmten Karosserieform. Dies umfasst den Triebstrang aus Motor und Kraftübertragung, der in einer bestimmten Baureihe zum Einsatz kommt – beispielsweise ein 2.0 TDI mit Siebengang-„S tronic“ und „quattro“-Antrieb. Mit jeder Karosserievariante – etwa Limousine, Fließheck oder Kombi – entsteht eine separate MGV. Beispiel: In der breit aufgestellten A4- und A5-Familie gibt es somit insgesamt 58 Motor-Getriebe-Varianten.


Wie wird Audi der neuen Norm gerecht?


Die Ingolstädter haben sich bei der Umstellung hohe Ziele gesetzt: Die neuen Abgasgrenzwerte sollen unter allen Bedingungen klar unterboten werden. Bei den Dieselmodellen ist deshalb die Twindosing-Technologie ein Schlüsselfaktor. Konkret heißt das: Beim Twindosing setzt Audi nicht nur auf einen SCR-Katalysator, sondern gleich auf zwei. Bei den kompakten Modellen mit quer eingebautem Dieselmotor wie auch bei Sechszylindern in der Mittelklasse hat Audi die Twindosing-Technologie schon im Laufe des Jahres 2020 sukzessive eingeführt – beispielsweise beim A3, A4, A5 und Q5.


Bei den Modellen mit Ottomotor richtete sich der Fokus auf die Kohlenstoffpartikel, die vor allem in der Kaltstartphase entstehen. Audi rüstet seine Benziner-Modelle seit 2018 mit Otto-Partikelfiltern aus. Sie sind besonders voluminös ausgelegt und sollen die Partikelemission um bis zu 90 Prozent reduzieren.


(Foto: Audi)


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