Alle Details zum Lamborghini Countach LPI 800-4

Ralf Kund

17 Aug. 2021

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Der neue Lamborghini Countach ist ein 812 PS starker Hybrid-Supersportler. Hier bekommst Du die wichtigsten Infos zum dem streng limitierten Boliden aus Sant'Agata Bolognese

(Fotos: Lamborghini)

Am vergangenen Wochenende ließ Lamborghini zum Auftakt der Monterey Car Week den Stier aus dem Stall und zeigte die Neuauflage des legendären Countach. Die baut, wie erwartet, auf zwei bestehenden Modellen, Aventador und Sián, auf und ist auf 112 Exemplare limitiert. 112 deshalb, weil die interne Bezeichnung des ersten Countach „LP 112“ lautete.

Von außen ist der neue Countach sofort als Nachkomme seines berühmten Opas erkennbar: Die extreme Keilform provoziert und polarisiert fast wie damals, das markante Dach mit den langgezogenen „Periscopio“-Linien ist vorhanden, es gibt die sechseckigen Radhäuser, in denen Felgen im „Telefon-Wählscheiben-Stil“ der 80er die heute 20/21-Zoll großen Pirellis aufnehmen, er hat keinen festen Heckflügel, es gibt Scherentüren mit groß dimensionierten NACA-Lufteinlässen und ein mächtiges Heck mit vier dicken Endrohren. Unzweifelhaft ein direkter Nachfahre des Countach, auch wenn die damals spektakulären Klappscheinwerfer fehlen und sich das Design-Team um Mitja Borkert an der Optik des Countach mit geschlossenen Scheinwerfern orientierte, da Klappscheinwerfer wegen moderner Sicherheitsvorschriften heute kaum homologationsfähig sind.  

Auch unter der 4,87 Meter langen, 2,1 Meter breiten und 1,14 Meter hohen Carbon-Hülle zeigt sich die DNA des Proto-Lambo: Der V12 ist ebenso an Bord und sitzt wie beim Vorgänger längs hinter Fahrer und Beifahrer. Ansonsten standen auf technischer Seite der Aventador und der Sián (auf dem der Aventador aufbaut) Pate, denn der neue Countach versteht sich nicht als Retro-Auto sondern soll zeigen, „wie sich der legendäre Countach der 70er und 80er Jahre zu einem Elite-Supersportmodell hätte entwickeln können“, erklärt Lamborghini-Präsident und CEO Stephan Winkelmann. Da gilt vor allem für den Antrieb, denn alle Countach-Modelle waren Hecktriebler, erst mit den späteren Diablos hielt der heute – bis auf wenige Ausnahmen – standardmäßig eingesetzte Allradantrieb Einzug bei Lamborghini. Auch beim Countach der Neuzeit werden die 814 PS (Systemgesamtleistung) situativ auf alle vier Räder übertragen. Wer sich jetzt irritiert fragt, warum der Countach entgegen der üblichen Lamborghini-Nomenklatur LPI 800-4 statt LPI 814 heißt? Dazu schreibt Lamborghini, die Leistung sei „im Namen abgerundet“ – neben dem Namen Countach, der als einer der wenigen im Lambo-Lineup kein Stiernamen ist, sondern einen piemontesisch-mundartlichen Ausdruck von Erstaunen und Bewunderung trägt, eine nette Abweichung von der Norm.

Hätte sich der Countach über die Jahre weiterentwickelt, wäre sicher auch eine Technik an Bord, an die in den 70ern sicher noch niemand gedacht: Mild-Hybridisierung ist nicht nur eine Möglichkeit, um Benzin zu sparen, sondern kann auch sehr effektiv genutzt werden, um die Beschleunigung zu verbessern. Hier beschreitet der Countach die Pfade, die Lamborghini mit dem (auf 63 Exemplare limitieren) Sián erschlossen hat: Zum dem 6,5-Liter großen V12-Saugmotor gesellt sich eine 34 PS starke Elektroeinheit direkt am Siebengang ISR-Getriebe, die vor allem der Boostfunktion dient. Noch etwas futuristischer wird es bei der Versorgung des 600-Ampere-Motors, denn die übernimmt nicht etwa eine herkömmliche Batterie, sondern ein 48-Volt-Superkondensator, der sich viel schneller Be- und Entladen lässt, als eine herkömmliche Batterie. Die Fahrleistungen sind jenseits von Gut und Böse: Die 100 km/h sind nach 2,8 Sekunden erreicht, die 200 km/h fallen nach 8,6 s und die ganze, 1595 kg schwere Fuhre stemmt sich bis über 350 km/h gegen den Wind.

Der größte – und bekömmlichste – Abstand zum Countach-Oldie zeigt sich im Innenraum. War der Countach mit seiner schrägen Sitzposition und dem sehr engen Fußraum ergonomisch der damaligen Zeit entsprechend eher gewöhnungsbedürftig, profitiert der Neue von seiner Verwandtschaft zu Aventador/Sián, auf deren Monocoque er aufbaut und dementsprechend für Fahrer/innen (fast) aller Größen taugt. Auch Bedienelemente und Monitore kennen wir von anderen Lamborghinis. Neu – und einzigartig – ist eine mit „Stile“ beschriftete Taste, die nach Betätigung die Designphilosophie des Countach LPI 800-4 erklärt.

Wenn Du jetzt so richtig heiß geworden bist und ohnehin schon seit Jahren auf einen Aventador sparst, kannst Du Dich gleich wieder entspannen. Denn reich sein allein reicht wohl nicht ganz, um an einen neuen Countach zu kommen. Zum einen müsstest Du mindestens „superreich“ sein, da der LP 800-4 mit 2.010.000 Euro vier- bis fünfmal so viel kostet wie ein Aventador. Zum anderen soll ein großer Teil der 112 Stück bereits guten Kunden zugeteilt worden sein.             

Der Countach an sich feiert in diesem Jahr übrigens seinen 50. Geburtstag.

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Ralf Kund

17 Aug. 2021