Nissan Micra 1.0 IG-T 100 im Test: potent und preiswert

Arne Roller

22 Apr. 2021

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Die fünfte Generation des Micra bekommt im Modelljahr 2021 nochmals Neuerungen. Motorseitig steht nur noch ein Aggregat zur Verfügung. Wir sind den Dreizylinder mit 92 PS gefahren.

YesAuto Bewertung:

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Diese Bewertung wird durch unser Team nach umfangreichen Tests des Autos verfasst.

YesAutos umfassende Bewertungskriterien berücksichtigen jeden Aspekt eines Autos. Außerdem berücksichtigen sie, wie das Auto in Verhältnis zu anderen Autos der gleichen Kategorie steht. Unten sind die Kriterien, nach den jedes Auto bewertet wird, aufgelistet. Die Autos können pro Kriterium maximal 10 Punkte erhalten, was zu einer Note von insgesamt 100 Punkte führen kann.

  • Qualität und Design der Fahrzeuginnenausstattung
  • Fahrzeuginnenausstattung bezüglich der Technologie
  • Innenraummaße
  • Kofferraum
  • Motorleistung
  • Sparsamkeit des Motors
  • Fahrt und Komfort
  • Handling
  • Antriebs- und Sicherheitstechnologie
  • Gebrauchstauglichkeit

Elektroautos werden, statt nach Leistungsfähigkeit und Sparsamkeit, mit bis zu 10 Punkte nach den folgenden Aspekten bewertet:

  • Batterie und Motor
  • Reichweite und Ladegeschwindigkeit

(Foto: Nissan)


(Foto: YesAuto)


Seit 38 Jahren schon ist der Nissan Micra auf Europas Straßen unterwegs. Vor allem die zweite und dritte Generation des Kleinwagens prägte das Straßenbild hierzulande. Inzwischen ist der Micra seit 2016 in fünfter Generation auf dem Markt. Zum Modelljahr 2021 verschlankte Nissan die Motorenpalette: Um den schärferen C02-Regularien gerecht zu werden, beschränkt sich das Angebot an Aggregaten auf den Einliter-Dreizylinder mit 92 PS. Acht Pferde gingen dank der neuerlichen Abgassäuberung verloren.


Für das Modelljahr 2021 bekam der kleine Micra ebenfalls drei zusätzliche Farboptionen, modifizierte Voll-LED-Scheinwerfer und neue, zweifarbige 16-Zoll-Räder namens "Genki", die in den Ausstattungslinien N-Design und Tekna zum Serienumfang gehören und für eine dynamischere Optik sorgen.


Das Sondermodell N-Way, als das mein Testwagen daherkommt, verfügt über Parksensoren am Heck, elektrische Fensterheber hinten, eine Klimaautomatik mit Pollenfilter, Nebelscheinwerfer, einen Regensensor und die "GENKI“-Felgen auf Reifen der Dimension 195/55 R16. Wer Parksensoren auch vorne haben möchte, macht auf der Ausstattungsliste ein Kreuz und zahlt 143 Euro extra.


Sowohl der Micra N-Design als auch das Sondermodell N-Way kommen mit den schicken "GENKI"-Felgen. (Foto: YesAuto)


Als ich mich reinsetze, fällt mir direkt positiv auf, dass sich das Lenkrad sowohl in der Höhe als auch in der Tiefe verstellen lässt. Das ist in dieser Fahrzeugklasse bei weitem nicht immer so. Was hingegen ins Segment passt: Eine Mittelarmlehne fehlt, ist aber ab 149 Euro Aufpreis zu haben.


Unten abgeflachtes Lenkrad, farbliche Elemente, Ziernähte: Fürs B-Segment geht’s hier durchaus schick zu. (Foto: YesAuto)


Insgesamt ist der Innenraum des Micra schön gestaltet und mit einigen Farbtupfern verziert, der Ersteindruck passt hier. Die Nutzung von Hartplastik ist wieder der Fahrzeugklasse entsprechend weit verbreitet, ohne negativ aufzufallen. Nein wirklich, man kann sich hier wohlfühlen. Und das auch als Person mit einer Körpergröße von 1,86 Metern. Und auch wer über 1,90 oder ein bisschen darüber misst, sollte auf den Vordersitzen keine großen Probleme bekommen.


Das 7-Zoll-Nissan-Connect-System macht seine Sache gut, allerdings nutze ich während des Tests fast ausschließlich die Smartphone-Einbindung. Das geht immer schnell und was ist intuitiver als das eigene Handy?


Kräftige Ladekante und ein Kofferraumvolumen von 300 bis 1.004 Liter: Das Ladeabteil des Micra. (Foto: YesAuto)


Auf der Rückbank geht es recht spartanisch zu und auch die Beinfreiheit ist Mangelware. Ladeanschlüsse oder Luftausströmer für die hintere Bank – Fehlanzeige. Isofix-Punkte sind allerdings vorhanden. In den sehr tief liegenden Kofferraum (ohne doppelten Laderaumboden) passen 300 bis maximal 1.004 Liter.



Gedrosselt für die Umwelt: der 1.0 IG-T mit 92 PS


Werfen wir einen Blick auf den kleinen Einliter-Motor mit 92 PS. Über das kleine Aggregat gibt es Gutes und Schlechtes zu berichten. Fangen wir mit dem Schlechten an: Im Stand läuft der Dreizylinder unruhig, womit Vibrationen einhergehen. Das ändert sich auch nicht, wenn der Motor warm ist. Und zweitens: Ohne die Turbopower ist der Motor schnell überfordert. Die einfache Lösung: Den Motor über 2.000 Umdrehungen halten. Dann ist alle Dynamik, die man in der Stadt je braucht, auch kein Problem. Tut man das nicht, ist vor allem der zweite Gang problematisch. Der zeigt sich beim "Wiederanrollen" im Stadtverkehr manchmal etwas schwach. Dieselbe Kritik hatte ich auch schon bei meinem Test des Nissan Juke.


Kommen wir zu den guten Nachrichten über den 1.0 IG-T: Er ist durchzugsstark und hat einen überaus langen Atem.



Nissan Micra 1.0 IG-T: Überraschend potent auf der Autobahn


Diese Ausdauer und Sprintstärke des Dreizylinders zeigt sich vor allem auf der Autobahn, wo die Performance des Nissans für mich eine kleine Offenbarung ist. Über das Osterwochenende nehme ich den kleinen Nissan mit auf eine längere Reise. Zu keinem Zeitpunkt habe ich das Gefühl, einen Kompromiss machen zu müssen. Wie schnell und stabil der Nissan auf der Autobahn unterwegs ist, beeindruckt mich. 170 als angenehme Reisegeschwindigkeit in einem Kleinwagen? Wir sind einen weiten Weg gekommen.


Spurtreu, stabil, sicher und komfortabel schnellt der Micra auch bei 180 über die linke Spur. Hätte ich geglaubt, das jemals über einen Nissan Micra zu sagen? Nein. Aber es ist so. Auch die Dämmung ist positiv hervorzuheben: Tempo 170 ist beim Micra auch vom Lärmpegel her eine angenehme Reisegeschwindigkeit.


Ein Großteil meiner Reise führt mich auch über kurvige, baden-württembergische Berg- und Landstraßen. Das stabile und dabei gleichzeitig komfortable Fahrwerk und die feinfühlige Lenkung sind hier durchaus in der Lage, meinen Spieltrieb zu wecken. Zudem erfreut das präzise Getriebe mit relativ kurzen Schaltwegen. Hier kommen alle auf ihre Kosten: Der Nissan Micra ist ein komfortabler Kleinwagen, der es zusätzlich schafft, die sportlichen Ansprüche seiner FahrerInnen bis zu einem gewissen Grad erfüllen zu können.



Nissan Micra (2021): Assistenzsysteme


In der Grundausstattung Visia verfügt der Micra über eine Berganfahrhilfe, die aktive Fahrkomfortregelung (Intelligent Ride Control) und die Spurkontrolle (Intelligent Trace Control). Weitere Sicherheitssysteme sind ab Acenta an Bord: ein Fernlicht-Assistent, der aktive Spurhalteassistent, eine Verkehrszeichen-Erkennung und der Notbrems-Assistent mit Fußgänger-Erkennung.



Nissan Micra (2021): Preis


Der Nissan Micra ist bereits ab 13.690 Euro zu haben. Das macht ihn zu einem der preiswertesten Fahrzeuge am Markt. Möchte ich eine Klimaanlage und eine Sitzheizung, greife ich zur Visia-Plus-Variante, die 16.290 Euro kostet. Die Smartphone-Einbindung kommt ab der 18.390 Euro teuren Ausstattungsvariante Acenta. Richtig gut bedient ist man mit dem schicken Micra N-Design für 19.590. Der bringt die schönen "GENKI"-Felgen, eine Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer, Regensensor, Parksensoren hinten und den intelligenten Schlüssel. Das Auto startet man dann mit dem Start-Stopp-Knopf und greift anschließend in ein Lederlenkrad. Für unter 20.000 Euro bekomme ich hier ein richtig gut ausgestattetes Fahrzeug.


Das N-Way Sondermodell (hier abgebildet) sowie der Micra N-Sport kommen mit Voll-LED-Scheinwerfern. (Foto: YesAuto)


Noch etwas auffallender zeigt sich der nur unwesentlich teurere Micra N-Sport. Schwarzer Dachhimmel, Voll-LED-Scheinwerfer, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen und sportliche Styling-Elemente an den Stoßfängern sowie schwarze Seitenleisten und Spiegelkappen? Für 20.790 Euro? Kann man machen, finde ich.


Steht satt da: Für einen Kleinwagen hat der Nissan Micra ein bullig wirkendes Heck. (Foto: YesAuto)


Nissan Micra (2021): Fazit


Nicht billig, sondern preiswert, so lautet mein Fazit zum Nissan Micra der Modelljahres 2021. Vor allem, wenn man in Betracht zieht, welche Spreizung an Performance und Genügsamkeit der kleine Motor im Micra an den Tag legt. Gemütlich 170 fahren? Geht. Den Micra mit einem Verbrauch von unter 5 Litern auf 100 Kilometer bewegen? Geht auch. Ein Schnäppchen! In meinem Drittelmix-Test kam ich auf einen Verbrauch von 4,7 Litern. Ein sehr guter Wert für einen Benziner. Der Nissan Micra ist aber nicht nur beim Verbrauch ein Sparfuchs. Auch seine Anschaffungskosten sind niedrig. Alles, was man kritisieren kann, muss man im Kontext des niedrigen Preises sehen. Aber was habe ich kritisiert? Unter anderem wenig Platz und fehlende Extras auf der Rückbank. Wir bewegen uns im B-Segment und reden von einem Kleinwagen, der bei unter 14.000 Euro startet. Man muss die Kirche auch mal im Dorf lassen. Für das Geld holt Nissan sehr viel aus dem kleinen Micra raus. Ich bin ihn gern gefahren.



Nissan Micra N-Way 1.0 IG-T 74kW 5-Gang – Technische Daten:


Fünftürer, fünfsitziger Kleinwagen mit Frontantrieb

Länge/Breite/Höhe: 3.999 mm/1.743 mm/1.455 mm

Radstand: 2.525 mm

Kofferraumvolumen: 360 bis 1.004 Liter

Motor: 1,0-Liter-Reihendreizylinder-Turbobenziner, 68 kW/92 PS bei 5.000 U/min, maximales Drehmoment: 160 Newtonmeter bei 2.000 U/min

Motorposition: Frontmotor, quer verbaut

Antrieb: Vorderradantrieb

Getriebe: 5-Gang-Schaltgetriebe

Leergewicht: 1.135 Kilogramm

0-100 km/h: 11,8 s

Vmax: 178 km/h

Durchschnittsverbrauch (NEFZ): 4,5 l/100 km

CO2-Ausstoß (NEFZ): 103 g/km

Abgasnorm: Euro 6d-ISC-FCM

Effizienzklasse: B

Tankinhalt: 41 Liter

Preis: ab 13.690 Euro


Zusatzinformationen

Testverbrauch: 4,7 Liter

Steuer pro Jahr: 36 Euro

Versicherungsklassen KH/VK/TK: 15/20/19

Wartung: 20.000 km (max. 1 Jahr)

Garantie: 3 Jahre / 100.000 km


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Arne Roller

22 Apr. 2021