Oberklasse: Die 10 beliebtesten Luxuslimousinen Deutschlands

Mathias Keiber

18 Jan. 2021

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Fahrzeuge der Oberklasse sind die Technologie-Träger ihrer Hersteller. Bis auf ein paar Ausnahmen für automobile Elite-Ästheten sind in dem Segment also die Marken-Flaggschiffe unterwegs – und damit die fortschrittlichsten Autos überhaupt. Wir zeigen Euch die 10 Modelle, die sich 2020 in Deutschland am besten verkauften – und fühlen deren Innovationen dabei auf den Zahn.

1. Mercedes-Benz S-Klasse - 3823 Neuzulassungen (ab 96.985 Euro)

Natürlich ist die neue S-Klasse ohne jeden Zweifel ein durch und durch beeindruckendes Fahrzeug. Aber seinem Marken-Claim, „das beste Auto der Welt“ zu sein, wurde das Modell in vergangenen Generationen schon mal gerechter: Die zum Marktstart kommunizierten Innovationen waren größtenteils nur Weiterentwicklungen. Ein Beispiel: Das erste Serien-Modell mit Hinterachslenkung war der Honda Prelude – und zwar 1987! In der neuen S-Klasse ist das System eher Notwendigkeit als Innovation, um das knapp 5,20 Meter lange Fahrzeug in Innenstädten und Parkhäusern überhaupt noch navigieren zu können. Weitere Beispiele: Die Kurvenneigungsfunktion feierte bereits 2014 in der Baureihe 217 Premiere und das Anheben der Karosserie beim Seitencrash kennen wir vom seit 2017 erhältlichen Audi A8 D5. Einen echten Quantensprung legte die neue S-Klasse allerdings mit der zweiten Generation des digitalen Bediensystems MBUX hin, das wohl tatsächlich das aktuell beste überhaupt ist. Ein echter Clou wäre es, wenn Daimler – wie momentan geplant – die S-Klasse in der zweiten Jahreshälfte 2021 mit dem „Drive Pilot“ des dritten Automatisierungs-Levels ausrüsten könnte. Das hängt jedoch davon ab, ob das entsprechende Gesetz bis dann in Kraft ist.


2. Porsche Taycan - 3203 Neuzulassungen (ab 106.487 Euro)

Dass die erste vollelektrische Luxuslimousine der Welt aus Schwaben kommt, ist eigentlich keine Überraschung. Dass sie ein Porsche ist schon. Für Mercedes-Benz ist das ebenso eine Schmach wie für BMW und Audi. Doch haben die Chefetagen der drei Premium-Platzhirsche in Sachen E-Mobilität eben lange Zeit in Elfenbeintürmen gesessen. Noch weit nach Bekanntwerden des Dieselskandals ging man von einem vorübergehenden Trend aus. Pustekuchen! Porsche erkannte die Vorteile des E-Antriebs für seinen Markenkern recht früh – und durchbrach mit dem Taycan in der von Corona weitgehend unbeeindruckten Oberklasse aus dem Stand die 3000er-Absatzmarke. Und ja, das Modell ist eine Limousine, denn viertürige Coupés gibt’s nicht. Limousinen mit fließender Dachlinien hingegen schon.


3. BMW 7er - 2860 Neuzulassungen (ab 90.200 Euro)

Der 7er hat in aktueller Generation schon einige Jahre auf dem Buckel. 2015 kam das amtierende BMW-Flaggschiff auf den Markt, und konnte damals mit einer echten Innovation aufwarten: Als erstes Serienfahrzeug weltweit war der 7er in der Lage, ohne Fahrer am Steuer in Kopfparklücken oder Garagen hinein- und wieder heraus zu manövrieren. Das Gewicht der Baureihe konnte durch die CFK-Verwendung um bis zu 130 Kilogramm gesenkt werden. Vom Facelift im Jahr 2019 ist hauptsächlich die um 40 Prozent gewachsene Niere in Erinnerung geblieben – doch was auf dem Heimatmarkt verschmäht wird, kommt auf den viel wichtigeren Oberklasse-Märkten in China und den USA gut an.


4. Audi A7 - 2447 Neuzulassungen (ab 90.200 Euro)

Auch der Audi A7 ist genau genommen kein Coupé, sondern eine Limousine mit Fließheck. Wenn wir es aber schon genau nehmen, dann muss auch gesagt sein: Er teilt sich die Plattform mit dem A6, einem Modell aus der oberen Mittelklasse also. Beim 6er von BMW und dem CLS von Mercedes ist das nicht anders. Trotzdem gehören alle drei Modelle in die Oberklasse. Der Grund: Kein Fuhrpark-Manager zahlt ohne triftigen Grund 10.000 Euro Aufpreis für eine Business-Limousine mit weniger Nutzwert. Automobile Ästheten hingegen schon.


5. BMW 8er - 2414 Neuzulassungen (ab 93.200 Euro)

Ein echtes Coupé, oder zumindest auch als echtes Coupé zu haben, ist der BMW 8er. Denn genauso gibt es den super-elitären Bajuwaren auch mit vier Türen. Trotz Einstiegspreis über dem 7er nimmt der 8er nicht wirklich die Rolle des 7ers als Technologie-Träger ein. Eher ist er ein automobiler Wunschtraum (für die Meisten jedenfalls) mit Flaggschiff-Technologie, vergleichbar mit dem mittlerweile eingestellten S-Klasse Coupé.


6. Audi A8 - 2306 Neuzulassungen (ab 94.150 Euro)

2017 sollte der Audi A8 D5 das Modell werden, das den vom Dieselskandal geradezu pervertierten Slogan „Vorsprung durch Technik“ wiederherstellt. Und die Entwickler hatten ganze Arbeit geleistet. Zu den Innovationen zählte ein vollaktives Luftfederfahrwerk, das die Karosserie bei drohendem Seitenaufprall in weniger als einer halben Sekunde um bis zu 80 Millimeter anhebt. Das ganz klare Highlight blieb jedoch leider eine Ankündigung: Ab 2018 sollte der A8 das erste Serienauto der Welt werden, das hochautomatisiertes Fahren ermöglicht – sprich: Level 3. Doch erklärte Audi im Sommer 2020: In der aktuellen Generation werde es das System nicht mehr geben – selbst bei entsprechender Gesetzgebung nicht, weil der Modellzyklus schon zu weit fortgeschritten sei.


7. Porsche Panamera - 1796 Neuzulassungen (ab 93.707 Euro)

Porsche darf bei elektrifizierten Antrieben als fortschrittlichster Hersteller der Oberklasse gelten. Denn bevor die Zuffenhausener mit dem Taycan den ersten vollelektrischen Segments-Vertreter herausbrachten, hatten sie 2013 der Konkurrenz mit dem Panamera S E-Hybrid ein Schnippchen geschlagen: Ein Jahr bevor Mercedes-Benz als erster nachzog, hatte Porsche die erste Luxuslimousine mit Plugin-Hybrid-Antrieb am Start. Und während es die Stuttgarter, Münchner und Ingolstädter in der Oberklasse weitern dieseln lassen, hat Porsche dem Selbstzünder seit Februar 2018 schon komplett abgeschworen. Zum Facelift der zweiten Generation hat Porsche drei Panamera-Modelle mit Plugin-Hybrid-Antrieb im Angebot. Den Panamera 4 E-Hybrid Sport Turismo und den Panamera Turbo S E-Hybrid sind wir kürzlich gefahren.


8. Mercedes-Benz CLS - 1746 Neuzulassungen (ab 59.386 Euro)

Der Mercedes-Benz CLS war 2004 das erste vermeintliche Coupé mit vier Türen in der Klasse der Luxuslimousinen. Der Stuttgarter Schönheitskönig darf also als Pionier der oberklassigen Fließheck-Nische gelten und war in zweiter Generation auch als Shooting-Brake-Variante erhältlich. Technisch basiert der CLS auf der E-Klasse.


9. BMW 6er - 737 Neuzulassungen (62.800 Euro)

BMW ersetzte die 6er-Reihe mit echtem Coupé und viertürigem „Gran Coupé“ durch die weitaus höherpreisige 8er-Reihe. Als 6er wird nun den Nachfolger des 5er Gran Turismo vermarktet. Positioniert ist das Modell aber nach wie vor gegen Audi A7 und Mercedes-Benz CLS.


10. Maserati Ghibli - 190 Neuzulassungen (ab 71.210 Euro)

Mit dem Ghibli will die italienische Luxusmarke den deutschen Premiumherstellern in der CLS-Nische Käufer abnehmen. Als Selbstzünder gibt es das Modell nicht mehr, dafür aber als Hybrid mit E-Booster und 48V-Riemen-Startergenerator. Eine Plugin-Hybrid-Version ist derweil nicht vorgesehen. Das Antriebskonzept passe nicht zur Marke, heißt es am Firmensitz in Modena. Dort durften wir im September zur Premiere des MC20 erfahren, wie die Zukunft von Maserati stattdessen aussehen soll.


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Mathias Keiber

18 Jan. 2021