Opel Vivaro-e Hydrogen: 3 Fragen beantwortet

Lukas Schmidt

28 Mai. 2021

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Auch Opel darf sich an der Brennstoffzelle versuchen. Die Rüsselsheimer setzen sie im Transporter Vivaro ein.

Auf Basis des elektrischen Vivaros bietet Opel jetzt eine Variante mit Brennstoffzelle an, das in nur drei Minuten Wasserstoff für 400 Kilometer Reichweite tanken kann.

Made in Germany: Opel fertigt den Vivaro-e Hydrogen am Stammsitz in Rüsselsheim (Alle Bilder: Opel)


Welche Vorteile bietet der Vivaro e-Hydrogen?


Der Vivaro e-Hydrogen kommt noch in diesem Jahr auf die Straße und verfügt über einen Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb mit Plug-in-Batterie. Die Technik ist dabei so platzsparend untergebracht, dass der Transporter gegenüber herkömmlichen Antriebstechnologien keine Kompromisse beim Raumangebot macht. Er kann nach WLTP mit einer Tankfüllung mehr als 400 Kilometer weit fahren. Das Auftanken mit Wasserstoff dauert mit drei Minuten in etwa so lang wie ein Tankstopp mit konventionellem Diesel oder Benziner. Dazu bietet er mit bis zu 6,1 Kubikmeter einen ebenso großen Laderaum wie die Diesel- oder batterie-elektrischen Vivaro-Varianten. Das Modell wird in den zwei Längen M und L verfügbar sein (4.959 und 5.306 Millimeter). Die ersten Fahrzeuge sollen an Flottenkunden bereits ab Herbst ausgeliefert werden.

Welche Änderungen sind für die Technik nötig?


Der neue Wasserstoff-Brennstoffzellen-Transporter basiert auf dem bereits erhältlichen batterie-elektrischen Opel Vivaro-e. Das Prinzip ist einfach: Aus Wasserstoff und Luft erzeugt die Brennstoffzelle mittels eines Katalysators Strom zum Antrieb des Elektromotors. Als einziges Produkt dieser Reaktion kommt reiner Wasserdampf aus dem Auspuff. Es handelt sich also um ein Elektrofahrzeug mit lokal null Emissionen.


Beim Plug-in-Brennstoffzellen-Konzept findet das komplette Brennstoffzellensystem unter der Motorhaube Platz. Die Antriebsbatterie im Unterboden des batterie-elektrischen Vivaro‑e wird durch drei 700-bar-Wasserstoff-Tanks ersetzt. Ohne Änderungen an der Karosserie wird so aus dem batterie-elektrischen Vivaro-e ein Transporter mit Brennstoffzellenantrieb. Dank effizientem Packaging bleibt das Ladevolumen voll erhalten und reicht je nach Karosserievariante (M oder L) von 5,3 bis 6,1 Kubikmeter. Die Nutzlast wächst auf bis zu 1.100 Kilogramm.


Warum kombiniert Opel die Brennstoffzelle mit einer Batterie?


Die 45 kW-Brennstoffzelle liefert genug Power für die kontinuierliche Fahrt auf der Autobahn. Beim Start oder Beschleunigen unterstützt die unter den Vordersitzen untergebrachte 10,5 kWh-Lithium-Ionen-Batterie, um Lastspitzen abzudecken. So arbeitet das Brennstoffzellensystem stets unter optimalen Betriebsbedingungen, was die Lebensdauer erhöht. Darüber hinaus kann Bremsenergie zurückgewonnen und über den Elektromotor (Generator) als Strom in die Batterie gespeist werden (Rekuperation). Und dank der Plug-in-Möglichkeit lässt sich die Batterie bei Bedarf auch extern aufladen, so dass das Fahrzeug 50 Kilometer rein batterie-elektrisch zurücklegen kann.

Der neue Vivaro-e Hydrogen erweitert das Angebot der elektrifizierten leichten Nutzfahrzeuge von Opel. Noch in diesem Jahr folgen der batterie-elektrische Opel Combo‑e und der Movano-e. Bis zum Jahresende soll das gesamte Opel-Portfolio leichter Nutzfahrzeuge elektrifiziert sein.

Lukas Schmidt

28 Mai. 2021