Batterietester BT1 Lite und BT1 von Otofix im Test

Attila Langhammer

04 Okt. 2021

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Ich habe für YesAuto die beiden Otofix-Batterietester BT1 Lite und BT1 getestet. Hier erfährst Du, wie sich die beiden Helfer geschlagen haben

(Fotos: A. Langhammer)


Über das Konvolut an Otofix-Diagnosegeräten, das bei uns eines Tages in der Redaktion lag, habe ich Dir ja schon mal einen Überblick gegeben. Die beiden zugehörigen OBD-II-Diagnosetools daraus habe ich bereits getestet und heute geht es den beiden Batterietestern BT1 Lite und BT1 an die Hardware. Die kosten auf der Seite des Herstellers regulär 169 beziehungsweise 799 Euro, sind aber aktuell um 40 beziehungsweise 140 Euro rabattiert.


Otofix BT1 Lite im Test


Der Otofix BT1 Lite ist ein kleines handliches Gerät, etwa in der Größe eines Multimeters, aber ein wenig schwerer. Die zugehörigen Polklemmen machen einen sehr soliden Eindruck, brauchen aber auch ein wenig Kraft um geöffnet zu werden. Für den weiteren Gebrauch musst Du Dir auf Deinem Mobiltelefon die App Battery Test von Autel installieren – oder Du nutzt, wenn vorhanden, ein Tablet aus den Diagnose-Kits Otofix D1 Lite beziehungsweise D1. Zum sicheren Verbinden der Geräte kannst Du entweder den QR-Code auf der Rückseite des BT1 Lite scannen oder Du tippst die Gerätenummer händisch ein.

Auf der Vorderseite des BT1 Lite findest Du den Startknopf sowie zwei LEDs. Die untere (Power) bestätigt die Betriebsbereitschaft des Geräts, die obere (Status) informiert über die Art der Verbindung zum Mobiltelefon. Am unteren Ende gibt's eine USB-C-Buchse, die ebenfalls zur Verbindung mit dem Mobiltelefon oder Tablet aber auch zum Aufladen genutzt werden kann. Ein entsprechendes Kabel inklusive Netzteil findet sich aber nicht in der Box – schade.


Bluetoothverbindung zum Gerät, Log-in mit meinem Otofix-Account, Gerätesoftware des BT1 Lite aktualisieren – alles kein Problem. Aber dann der erste echte Tiefschlag: Ich hau die Klemmen an eine alte 52Ah-Batterie, die ich hier so rumstehen habe, wähle den Testmodus für ausgebaute Batterien und die App auf meinem Telefon konfrontiert mich mit der Meldung "Die Software unterstützt die aktuelle Sprache nicht". Das darf bei einem Gerät das für den deutschen Markt mit einem eigenen Markennamen – unter dem Namen Otofix werden die Produkte der Marke Autel vertrieben – nicht passieren. Aber: Ich gebe nicht auf, stelle meine Telefon auf Englisch – und siehe da, die Sache jeht.


Im nächsten Schritt sind dann die maximale elektrische Spannung, Art der Batterie (AGM, flüssig, Gel oder noch ein paar andere Typen), Fertigungsstandard (in dem Fall DIN) sowie die Kapazität einzustellen. Der eigentliche Test dauert dann weniger als eine Minute und als Ergebnis gibt es eine Empfehlung, ob die Batterie auszutauschen ist sowie eine Angabe der Restspannung mit zwei Nachkommastellen: meine alte Batterie hat noch 5,23 Volt geladen und sollte dementsprechend ausgetauscht werden. Das ist schon geschehen und die relativ neue Batterie habe ich entsprechend im Auto getestet.

Bei einer eingebauten Batterie ist die Testprozedur dreiteilig: Zuerst wird die Batterie statisch bewertet, so wie die ausgebaute in der Wohnung. Und da kommt das Gerät zu der traurigen Erkenntnis "Replace Battery", weil die Batterie nur noch "halbvoll" ist. Aber die Spannung liegt mit 12,33 Volt deutlich über der magischen 12-Volt-Marke und ich weiß, das ich mit dem Auto nur wenig fahre – also lasse ich mich von dieser Aussage nicht einschüchtern. Außerdem weiß ich, das ich die Batterie erst vor wenigen Wochen gekauft habe.


In der zweiten Teststufe soll ich den Motor ohne weitere Verbraucher starten. Und da ich allein bin, kann ich mich mit meinem Mobiltelefon ins Auto setzen, während das Diagnosegerät im Motorraum verbleibt: praktisch. Die Startspannung liegt bei 11,99 Volt und die Startdauer bei 1,24 Sekunden – diese milde Verzögerung gehört bei BMWs mit den M20-Sechszylindern zum guten Ton, also auch hier kein Grund zur Sorge. Und die Diagnose-App bestätigt, das alles in Ordnung ist.

Beim dritten Teiltest wird das Ladeverhalten unter Last und ohne Last geprüft, also einmal die Verbraucher – Gebläse und Licht, mehr gibt es nicht – an, dann den Motor für ein paar Sekunden zwischen 2000 und 3000 Touren halten. Und dann im zweiten Durchgang ohne die heftigen Verbraucher. In beiden Durchläufen wird im definierten Drehzahlbereich mit mehr als 13,4 Volt geladen – bravo.


Getestet: Otofix BT1


Der Koffer für den großen Batterietester ist größer, als die Boxen für die OBD-II-Diagnosegeräte. Neben dem Batterietester im haltefreundlichen Hochkantformat findest Du auch noch ein abschraubbares, langes Kabel mit den Polklemmen, Papierrollen – die Testresultate lassen sich ausdrucken, einen weiteren OBD-II-Stecker sowie ein Netzteil mit abnehmbarem USB/USB-C-Ladekabel. Bei der ersten Inbetriebnahme musst Du Dich auch beim BT1 einloggen und das Gerät mit Deinem Otofix-Konto verknüpfen, denn die Nutzungslizenz für die fahrzeugspezifische Software läuft ein Jahr. Updates ziehen gehört natürlich auch zum Standard.

Auch für das komplexe Gerät muss zuerst die ausrangierte Batterie herhalten. Da das große Gerät die gleiche Software nutzt, wie die App für Mobiltelefone sind die Voreinstellungen natürlich identisch, auch der Test dauert entsprechend weniger als eine Minute – und spuckt die gleichen Ergebnisse aus, wie das "'einfachere" Gerät. Aber: das große Gerät funktioniert an dieser Stelle auch in deutscher Sprache.

Erst beim Live-Test an der eingebauten Batterie haut mir das BT1 die bekannte Meldung "Die Software unterstützt die aktuelle Sprache nicht" um die Ohren. An dieser Stelle breche ich den Versuch leicht genervt ab, zumal ich dieses Gerät trotz deutlich längerer Kabel in der One-Man-Show nur umständlich bedienen kann. Die Testprozedur wäre aber der gleiche.

Wenn Du Dich nun fragst, warum Du eventuell das teurere Gerät kaufen solltest, dann musst Du wissen, dass das BT1 viel mehr kann, als das BT1 Lite. So lassen sich mit dem BT1 zum Beispiel Fahrzeuge anlernen, nachdem sie wegen des Batteriewechsels ohne Strom waren. Aus diesem Grund beinhaltet das Paket auch einen OBD-II-Stecker. Allerdings sehe ich den Anwendungsfall für Allein-arbeitende spätestens dann als problematisch, wenn Du an einem großen Fahrzeug arbeitest das die Batterie auch noch im Kofferraum hat. Dann sind die Polklemmenkabel mit Sicherheit zu kurz...


Fazit


Das BT1 Lite ist ein witziges Diagnosewerkzeug, welches dank App-Steuerung leicht zu nutzen ist und hilfreiche Informationen liefert. Einen Teil dieser Daten kannst Du aber auch mit dem Multimeter auslesen, nur geht das nicht unbedingt, wenn Du alleine arbeitest. Das BT1 lohnt sich meiner Meinung nach nur für den professionellen Einsatz in der Werkstatt – und für manche Einsätze brauchst Du dann einen zweiten Mann.


Mein größtes Ärgernis ist aber, das bei einem Produkt für den deutschen Markt die Anwendungen nicht in deutscher Sprache funktionieren. Sorry – das ist einfach nur peinlich.

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Attila Langhammer

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