Peugeot e-Expert Hydrogen: 3 Fragen beantwortet

Lukas Schmidt

04 Juni. 2021

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Nach Opel nun auch Stellantis-Schwester Peugeot: Der Expert kommt mit Brennstoffzelle.

Der kompakte Van kommt 2021 nicht mehr nur mit Verbrenner- und Elektromotor, sondern auch als Elektroversion mit Wasserstoff-Brennstoffzelle in Serie.

Der Stellantis-Konzern rollt seinen Wasserstoffantrieb weiter aus. Neu im Programm: der Expert (Alle Bilder: Peugeot)


Wie ist der Antrieb aufgebaut?


Der Peugeot e-Expert Hydrogen verfügt über ein Stellantis-spezifisches "Mid-Power-Plug-in-Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektro"-System, das die Vorteile von Wasserstoff, Batterietechnik und elektrischer Traktion kombinieren soll. Basierend auf der EMP2 (Efficient Modular Platform) ist das Modell ein vollelektrisches Fahrzeug, das zwei an Bord befindliche elektrische Energiequellen kombiniert: eine Wasserstoff-Brennstoffzelle, die sich im Motorraum an der Vorderseite des Fahrzeugs befindet und den Elektromotor mit Strom versorgt, indem sie den im Tank enthaltenen Wasserstoff mit Sauerstoff aus der Luft kombiniert. Sie stößt nur Wasserdampf durch das Auspuffrohr aus. Dazu kommt eine Hochspannungs-Lithium-Ionen-Batterie, die sich unter den Kabinensitzen befindet, mit einer Kapazität von 10,5 kWh und einer Leistung von 90 kW und einer Reichweite von 50 Kilometern.

Der Permanentmagnet-Elektromotor liefert eine maximale Leistung von 100 kW und ein maximales Drehmoment von 260 Nm. Dieser elektrische Antriebsstrang befindet sich an der Vorderachse und ähnelt dem der rein elektrischen Variante, die sich insbesondere durch ein Getriebe auszeichnet, das an die Ladebedingungen beim Einsatz von Nutzfahrzeugen angepasst ist.


Welche Zahlen machen den e-Expert Hydrogen aus?


Das erste Serien-Brennstoffzellenfahrzeug der Franzosen ist in zwei Längen (Standard und Lang) verfügbar und wartet mit den gleichen Ladevolumeneigenschaften wie bei den diesel- und batterieelektrischen Versionen auf. Es bietet bis zu 6,1 Kubikmeter Ladevolumen, bis zu 1.100 Kilogramm Nutzlast und bis zu 1.000 Kilogramm Anhängelast.


An Bord ist ein dreiphasiges Ladegerät mit 11 kW, das sich im Motorraum befindet. Das Tanksystem besteht aus drei Wasserstoffspeichern, die sich unter dem Boden befinden, mit einer Gesamtkapazität von 4,4 Kilogramm bei einem Druck von 700 bar. Die Tanks sind in drei Minuten voll und erlauben eine WLTP-Reichweite von 400 Kilometern. Der Akku ist an einer 11 kW starken Wall Box in weniger als einer Stunde voll geladen, an einer Haushaltssteckdose dauert’s sechs Stunden.

Welche Ausstattung ist an Bord?


Stellantis testet mit den Brennstoffzellen-Vans zunächst den Markt und bietet den Peugeot e-Expert Hydrogen in nur eine Ausstattungsvariante an. Diese ist dafür mit allen notwendigen Komfort- und Sicherheitsmerkmalen ausgestattet und bietet zwei Einzelsitze in der Kabine, 2 Schiebetüren, 17-Zoll-Räder, elektrische Feststellbremse mit Berganfahrhilfe, manuelle Klimaanlage, Visiopark, 180-Grad-Rückfahrkamera und 7-Zoll-Touchscreen-Zentraldisplay (17,17 cm) mit Peugeot Connect (TomTom 3D-Navigation, Bluetooth- und Mirrorscreen-Kompatibilität einschließlich Apple CarPlay und Android Auto).

Optisch ist die Brennstoffzellenversion an einem "e-Expert Hydrogen"-Monogramm am Heck, der Wasserstoff-Tankklappe auf dem linken hinteren Kotflügel und der Elektroladeklappe auf dem linken vorderen Kotflügel, sowie einem spezifischer Kühlergrill und einer 40 mm höheren Federung zu erkennen. Im Innenraum gibt es ein analoges Kombiinstrument mit einer an die Technik angepassten Farbmatrix, spezifische Grafiken für den zentralen Touchscreen, die automatische Getriebesteuerung e-Toggle, ein Fahrmodus-Wahlschalter, mit dem Kunden zwischen den Modi Eco, Normal und Power wählen können und eine elektrische Feststellbremse.

Ende 2021 wird der Peugeot e-Expert Hydrogen zunächst für die professionellen Kunden (Direktvertrieb) in Frankreich und Deutschland angeboten. Er wird in Frankreich, in Valenciennes, produziert und dann im Kompetenzzentrum für Wasserstofftechnologie in Deutschland, bei Opel in Rüsselsheim, umgebaut.

Lukas Schmidt

04 Juni. 2021