Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport: 7 Fragen beantwortet

Mathias Keiber

17 Nov. 2021

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Die Zuffenhausener haben anlässlich der Automesse in Los Angeles den neuen 718 Cayman GT4 RS Clubsport präsentiert. Der Mittelmotor-Rundstreckensportler basiert auf dem ebenfalls neuen Serienmodell 718 Cayman GT4 RS.

Wie ist der Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport motorisiert?


Der stärkste Cayman-Rennwagen kommt mit einem 4-Liter-Sechszylinder, der dem Aggregat aus dem 911 GT3 gleicht, 500 PS leistet und seinen Vorgänger damit um 75 PS übertrifft. Seine Höchstdrehzahl erreicht der Boxer bei 9.000 Touren. Als maximales Drehmoment stehen 465 Newtonmeter bei 6.000/min zur Verfügung, vorher waren es 425 Newtonmeter bei 6.600 Umdrehungen. Das serienmäßige Doppelkupplungsgetriebe benutzt fortan alle sieben statt nur sechs Vorwärtsgängen.

Alle Gänge sind zudem kürzer übersetzt als beim Vorgängermodell. Je nach Strecke und Reglement soll der neue 718 Cayman GT4 RS Clubsport die Rundenzeiten des bisherigen Modells um gut zwei Prozent unterbieten.


Wie sieht’s mit dem Fahrwerk aus?


Der Umgang mit dem Flitzer soll durch diverse Fahrwerksmodifikationen erleichtert werden. So hat Porsche etwa die Dämpfertechnologie grundlegend erneuert, was für Vorteile beim Ansprechverhalten und der Aufbaukontrolle sorgen. Zu den Neuerungen gehören Zwei-Wege-Stoßdämpfer mit verbesserter Kennlinie sowie einstellbare Schwertstabilisatoren vorn und hinten.

Auch Fahrzeughöhe, Sturz und Spur lassen sich anpassen. Zusätzlich stehen jeweils drei verschiedene Federraten für die Vorder- und Hinterachse zur Auswahl. Spezielle Naca-Öffnungen in der vorderen Haube sollen die Rennbremsanlage mit ihren 380 Millimeter großen Stahlbremsscheiben besonders effizient belüften. Das Stabilitäts-Management-System erhält eine spezielle Rennsportauslegung mit einem Schalter für Traktionskontrolle, ABS und einer verfeinerten ESC-Abstimmung.


Was geht in Sachen Aerodynamik?


Porsche verspricht eine effizientere Aerodynamik und damit auch in schnellen Kurven ein gut kontrollierbares Fahrverhalten. Seitliche Flics und eine verlängerte Frontlippe für die Bugschürze sollen den Abtrieb an der Vorderachse erhöhen. Zudem sollen Radhausentlüftungen in den Kotflügeln und spezielle Air-Curtains die Luftverwirbelungen im Bereich der Vorderräder beruhigen und der verkleidete Unterboden die Anströmung des funktionalen Diffusors am Heck optimieren. Dazu erhält der Schwanenhals-Heckflügel eine 20 Millimeter lange Gurney-Lippe und einen um zwei Stufen erweiterten Verstellbereich.


Wie ist der Flitzer ausgestattet?


Die Ausstattung erfüllt laut Hersteller alle Grundvoraussetzungen für sofortige Renneinsätze. Heißt konkret: eingeschweißte Sicherheitszelle, längsverstellbarer Recaro-Rennschalensitz, 6-Punkt-Sicherheitsgurte nach 2023er Norm, Sicherheitsnetze, Feuerlöschsystem, Drei-Stempel-Lufthebeanlage und FT3-Sicherheitstank mit 115 Litern Fassungsvermögen. Der neue Sicherheitsschaum in der Fahrertür entspricht bereits den internationalen Vorschriften der SRO-Rennserien.

Außerdem bietet Porsche zwei unterschiedliche Auspuffsysteme an, womit der GT4 RS Clubsport auch auf Strecken mit strengeren Geräuschbegrenzungen an den Start gehen kann. Spezielle Vorrüstungen wie zum Beispiel die Aufnahmen für homologierte Zusatzscheinwerfer oder Öffnungen in der Fronthaube für eine Schnellbetankung sollen eine schnelle Umrüstung auf den Langstrecken-Betrieb bei Nacht erlauben.


Porsche verspicht: „Das homologierte Fahrzeug ist ab Werk startbereit und kann ohne weitere Modifikationen in den weltweiten SRO-Rennserien eingesetzt werden.“


Welche Materialien kommen zum Einsatz?


Als erster in Serie gefertigter Rennwagen setzte bereits der erste 718 Cayman GT4 Clubsport auf Karosserieteile aus einem nachhaltigen Naturfaser-Verbundwerkstoff. Deren Anteil ist beim neuen GT4 RS Clubsport nochmals gestiegen und umfasst jetzt neben den Türen und dem Heckflügel auch die vordere Haube, die Kotflügel, aerodynamische Anbauteile an der Front sowie das neue Lenkrad. Porsche will dabei den Einsatz der auf Flachsbasis hergestellten Fasern als mögliche Alternative zu Kohlefaser-Verbundwerkstoffen für eine Verwendung in Serienfahrzeugen erproben.

Was war bislang passiert?


Porsche hatte 2016 mit dem Cayman GT4 Clubsport der Fahrzeug-Generation 981 bereits einen Rennwagen für das neue Kundensport-Format im Angebot. Bis 2018 entstanden 421 Exemplare. 2019 debütierte der Nachfolger auf Basis des 718 Cayman GT4. Rund 500 Exemplare wurden bislang produziert.


Was Porsche sagt?


„Wir haben bei der starken Weiterentwicklung des Clubsport-Modells die Erfahrungen und die Kundenwünsche aus den letzten Jahren einfließen lassen“, sagt Michael Dreiser, Leiter Vertrieb bei Porsche Motorsport. „Die gesteigerte Rundenzeit-Performance in Kombination mit der nochmals verbesserten Fahrbarkeit bietet unseren Kunden für den weltweiten Einsatz in den GT4-Wettbewerben in den nächsten Jahren ein wettbewerbsfähiges Produkt.“


(Fotos: Porsche)

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Mathias Keiber

17 Nov. 2021