Porsche Exclusive Manufaktur: 3 Fragen beantwortet

Lukas Schmidt

10 Nov. 2021

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Die Zuffenhausener kreieren in den eigenen Hallen in enger Abstimmung mit Kunden höchst individuelle Fahrzeuge in handwerklicher Kleinstarbeit. Das erste Sonderwunsch-Fahrzeugprojekt ist jetzt abgeschlossen und erinnert den Besitzer an seinen Le-Mans-Sieg von 1985.

Der 911 GT3 von Paolo Barilla (Alle Bilder: Porsche)


Was ist die Porsche Exclusive Manufaktur


Im Rahmen der sogenannten Co-Creation-Strategie interpretiert Porsche das „Sonderwunsch Programm“ der späten 70er Jahre neu und ermöglicht personalisierte Einzelstücke – vom Kunden mitkreiert, von Porsche professionell umgesetzt. Im Zusammenspiel von handwerklicher Perfektion und Hightech kreiert die Porsche Exclusive Manufaktur in Zuffenhausen so sehr persönliche Kundenfahrzeuge. Die Experten können auf ein breites Spektrum an optischen und technischen Individualisierungsmöglichkeiten für Exterieur und Interieur zurückgreifen. Sichtbare Beispiele sind Sport Design-Pakete, eigene Felgendesigns und Interieurdekore sowie das umfassende „Farbe nach Wahl“-Lackierangebot. Porsche will höchste Ansprüche an Material und Verarbeitung erfüllen. Neben den individuellen Kundenfahrzeugen können auch limitierte Kleinserien und Editionen gefertigt werden. Wenn der Porsche schon auf dem Hof steht, kann auch ein nachträglicher Werksumbau realisiert werden; je nach Alter des Fahrzeugs kommen dann aber nicht mehr die Excklusive Manufaktur, sondern die Kollegen von Porsche Classic zum Einsatz.

Welche Möglichkeiten bietet die Porsche Exclusive Manufaktur?


Paolo Barilla, Le-Mans-Gesamtsieger von 1985 auf einem privat eingesetzten Porsche 956, hat anlässlich seines 60. Geburtstages als erster Kunde ein Fahrzeugprojekt im Rahmen des neuen Sonderwunsch Programms realisieren lassen. Der italienische Unternehmer entschied sich, einen höchst individuellen Porsche 911 GT3 (992) mit zu entwerfen und an seiner Entstehung umfassend mitzuwirken. Neben dem charakteristischen Renn-Look in sommergelb, weiß und schwarz trägt dieses besondere Fahrzeug die Startnummer 7 seines siegreichen 956 auf der Fronthaube und den Türen. Weitere Details wie Heckflügel oder Schalthebel wurden ebenfalls neu interpretiert und teilweise eigenständig entwickelt.


Zu den besonderen Merkmalen zählt die auffällige Exterieurlackierung in sommergelb, weiß und schwarz. Sie interpretiert das Streifendesign des historischen Rennwagens neu. Auch das Unterteil des Bugs ist sommergelb lackiert, ebenso tragen die Zierringe in den Scheinwerfern diese Farbe. Die Optik der Zentralverschluss-Räder ist von den Felgen des Porsche 956 inspiriert. Im Renneinsatz besaßen die Vorderräder weiße Aero-Blenden. Die 911 GT3-Felgen sind an der Vorderachse nun ebenfalls weiß, an der Hinterachse hingegen in einem zeitgenössischen Goldton lackiert.

Die Sideplates des Heckspoilers greifen ebenso Design und Geometrie ihres historischen Vorbildes auf. Im „Rapid-Prototyping“-Verfahren entstanden zunächst Musterbauteile. Aerodynamische Performance und insbesondere die Balance zwischen Vorder- und Hinterachse sollten selbstverständlich erhalten bleiben. Darum wurde früh der Aerodynamiker des Serien-911 GT3 ins Projekt geholt. Der modifizierte Heckflügel musste seine Strömungseigenschaften im Windkanal beweisen. An den Flanken steht „PB 60“, also die Initialen und der runde Geburtstag von Paolo Barilla. Dieses Logo lehnt sich stilistisch an die Grafik des damaligen Hauptsponsors des Le-Mans-Siegerfahrzeuges an.


Rennwagentypisch dominiert im Interieur die Farbe Schwarz. Die Einstiegsleisten in den Türen und die gelbe Zierblende an der Schalttafel auf der Beifahrerseite ziert ein eigens mit dem Kunden gestaltetes Logo: Es setzt sich zusammen aus dem Typcode 956, dem Schriftzug „Le Mans 1985“ und der stilisierten Silhouette des Rennwagens. In die Kopfstützen sind besagter Schriftzug sowie die damalige Streckenführung gestickt. Der Schalthebel erinnert an die Magnesium-Kugel des Renn-956 und ist eine aufwendige Sonderanfertigung: Das Oberteil wurde aus einem Aluminium-Block gefräst, die Oberfläche geschliffen.

Wie läuft ein Sonderwunsch-Projekt ab?


Im Rahmen des neu geschaffenen Sonderwunsch-Angebots übernahm Barilla die Rolle des Projektleiters. Als Teil des Projektteams, bestehend aus Experten der Porsche Exclusive Manufaktur und dem Designbereich Style Porsche, kann der Kunde unmittelbar an der Umsetzung seines Traumfahrzeuges mitarbeiten. In Barillas Fall hat der Prozess von der ersten Designskizze, über die Prüfung der technischen Machbarkeit bis zum Bau insgesamt drei Jahre gedauert.

Drei Mal war Barilla in der Konzeptphase bei Porsche, um das Projekt vom Lastenheft bis zur Fertigstellung aktiv zu begleiten. In der Umsetzungsphase fanden häufige Abstimmungen via Telefon, E-Mail oder Videokonferenz statt, und es folgten weitere Besuche. So durfte Barilla zum Beispiel das Getriebe mit einer drehmomentgesteuerten Schraubvorrichtung selbst an den Motor flanschen.

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Lukas Schmidt

10 Nov. 2021