US-Händler: Porsche plant Siebensitzer oberhalb des Cayenne

Arne Roller

24 Nov. 2021

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Porsche-Händler in den USA wollen den Entwurf eines neuen Porsche-SUV mit einer dritten Sitzreihe gesehen haben.

Kommentar von: Arne Roller


„Wieso eigentlich auch nicht?“, möchte ich da inzwischen sagen. Der anfängliche Lärm um SUV von Sportwagenherstellern ist lange verhallt. Man hat sich damit abgefunden. Ohne geht es heute eben nicht. Je nachdem wie man es sieht, kann Porsche sich hier sogar als Vorreiter auf die Schulter klopfen. Schließlich waren Aston Martin mit ihrem DBX oder Lamborghini mit dem Urus viel später dran als die Zuffenhausener, die den ersten Cayenne bereits 2022 auf den Markt brachten.


Wenn also die Schwaben als erster unter den reinen Sportwagenherstellern die XXL-Familienkutsche bringen, mit der eine ganze Kindergeburstags-Bagage bugsiert werden kann, so passt das letztlich ins Bild. Porsche-Händler in den USA jedenfalls wollen entsprechende Entwürfe gesehen haben.



Gerüchteküche: Neues Flagschiff mit sieben Sitzen, Plug-in-Hybrid, EV später


Laut Automotive News zeigte Porsche den Händlern bei einem kürzlichen Treffen die Darstellung eines möglicherweise dreireihigen Crossovers. Größer, länger und breiter als der Cayenne – ein neues Flaggschiff also.

In Gesprächen mit Händlern, die bei der Veranstaltung zu Gast waren, konnte Automotive News einige Details zum Aussehen des Konzepts erfahren. Ein Händler sprach von „einem neuen Fahrzeugstil, der teils Limousine, teils Crossover ist.“ Ein anderer bezeichnete das Rendering als „verwegen“ und „sehr un-Porsche-like“, mit einem „flachen Heckdesign, ganz und gar nicht wie beim Cayenne oder Macan.“  


Der Marktstart des Modells ist den Gerüchten zufolge für „die zweite Hälfte der 2020er-Jahre“ geplant. Als Motorisierung sehen die Porsche-Dealer zunächst einen Plug-in-Hybriden. Ein reiner Stromer könnte dann später folgen.


Ein Porsche-Sprecher sagte gegenüber Automotive News, man werde keinen Kommentar bezüglich spezifischer Modelle abgeben. Man sei allerdings immer sehr offen, unter dem Label „Porsche Unseen“ Ideen zu teilen, von denen die meisten allerdings nicht über den Status als Idee hinauskämen. Gut möglich also, dass der Siebensitzer den Händlern als Teil des besagten „Porsche Unseen"-Projektes gezeigt wurde. Ein Dementi klingt dennoch anders.



Neues Porsche-Flaggschiff: Konzern-Projekt „Landjet“ könnte die Basis sein


Das neue Modell ist womöglich sehr nah mit dem sogenannten „Landjet“ verwandt, einem Flaggschiff-Elektrofahrzeug des Volkswagen-Konzerns, das Berichten zufolge von Audi, Porsche und Bentley in Deutschland entwickelt wird. Das dreireihige, siebensitzige Fahrzeug läuft bei Audi als Teil des Artemis-Projekts, bei dem sich alles um die Einführung und Adaption neuer Technologien für elektrische und hochautomatisierte Autos im VW-Konzern dreht. Der „Landjet“ soll eine Reichweite von 650 km aufweisen. Es ist nicht klar, ob das Modell als Limousine, SUV oder Mix aus beidem kommt. Frühere Studien weisen auf eine sehr lange Limousine mit Fließheck hin. Das wiederum passt zu den Aussagen der US-Händler über den Porsche-Siebensitzer.


Das „Concept Audi Aicon“ zeigte bereits 2017 die Vision eines vollelektrischen, autonomen Audi der Zukunft: als Fließheck-Limousine mit einem Radstand größer dem des A8.



Porsche-Siebensitzer: Junges Zielpublikum


Ein weiterer Punkt ist besonders interessant: Porsche-SUV sind im Vergleich zu den anderen Fahrzeugen der Marke bei jüngeren Käufern wesentlich beliebter. Das Durchschnittsalter eines Porsche-Besitzers liegt bei 60 Jahren, während die Käufer eines Porsche-SUV im Schnitt nur 38 Lenze zählen. Es macht also für Porsche strategisch durchaus Sinn, mit einem Siebensitzer ein jüngeres Publikum sowie Familienbanden zu locken. Kleine „Porsche-Familien“ müssten zudem die Marke nicht mehr verlassen, sobald die Anzahl der „Porschelinis“ auf der Rückbank das Platzangebot von Cayenne, Macan oder Panamera überschreitet.  

Den ersten Siebensitzer von Lamborghini erwarten wir übrigens für 2032. War das jetzt Sarkasmus? Schwer zu sagen, denn inzwischen wäre es der zu erwartende Modus Operandi.


(Foto: Porsche AG)



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Arne Roller

24 Nov. 2021