Porsche will für Frauen attraktiver werden

Mathias Keiber

19 Apr. 2021

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Lackierungen wie „Frozen Berry“ und nachhaltige Materialien sollen mehr Frauen zu Kunden der Zuffenhausener machen.

(Fotos: Porsche)


Die Geschichte von Porsche im neuen Jahrtausend ist eine Erfolgsgeschichte sondergleichen: Der Sportwagenhersteller verkauft immer mehr Autos, mit denen er immer mehr Geld verdient. Vor Corona kratzte Porsches Ebit-Marge, also die Differenz aus Selbstkosten und Verkaufspreis vor Steuern und Zinsen, an 20 Prozent. Über 20 Prozent schafft nur Branchenprimus Ferrari. Nur verkaufen die Italiener nicht annähernd so viele Autos wie Porsche, und auch sonst kein anderer Sportwagenhersteller. Zum Vergleich: 2019, im letzten Jahr vor Corona, setzte die Schmiede aus Maranello erstmals mehr als 10.000 Fahrzeuge ab, zeitgleich lieferte Porsche 280.800 Exemplare aus – in etwa so viele wie BMW M und Mercedes-AMG zusammen.


Sieht so aus, als ob die Marktdurchdringung von Porsche quasi schon Ehrenrunden dreht, was? Pustekuchen! Die Zuffenhausener wollen noch mehr Autos verkaufen und haben dafür eine Kundengruppe identifiziert: Frauen. Nur jeder achte Porsche geht an eine Frau. In Deutschland sind nur 13 Prozent aller Porsche-Kunden weiblich. Das soll sich ändern. Neue Modelle gibt es deswegen nicht, wohl aber neue Farben und Ausstattungsoptionen.


Während 2018 über 70 Prozent aller in Deutschland verkauften Sportwagen laut Statista schwarz, weiß oder grau waren, buhlt Porsche nun mit Farben wie „Frozen Berry“, eine Art unterkühltes Altrosa, um die Gunst von Sportwagenkäuferinnen. Gegenüber dem „Handelsblatt“ sagte Porsche-Vertriebschef Detlev von Platen: „Wir wollen stärker auf die Lebenswelt und die Wünsche von Frauen eingehen. In der Kommunikation legen wir Wert auf die hohe Qualität der Produkte.“ Auch Nachhaltigkeit spiele für Frauen eine wichtigere Rolle, weswegen es den Taycan auch mit tierfreier Innenausstattung gibt.


Das mag aus Marketing-Sicht Sinn ergeben, aber zumindest in Sachen Farbauswahl bedient Porsche damit Barbie-Klischees. Entsprechend fielen die sozialmedialen Aufschreie auf den „Handelsblatt“-Bericht hin aus. Immerhin: Porsche verlangt keine „Pink Tax“, worunter man zum Beispiel den nachgewiesenen preislichen Unterschied zwischen rosafarbenen Produkten für Mädchen und hellblauen für Jungs versteht. Wer einen Taycan in „Frozen Berry“ bestellt, bezahlt genau so viel Aufpreis wie für jede andere Metallic-Lackierung auch.


Dass natürlich auch so manches Mannsbild seine Meinung zu einem Porsche in „Frozen Berry“ kundtun musste, versteht sich von selbst, ist letztendlich aber weniger verständlich. Denn Rosa ist eine im Motorsport eine seit Jahrzehnten übliche Farbe, nicht wahr?


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Mathias Keiber

19 Apr. 2021