Rallye Dakar: Audi gibt im Wüstensand Gas mit Quandt

Mathias Keiber

14 Dez. 2020

Mit einem Elektromotor will Audi ab 2022 bei der Wüstenrallye angreifen. Unterstützung für den Rennbetrieb kommt von der neu gegründeten Q Motorsport GmbH. Deren Gründer und Chef ist Rallye- und Motorsport-Veteran Sven Quandt.

Dass Audi im elektrifizierten Motorsport von der Formel E auf die Rallye Dakar umsattelt, ist bekannt. Doch nun haben die Ingolstädter erste Details zu ihrer Teilnahme an der Langstrecken- und Wüstenrallye schlechthin kommuniziert. Demnach erfolgt der Rennbetrieb in Zusammenarbeit mit der neu gegründeten Q Motorsport GmbH.


Hinter dem im südhessischen Trebur ansässigen Unternehmen stehen Sven Quandt und seine beide Söhne Thomas und Tobias. Vater Sven, Sohn des Großindustriellen Herbert Quandt, begann seine Motorsportkarriere 1991 und nahm in den 1990er-Jahren insgesamt sieben Mal als Fahrer des Teams GECO Raid Sport an der Rallye Dakar teil. 1998 gewann er im Mitsubishi Pajero die Marathonrallye-Weltmeisterschaft. Im selben Jahr feierte sein Team GECO Raid einen Dreifacherfolg in der T1-Wertung der Rallye Paris–Dakar.


Nach seiner aktiven Karriere als Rallye-Pilot fungierte Quandt von November 2002 bis Ende 2004 als Motorsportchef von Mitsubishi. Etwa zeitgleich begann er mit dem Aufbau des Teams X-raid – ein überaus erfolgreiches Unterfangen. X-raid fuhr fünf Siege bei der Rallye Dakar ein und gewann elfmal den FIA-Weltcup für Cross-Country-Rallyes. Kurzum: Quandt bringt genau die Expertise mit, die Audi für das mittlerweile in Saudi-Arabien stattfindende Wüstenrennen braucht. Letzteres entbehrt nicht einer gewissen Ironie, schließlich will Audi im Land von Saudi Aramco, der größten Ölförderungsgesellschaft der Welt, die Rallye mit einem Elektromotor gewinnen.


„Durch die Zusammenarbeit mit Q Motorsport bleiben wir unserer Philosophie treu, die sich bei Audi über viele Jahre bewährt hat“, sagt Julius Seebach, Geschäftsführer der Audi Sport GmbH und verantwortlich für den Motorsport bei Audi. Und diese Philosophie sieht so aus: Die Entwicklung des Dakar-Prototyps samt Antriebskonzept erfolgt in-house bei der Audi Sport GmbH. Den Renneinsatz bestreiten die vier Ringe dann zusammen mit Q Motorsport, das „enorm viel spezifisches Know-how aus dem Cross-Country-Motorsport“ miteinbringe, so Seebach.


Quandt betont, er wolle mit Q Motorsport unabhängig von und parallel zu X-raid ganz neue Wege gehen. „Die Welt verändert sich, und auch die Dakar muss beweisen, dass sie zukunftsfähig und weiter richtungsweisend sein kann. Genau das will Q Motorsport gemeinsam mit Audi aufzeigen“, sagt er.


Audi dürfte es indes mindestens genau so sehr um den möglichen Effekt auf die Entwicklung von Serienfahrzeugen gehen, zum Beispiel um die Maximierung der Reichweite von reinen Elektroautos. Die Rallye Dakar ist schließlich kein Sprint. Zudem soll die Marke e-tron durch den Rallyesport an Strahlkraft gewinnen, wie das ab 1980 auch der Markenikone quattro auf sensationelle Weise gelang. Und nicht weniger als eine neue Markenikone soll der e-tron ja werden. Warten wir es mal ab, ob sich die Geschichte wiederholt.


(Foto: Audi)

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Mathias Keiber

14 Dez. 2020