Fahrbericht Range Rover Velar P400e (2021): Viel zu schön für ein Facelift

Arne Roller

15 Juni. 2021

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Der Range Rover Velar ist ein künftiger Design-Klassiker. Das wissen die Briten und haben beim Facelift vor allen bei den inneren Werten Hand angelegt. Wir sind den neuen Plug-in-Hybriden gefahren.

YesAuto Bewertung:

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Diese Bewertung wird durch unser Team nach umfangreichen Tests des Autos verfasst.

YesAutos umfassende Bewertungskriterien berücksichtigen jeden Aspekt eines Autos. Außerdem berücksichtigen sie, wie das Auto in Verhältnis zu anderen Autos der gleichen Kategorie steht. Unten sind die Kriterien, nach den jedes Auto bewertet wird, aufgelistet. Die Autos können pro Kriterium maximal 10 Punkte erhalten, was zu einer Note von insgesamt 100 Punkte führen kann.

  • Qualität und Design der Fahrzeuginnenausstattung
  • Fahrzeuginnenausstattung bezüglich der Technologie
  • Innenraummaße
  • Kofferraum
  • Motorleistung
  • Sparsamkeit des Motors
  • Fahrt und Komfort
  • Handling
  • Antriebs- und Sicherheitstechnologie
  • Gebrauchstauglichkeit

Elektroautos werden, statt nach Leistungsfähigkeit und Sparsamkeit, mit bis zu 10 Punkte nach den folgenden Aspekten bewertet:

  • Batterie und Motor
  • Reichweite und Ladegeschwindigkeit

Fotos: Land Rover



Der Land Rover Range Rover Velar – wie er mit vollem Namen heißt – schließt das Loch zwischen dem kompakten Evoque und dem Range Rover Sport. Das elegante SUV steht auf derselben Plattform wie der F-Pace der Schwestermarke Jaguar, ist aber länger und sieht niedriger aus (obwohl er es nicht ist).


Die Einordnung im Konkurrenzumfeld anderer Marken fällt schwieriger aus: Der Velar liegt irgendwo zwischen BMW X4 und X6, Mercedes GLC Coupé und GLE Coupé und etwas über dem Audi Q5. Als echter Land Rover muss der Velar natürlich auch im Gelände überzeugen können. Und das kann er: Mit Luftfederung kommt er auf eine Wattiefe von 580 Millimetern und erreicht eine Bodenfreiheit von satten 251 Millimetern. Aber will man mit diesem Schönling wirklich ins Gelände? Wohl eher weniger. Da hat Land Rover andere Kandidaten.


Die Aufgabe des Velar ist es, seine Insassen möglichst komfortabel ans Ziel zu bringen, dabei Köpfe zu drehen und "Wow"-Ausrufe sowie begeisterte Kommentare zu sammeln. Das kann er unbestritten sehr gut. Style ist das augenscheinlichste Merkmal dieses Fahrzeugs. Michael Küster, Leiter der Produktkommunikation bei Jaguar Land Rover, betont deshalb auch gerne, dass der Velar seit seiner Einführung im Jahr 2017 bereits über 70 Designpreise abgesahnt hat.



Nun denn, das ist ein Grund, die Außenhaut unberührt zu lassen. Die Arbeit blieb diesmal an den Innenraumdesigner und Ingenieuren hängen. In diesen Bereichen hat sich dann doch einiges getan.



Range Rover Velar (2021): Schönes Cockpit jetzt in noch schöner


Auch der Innenraum des Velar war bisher von langweiligem Standard weit entfernt. Die Kombination der zwei großen Bildschirme im Mittelteil des Dashboards fällt sofort ins Auge. Ein bisschen aufhübschen durften die Designer trotzdem: Es gibt ein neu designtes Lenkrad und auch der Drehschalter für die Automatik fällt – wie bei allen JLR-Facelifts aktuell – weg. An seine Stelle tritt wieder ein richtiger Schaltknauf, der mit seiner Leder- und Aluminiumbesetzung sehr schön anzusehen ist.


Im Detail verschönert: Das Interieur wartet inklusive des optionalen Info-Displays hinter dem Lenkrad mit insgesamt drei großen Bildschirme auf.


Auch die weiteren Upgrades fallen in den Rahmen aktueller, allgemeingültiger Neuerungen bei JLR: Das Infotainmentsystem Pivi ist jetzt auch beim Velar mit an Bord. In allen Ausstattungslinien mit Ausnahme der Einstiegsvariante kommt es als Pivi Pro mit Navigationssystem. Die wichtigsten Eckdaten: 90% aller Menüpunkte sollen mit nur zwei Schritten erreichbar sein. Außerdem kann das Pivi Pro dank Dual-SIM gleich Smartphones verbinden und zieht seine Updates "Over the Air".

Neu ist auch die aktive Geräuschunterdrückung im Innenraum. Nein, damit schaltet man nicht den Lärm der Kinder von der Rückbank ab (obwohl selbst das technisch wohl möglich wäre), jedoch wohl unangenehme Geräusche der Außenwelt. Genau wie teure Kopfhörer sendet das Meridian-Soundsystem aktiv Schallwellen, die unerwünschte Geräusche gezielt nivellieren. Auf diese Weise kann man beispielsweise das Abrollgeräusch der Reifen ausblenden und erreicht einen noch höheren "Gesamtkomfort" für die Insassen. Klingt gut? Ist es auch!

Der Innenraum des Velar macht nach wie vor ordentlich Eindruck. Nehmen Sie mal jemanden mit, dann werden Sie's merken.



Range Rover Velar (2021): Das sind die neuen Motoren


Hier hat sich am allermeisten getan: Um den Velar konkurrenzfähig zu halten, hat Land Rover seine Motorenpalette komplett überarbeitet. Und das Schlagwort, wie Sie es in unserer sich wandelnden Zeit sicher schon richtig antizipieren, lautet dabei „Hybrid“. Die Reihenmotoren mit vier und sechs Töpfen kommen jetzt alle als Mild-Hybride mit 48-Volt-Bordsystem und Riemen-Starter-Generator daher. Der Extra-Boost reduziert das Turboloch reduziert und verbessert die Gasannahme. Das kennen wir inzwischen. Die Power-Range liegt zwischen 204 PS beim Einstiegsdiesel und 400 PS beim Sechszylinder-Turbobenziner. Dazwischen liegen der wunderbar kultivierte Sechszylinder-Diesel (300 PS) und der Vierzylinder-Benziner mit 250 Pferden.


Die Dieselmotoren sind die Aggregate der Wahl für die Langstreckenfraktion, der Reihensechszylinder-Benziner P400 ist etwas besonders Feines für alle Petrolheads und der Plug-in-Hybrid macht sich für all diejenigen am besten, die viel in der Stadt unterwegs ist. Der P400e soll es auf eine elektrische Reichweite von 61 Kilometern bringen. Die 17,1 kWh-Batterie unter dem Kofferraumboden kann an einem Schnelllader binnen 30 Minuten auf 80% geladen werden. Zu Hause an der Wallbox dauert das ganze auch lediglich eine Stunde und 40 Minuten.


Am Schnelllader in nur 30 Minuten voll: Der Range Rover Velar P400e.


Der Verbrenner in der Hybrid-Kombination ist ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner, der es alleine schon auf 300 PS bringt. Dazu gesellt sich ein Elektromotor mit überaus potenten 143 PS, woraus sich zusammen eine Systemleistung von 404 PS ergibt. Mit dieser Power beschleunigt der Velar in nur 5,4 Sekunden von null auf hundert. Die Längsbeschleunigung ist für ein SUV dieser Größe mit mehr als 2,2 Tonnen an Gewicht also durchaus eindrucksvoll. Zeit für eine Ausfahrt.



Range Rover Velar (2021): Und wie fährt der P400e?


Schon alleine die Leistung des E-Motors ist beim P400e sehr behänd – nicht umsonst kann der Velar rein elektrisch bis zu 140 km/h schnell fahren. Der Wechsel zwischen Elektro und Benzin geht hier wunderbar nahtlos vonstatten. Zudem hat man das Gefühl, dass die elektrische Seite des Antriebs in diesem Plug-in-Hybriden wirklich die Arbeit übernehmen will. Auch wenn sich der Verbrenner sich zuschaltet, verabschiedet sich der E-Motor nicht in den Feierabend. Er macht schön weiter, damit die Drehzahl des Benziners und damit auch die Verbrennung fossiler Brennstoffe niedrig gehalten wird. Man merkt dem Velar P400e etwas sein nicht unerhebliches Gewicht von 2.223 Kilogramm ein bisschen an, aber das ist nicht so wild, denn den sportlichen Anspruch eines – sagen wir Porsche Macan – bringt der Velar ohnehin nicht mit sich. Was er stattdessen bietet, ist vielmehr ein äußerst entspanntes Sicherheitsgefühl, eine gewissen Abkapselung von der Außenwelt und unaufgeregte, aber rasante Beschleunigung.


YesAuto-Redakteur Arne Roller mit dem Range Rover Velar P400e: Wer hat denn da die Türgriffe nicht eingeklappt?


Range Rover Velar (2021): Das Fazit


Das Hauptmerkmal des Velar ist und bleibt sein besonderes Styling – außen wie innen. Er ist als auffallendes Familien-SUV genauso geeignet wie als Geschäftswagen oder Privatfahrzeug für Design-Liebhaber. Die richtigen Motoren für jeden Anspruch bringt er jetzt in jedem Fall mit.



Land Rover Range Rover Velar P400e – Technische Daten


Fünftürer, fünfsitziges SUV

Länge/Breite/Höhe: 4.797 mm/2.041 mm/1.683 mm (1.678 mit Luftfederung)

Radstand: 2.874 mm

Verbrennungsmotor: 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner (221 kW/300 PS)

Elektromotor: Permanentmagnet-Synchronmotor (105 kW/143 PS)

Systemleistung: 297 kW/404 PS bei 5.500 U/min, maximales System-Drehmoment: 640 Newtonmeter bei 1.500-4.400 U/min

Antrieb: Torque-on-demand-Allradantrieb mit Intelligent Driveline Dynamics und Terrain Response, optional: aktives Hinterachs-Sperrdifferenzial

Getriebe: 8-Gang-Automatikgetriebe

Leergewicht: 2.233 Kilogramm

0-100 km/h: 5,4 s

Vmax: 209 km/h

Durchschnittsverbrauch (NEFZ2): 2,3 l/100 km / 17.2-17,1 kWh

CO2-Ausstoß (NEFZ2): 52-53 g/km

Abgasnorm: Euro 6d-Final

Elektrische Reichweite: 61 km

Tankinhalt: 69 Liter

Kofferraumvolumen: 625 bis 1.693 Liter

Preis: ab 70.943 Euro







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Arne Roller

15 Juni. 2021