Renault gibt weiter Gas: Vollelektrischer Twingo am Start

Mathias Keiber

09 Nov. 2020

1/6
Die Renault-Markenikone Twingo gibt’s jetzt auch mit batterieelektrischem Antrieb. Mit dem Zoe haben die Franzosen bereits bewiesen: Sie machen in Sachen Elektromobilität einiges richtig.

Die Renault-Markenikone Twingo gibt’s jetzt auch mit batterieelektrischem Antrieb. Mit dem Zoe haben die Franzosen bereits bewiesen: Sie machen in Sachen Elektromobilität einiges richtig.


Wenn man die Pressemitteilung des VDA (Verband der Automobilindustrie) vom heutigen Montag liest, könnte man meinen, die deutschen Hersteller während führend in der Elektromobilität: „Jedes zweite E-Auto in Europa kommt aus Deutschland. In Norwegen, dem am weitesten entwickelten Elektro-Auto-Markt der Welt, ist Deutschland Marktführer. Auf dem deutschen Markt stammen zwei von drei Autos von heimischen Herstellern.“



Doch wer ist der Marktführer bei der Elektromobilität in Deutschland? Ein Franzose, der Renault Zoe. Mit 5.010 Neuzulassungen in Deutschland schob sich der kompakte Stromer im Oktober sogar auf Platz 7 der meistverkauften aller Autos in Deutschland. Unter den reinen Stromern lag er wiederum mit massivem Vorsprung auf Platz eins, vor dem ID.3 von Volkswagen, der auf 2.647 Neuzulassungen kam. Zwar ist Volkswagen mit insgesamt 5.028 Neuzulassungen von Elektroautos knapp vor Renault, doch das könnte sich bald ändern. Denn Renault bringt zum Jahreswechsel den Twingo Electric als Sondermodell „Vibes“ in den Handel. Bestellbar ist der Stromer bereits.


Die batterieelektrische Variante des seit 1992 in drei Modellgenerationen und rund vier Millionen Exemplaren produzierten City-Cars basiert auf der gleichen Plattform wie die aktuelle Version mit Verbrennungsmotor. Anstelle der Benzinaggregate seiner Schwestermodelle sorgt im Heck des Twingo Electric ein ursprünglich aus dem Renault Zoe stammender Elektromotor mit 60 kW/82 PS und einem maximalen Drehmoment von 160 Nm für den Antrieb.



In 4,2 Sekunden von 0 auf Stadtgeschwindigkeit


Die Kraftübertragung auf die Hinterräder erfolgt über ein Getriebe mit konstanter Untersetzung, das eine nahtlose Beschleunigung ohne Zugkraftübertragung gewährleistet. So erreicht der Twingo Electric die innerörtliche Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h in 4,2 Sekunden. Seine eigene Höchstgeschwindigkeit liegt bei elektronisch abgeregelten 135 km/h, womit der quirlige Franzose auch auf Autobahnen ausreichend schnell unterwegs ist.



Die Energie kommt aus einem laut Hersteller „crashsicher“ unter dem Fahrer- und Beifahrerplatz eingebauten Lithium-Ionen-Akku mit 21 kWh Kapazität. Im Stadtverkehr soll damit nach WLTP eine Reichweite von 190 km drin sein. Im WLTP-Stadtmodus steigt der Aktionsradius dank des höheren Anteils an Rekuperationsphasen auf 270 km. Aktiviert der Fahrer per Tastendruck an der Mittelkonsole den energiesparenden „Eco”-Modus, kann er die kombinierte WLTP-Reichweite auf 225 km steigern. Hierzu drosselt das Fahrprogramm die Leistungsabgabe des Elektromotors und die Höchstgeschwindigkeit.



Batterie ist wassergekühlt


Zusätzliche Reichweitenvorteile bringt die Nutzung des aus dem Zoe bekannten B-Modus mit drei Rekuperationsstufen. Die höchste Stufe ermöglicht sogenanntes „Ein-Pedal-Fahren“: Statt die Bremse zu betätigen, genügt in vielen Fällen die Rekuperationsverzögerung bei nachlassendem Druck aufs Fahrpedal. Hierbei wirkt der Elektromotor wie ein Generator, der Strom in den Akku einspeist. In der niedrigsten Stufe fällt die Bremswirkung beim Rekuperieren zugunsten eines nochmals harmonischeren Fahrerlebnisses entsprechend gering aus.



Sehr gut, da die Reichweite von Elektroautos stark von der Außentemperatur abhängt: Die Batterie ist wassergekühlt. Damit soll ihre Temperatur auch bei hoher Belastung oder extremer Witterung im optimalen Wirkungsbereich bleiben. Zusätzlichen Schutz für den Stromspeicher im Falle eines Seitenaufpralls bietet eine Crashbox aus Aluminium.


Vom Zoe übernimmt der Twingo Electric außerdem das patentierte Batterieladesystem „Chameleon Electric“. Es erlaubt, die Batterie des City-Cars an rund 85 Prozent der europäischen Gleichstrom-Ladestationen mit Wechselstrom in Stärken von 230 und 400 Volt und mit Ladeleistungen bis 22 kW mit Energie zu versorgen. Eine halbstündige Pause reicht demnach, um mit 22 kW Ladeleistung und 32 Ampere Ladestrom Energie für 80 Kilometer Fahrstrecke im gemischten Betrieb zu „tanken”. Nach einer Stunde sollen rund 84 Prozent der kompletten Ladekapazität zur Verfügung stehen. Geladen wird wie beim Zoe per Typ 2-Stecker.




Sondermodell zum Start


Zum Marktstart ist der Twingo Electric exklusiv als Sondermodell „Vibes” erhältlich. Merkmale sind u.a. die Lackierungen in „Valencia-Orange“ oder „Quarz-Weiß“ sowie 16-Zoll-Räder mit Zierelementen in Weiß und Orange. Den Innenraum kennzeichnen Dekorelemente in Orange an Instrumententräger, Sitzpolstern, Türinnenverkleidungen und Schalthebeleinfassung. Die Serienausstattung beinhaltet ein Multimediasystems inklusive 7-Zoll-Touchscreen, Klimaautomatik, Einparkhilfe hinten mit Rückfahrkamera, Sitzheizung vorn, Licht- und Regensensor sowie Lederlenkrad.



Der Twingo Electric ist als Sondermodell „Vibes” zum Preis ab 25.666 Euro bereit bestellbar. Abzüglich aller Boni von Regierung und Renault bleiben 15.666 Euro. Andere Ausstattungsvarianten folgen, u.a. ein Einstiegsmodell, das nur gut 20.000 Euro kosten soll.


So, und wer jetzt noch auf den Hinweis zur Batterie-Miete wartet, der wartet vergeblich. Renault hat dieser blöden Augenwischerei endlich abgeschworen. Die Batterie ist im Preis mitinbegriffen. Auch der Zoe soll bis Ende 2021 entsprechend angepasst werden. Na bitte, geht doch!



360°

Details

Gebraucht

Videos

News

Du weißt nicht, welches Auto zu Deinem Lebensstil passt? Frag YesAuto! Unser Kaufberater zeigt Dir alle Informationen, die Du brauchst um die richtige Entscheidung zu treffen.

Mathias Keiber

09 Nov. 2020