Renault-Strategie: Gebremst zum Erfolg

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Schon 2030 sollen 90 Prozent aller neuen Renaults mit Strom unterwegs sein. In vier Jahren bereits 65 Prozent.

Der neue Renault-Chef Luca de Meo ist ein Stratege. Er verstand und versteht es wie kein Zweiter, gesellschaftliche Strömungen als Projektionsfläche für den Neuanfang zu nutzen. Bei Fiat vermarktete er den Fiat 500 als Retro-Must-have, als „vintage“ in wurde. Bei Seat nutzte er den Hype um den Barceloner Lifestyle. Mit Erfolg. Die sanierungsbedürfte spanische Volkswagen-Tochter ist heute als Trendsetter unterwegs.


Nun nutzt er das Bedürfnis der Verbraucher, die Welt zu retten und verkündet den E-Antriebsturbo für alle Konzernmarken, um in Europa die Nummer 1 zu werden. Damit macht er − so ganz nebenbei – eine Kampfansage an seinen ehemaligen Arbeitgeber Volkswagen. Die Wolfsburger reklamieren schon länger die künftige Spitzenposition in Sachen E-Fahrzeuge für sich.


Dass de Meo ein geschickter Vermarkter ist, zeigt zudem seine Ankündigung, die Geschwindigkeit bei neuen Modellen der Marken Renault und Dacia auf 180 Stundenkilometer begrenzen. Offizielle Begründung: Er will damit Verkehrsunfälle zu verhindern. Das hat er von Volvo, die das bereits seit vergangenem Jahr praktizieren.


Doch ob de Meos Motive hier so edel sind, könnte man angesichts der Modellpalette bezweifeln. Denn so richtig Hochtouriges ist da nicht im Programm und ein Tempo, das bei 180 km/h abgeregelt ist, verlängert die Reichweite der Batterien. Das soll der Safety Coach übernehmen. Der Assistent regelt dir Geschwindigkeit gemäß den Tempolimits, erkennt gefährliche Kurven, das Wetter oder den Aufmerksamkeitsgrad des Lenkers. Schon der kommende Megane-E wird mit einem automatischen Geschwindigkeitsbegrenzer ausgestattet sein. Nach de Meos Willen soll Renault zudem zehn Jahre früher als bisher CO2-neutral werden. In Europa wäre das 2040 der Fall. 2050 gilt das Ziel für alle globalen Tätigkeiten.

Absatzgarant, speziell in Deutschland: der Renault Zoe. (Fotos: Renault)


Im ersten Quartal 2021 lief das Geschäft ordentlich für die Franzosen. So verkauften die Marken Renault, Dacia und Lada von Januar bis März 665.038 Fahrzeuge, ein Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Vor allem Dacia legte kräftig zu: Die Marke verkaufte 121.231 Autos. Das sind 10,2 Prozent mehr, angetrieben von der Einführung des New Sandero und dem Duster. Der angekündigte Vollstromer Dacia Spring werde bereits im Vorfeld seiner Markteinführung gut nachgefragt, heißt es aus dem Konzern. Lada gab gleichfalls Gas. Die Marke verkaufte 90.472 Fahrzeuge (+ 5,4 Prozent), natürlich hauptsächlich auf dem russischen Markt.


Die Kernmarke Renault setzte in den ersten drei Monaten des Jahres 433.662 Fahrzeuge ab, ein Plus von 1,3 Prozent. Dennoch sank der Umsatz leicht. Alles in allem kann de Meo trotz Corona mit den Zahlen zufrieden sein. Doch wenn seine Strategie des „Saubermanns Renault“ in Fahrt kommt, dürfte es noch besser werden.

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