Rückrufe: Ab in die Werkstatt

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Gibt es Hinweise darauf, dass bei Fahrzeugen technische Mängel vorliegen könnten, tritt in Deutschland das Kraftfahrt-Bundesamt auf den Plan. Die Behörde überprüft dann den Sachverhalt und veranlasst, je nach Schwere, einen Rückruf.

 (Foto: Bosch)  

 

Im Juni legte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die Rückruf-Bilanz 2020 vor. Die Zahl der von der Flensburger Behörde veranlassten Rückrufaktionen lag mit 595 im vergangenen Jahr wie 2018 und 2019 über dem langfristigen Mittelwert.

Das KBA schreibt dann eine Rückholaktion vor, wenn die Produktverantwortlichen Mängel anzeigen. Das tun Autobauer oder Zulieferer nicht freiwillig. Das Gesetz sieht vor, dass die Hersteller von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen das KBA informieren müssen, wenn Indizien dafür sprechen, „dass ihre Produkte eine Gefahr für die Fahrzeuginsassen oder andere Verkehrsteilnehmer darstellen“. Darüber hinaus untersucht die dem Verkehrsministerium unterstellte Administration Reklamationen von Verbraucherinnen und Verbrauchern, Behörden, Versicherungen und gehen entsprechenden Berichten der Medien nach.

 

Der hierzulande wohl publikste ist der Rückruf aufgrund des Dieselskandals, der im Jahr 2015 bekannt wurde. Betroffen waren Millionen Modelle der Marke VW mit EA 189-Dieselmotor.

 

Die Rückrufmaßnahmen können sich je nach Schwere des Mangels unterscheiden. Liegt ein „ernstes Risiko“ vor, müssen die Hersteller schnellstmöglich handeln und sich an die Halter aus dem Fahrzeugregister des KBA wenden. Was ein „ernstes Risiko“ ist, definiert § 2 Nr. 23 und 9 Produktsicherheitsgesetz (ProdSG): Das „ist die Kombination aus der Eintrittswahrscheinlichkeit einer Gefahr und der Schwere des möglichen Schadens“.

 

Um das einschätzen zu können, wird vom KBA eine Risikobewertung vorgenommen. Deren Experten arbeiten dabei folgende Fragen ab: Was für eine Gefahr liegt vor? Wie wahrscheinlich ist es, dass die Gefahr eintritt? Ein Beispiel für ein ernstes Risiko ist das Versagen der Lenkung. Das gefährdet alle Verkehrsteilnehmer, auch Passanten. Dann heißt es sofort ab in die Werkstätten.

 

Informiert die Behörde über einen Rückruf, sind in Deutschland neben den Produktverantwortlichen im Übrigen auch die Halterinnen und Halter in der Pflicht. Ist das Fahrzeug vom Rückruf betroffen, müssen sie den Mangel beheben lassen. Stellt das KBA fest, dass Fahrzeughalterinnen oder -halter trotz Aufforderung nicht an der Rückrufaktion teilnehmen, werden sie noch einmal von der Behörde dazu angehalten, den Mangel beseitigen zu lassen.

 

Folgen die Betroffenen dann auch nach mehrmaliger Aufforderung dem Rückruf nicht, hat die zuständige Zulassungsbehörde die Möglichkeit, aufgrund der KBA-Information eine Betriebsuntersagung aussprechen und das Fahrzeug aus dem Verkehr ziehen. 

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