Sitzprobe im Nissan Qashqai: Erfolgsgeschichte – Kapitel Drei

Arne Roller

01 März. 2021

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Der Nissan Qashqai ist das meistverkaufte Crossover in Europa und für Nissan auf unserem Kontinent das mit Abstand wichtigste Modell. Reitet der Qashqai jetzt seine dritte Erfolgswelle?

(Fotos: Nissan)


Die Erfolgsgeschichte des Nissan Qashqai startet schon 2007, als er das Crossover-Segment begründet. Drei Millionen Qashqai hat Nissan seitdem in Europa verkauft, fünf Millionen waren es weltweit. Die zweite Generation des Erfolgs-SUV lief 2014 an und so ist es im üblichen 7-Jahres-Turnus jetzt Zeit für Teil drei der Qashqai-Saga.




Der Neue zeigt ein gefälliges, modernes Design. Nissan geht hier auf Nummer sicher, aber das durchaus geschmackvoll. Was sofort auffällt: der Qashqai ist jetzt ganz besonders "edgy". Er ist um einiges kantiger geworden. Und die weit ausgestellte C-Säule gehört heute fast schon zum guten Ton. Nissan, aber auch andere Hersteller sprechen bei solch kräftigen Schulterpartien immer gerne von Muskeln und gesteigerter Athletik. Das sieht gut aus, passt.


Der bekannte V-Grill an der Front ist jetzt breiter und setzt sich hier im Design der Lampen fort, die natürlich alle in LED-Technik kommen. Gegen Aufpreis gibt es sogar Matrix-LED. Das sind jene Lampen, die mit einzelnen Dioden ganz gezielt Bereiche ausleuchten können. Ausgeblendet wird dann auch bei aktiviertem Fernlicht nur dort, wo der Gegenverkehr oder vorausfahrende Fahrzeuge unterwegs sind. Das ist ein absoluter Gewinn beim nächtlichen Fahren und ein Upgrade, das man meist nur in höheren Segmenten findet. 



Der V-Grill am neuen Qashqai ist jetzt breiter. Gegen Aufpreis gibt es sogar Matrix-LED-Scheinwerfer.



Nissan Qashqai (2021): Neue Plattform, mehr Platz


Der Qashqai als C-Segment-SUV steht jetzt auf der neuen CMF-C-Plattform der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz. Die Rohkarosse ist bei dieser neuen Plattform 60 Kilogramm leichter.

Ganz im Trend: Der Qashqai zeigt viele Kontrastfarben, kantige Linien und eine massige Schulterpartie an der C-Säule.


Bei den Außenmaßen hat der Qashqai zugelegt: Mit 4,43 Meter Länge ist er 3,5 Zentimeter länger und mit 1,84 Breite 3,2 Zentimeter breiter als sein Vorgänger. Der Radstand wächst um 19 Millimeter und um genau diese Länge hat man die Beinfreiheit für die hinteren Insassen vergrößert. In den Kofferraum passen im normalen Zustand nun 504 Liter und damit 74 mehr als zuvor.


Großer Schriftzug am Heck und vor allem keine Fake-Auspuffrohre. Dafür ein Daumen hoch!



Nissan Qashqai (2021): Die Motoren 


Den Start beim Motorenangebot macht ein 1,3-Liter-Benziner in zwei verschiedenen Leistungsstufen (140 und 158 PS), jeweils als Mild-Hybrid. Wer den stärkeren Motor wählt, hat neben der Sechsgang-Handschaltung auch die Möglichkeit, das X-Tronic-Automatikgetriebe zu wählen. Auch einen Allradantrieb wird es geben, wenn auch noch nicht zum Marktstart im Frühsommer. Wer den 4x4-Antrieb braucht, muss den größeren Motor und die Automatik wählen. Einen Selbstzünder gibt's bei der dritten Generation des Qashqai nicht mehr.



Nissan Qashqai (2021): E-Power-Antrieb mit sequentiellem Hybrid kommt 2022


Mit dem Qashqai bringt Nissan eine Technik nach Europa, die in Japan schon im kleinen Nissan Note genutzt wird: den seriellen Hybrid. "e-Power" nennt Nissan diesen Antrieb, bei dem ein Verbrennungsmotor über einen Stromgenerator eine kleine Batterie lädt, die dann wiederum einen E-Motor antreibt. Im Qashai arbeiten bei diesem System ein 156 PS starker 1,5-Liter-Benziner und ein 190 PS-E-Motor zusammen. Nissan sagt, e-Power sei eine gute Brückentechnologie. Die Kunden bekommen das Fahrerlebnis eines E-Autos – da nur der E-Motor die Reifen antreibt – aber ganz ohne Reichweitenangst. Bei Fragen nach der Batteriegröße und der rein elektrischen Reichweite wiegelt man bei Nissan ab. Es sei nicht das Ziel dieses Antriebs, rein elektrisch fahren zu können. Bewusst halte man die Batterie klein, um Gewicht und Materialien zu sparen.

Auch bei den relevanteren Zahlen wie dem Spritverbrauch, dem CO2-Ausstoß und dem Preis lässt sich Nissan noch nicht in die Karten schauen.



Nissan Qashqai (2021) im Innenraum: Eine ganze Ecke schöner


Der Innenraum des Nissan Qashqai zeigt sich deutlich aufgewertet. Hier vermitteln viele Softtouch-Materialien, Leder mit schönen Ziernähten, aber auch ansehnliche Kunststoffmaterialien im Holz-Look einen insgesamt hochwertigen Eindruck. In der Mitte sticht aus dem Dashboard ein 10,8-Zoll-Infotainment-Display hervor. Gegen Aufpreis gibt es zusätzlich ein 12,3-Zoll-Fahrer-Informations-Display. Weitere kostenpflichtige Upgrades stellen das optionale Head-up-Display sowie Massagesitze dar.


Leder und Ziernähte en masse: Der Innenraum des Qashqai ist wertiger geworden.


Das Smartphone findet zentral in einer Ablage Platz und wird dort optional auch induktiv geladen. Zusätzlich verfügt der Qashqai jetzt vorne sowie hinten jeweils über einen USB-C und einen USB-Anschluss. iPhone-Nutzer kriegen im Qashqai das volle Programm: Apple CarPlay ist kabellos verfügbar. Android-Nutzer müssen ihr Smartphone leider weiterhin per Kabel verbinden.



Nissan Qashqai (2019): Die Preise


Offizielle Preise gab Nissan noch nichts bekannt. Sicher ist aber, dass die auf 2000 Exemplare limitierten "Premier-Edition" für 35.440 Euro schon jetzt vorbestellbar ist. Sie basiert auf der N-Connecta-Ausstattungslinie, bekommt aber einige zusätzliche Extras, darunter:


  • Digitales Cockpit
  • 12,3" TFT
  • 10,8" HUD
  • Induktives Laden
  • Wireless Apple CarPlay
  • Android Auto per Kabel
  • 18-Zoll-Leichtmetallfelgen
  • Panoramadach


Nissan Qashqai (2021): Das Fazit


Nissan stellt mit dem neuen Qashqai ein sehr konkurrenzfähiges Produkt auf die Beine. Mit dem e-Power-Antrieb bietet Nissan zudem ein interessantes Konzept, das auf Anhieb massentauglich ist.

YesAuto-Redakteur Arne Roller mit den neuen Nissan Qashqai (2021).


Für alle, die schon jetzt bereit für ein E-Auto sind, bietet Nissan Ende diesen Jahres das SUV Nissan Ariya an. Der Qashqai hingegen nutzt Teilelektrisierungen, um umweltschonender zu werden, ohne Abstriche bei der Praktikabilität zu machen. Mit einem Erfolgsmodell macht man keine Experimente. Man verbessert das funktionierende Prinzip. Und genau das hat Nissan getan.





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Arne Roller

01 März. 2021